Bei so etwas muss man sehr achtsam sein. Ein Pilzmotiv ist etwas völlig anderes als ein Pilz-mit-Schnecke-Motiv, und das wiederum ist was völlig anderes als ein Pilz-mit-Schnecke-und-Kugelspringer-Motiv.
Wenn Du Tiere zusammen mit Pflanzen oder, wie hier, mit Pilzen fotografierst, reicht es nicht, wenn die einfach nur mit drauf auf dem Bild sind. Sie müssen genau so wie der "Untergrund" toll in Szene gesetzt sein. Für sie gelten all die gleichen Kriterien wie Stellung, Erkennbarkeit usw. wie für die Pflanze/den Pilz.
Hier im Bild bedeutet das: Der Kugelspringer passt noch ganz gut; ihn erkennt man sofort. Und er sitzt auch auf einer optisch attraktiven Pilzstelle.
Die Schnecke windet sich da am Rand aber eher so um den Pilzhut wie – ja, wir hatten das mal vergleichbar bei einem Foto von Gabi – wie Marder-Kot, oder so ähnlich. Man muss schon genauer hinschauen, um zu sehen, dass es sich hierbei nicht um irgendeine Sauerei handelt, sondern um eine biodiversitäre Bereicherung in Form eines zusätzlichen, in sich funktionierenden weiteren Lebewesens. Und damit schwankt die Anwesenheit dieser kotähnlichen Schnecke zwischen störend und bereichernd. Wollen wir Makronisten das? Nein, wir wollen eindeutig gute Bilder mit bereichernden Motiven!
Noch ein paar Sätze zum
Licht:
Das Foto wirkt im Gesamten sehr kalt. Woran liegt das?
Das Licht ist zu stark, um natürlich zu wirken, und zu schwach um künstl(er)isch zu wirken.
Genau zwischen diesen beiden Zielsetzungen sollte man sich als Fotograf vor der Aufnahme entscheiden. Entweder setzt man zugeführtes Licht als Aufhelllicht ein – das bedeutet:
dienend
schwach, so dass es als eigenes Licht zumindest nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, bestenfalls überhaupt nicht
natürliche Schatten erhalten
Oder man fügt künstliches Licht als Haupt-Gestaltungselement hinzu. Dann ist alles möglich. Dann sind wir mehr bei künstlerischer als bei Naturfotografie. Hier sind die Übergänge fließend.
Oben bei Deinem Foto hast Du irgendetwas dazwischen gemacht: Das zugefügte Licht ist sofort sicht- und als solches erkennbar; natürliche Schatten, die vom Himmelslicht kommen, sind völlig überdeckt. Dadurch wirkt die Aufnahme kalt, ja schon fast tot. Für eine rein künstlerische Inszenierung ist die Wirkung der zusätzlichen Lichtquelle aber zu gering.
Also, was solltest Du beim nächsten Wald-Pilz-Besuch unbedingt mitnehmen? --> Das feste Vorhaben, mit dem Pilz vor der Aufnahme intensiv, diplomatisch und abschließend zu klären, ob er lieber natürlich oder doch eher künstlerisch verewigt werden möchte:-).
Hallo Christine,…
Hallo Christine,
ein "Dreifach-Motiv".
Bei so etwas muss man sehr achtsam sein. Ein Pilzmotiv ist etwas völlig anderes als ein Pilz-mit-Schnecke-Motiv, und das wiederum ist was völlig anderes als ein Pilz-mit-Schnecke-und-Kugelspringer-Motiv.
Wenn Du Tiere zusammen mit Pflanzen oder, wie hier, mit Pilzen fotografierst, reicht es nicht, wenn die einfach nur mit drauf auf dem Bild sind. Sie müssen genau so wie der "Untergrund" toll in Szene gesetzt sein. Für sie gelten all die gleichen Kriterien wie Stellung, Erkennbarkeit usw. wie für die Pflanze/den Pilz.
Hier im Bild bedeutet das: Der Kugelspringer passt noch ganz gut; ihn erkennt man sofort. Und er sitzt auch auf einer optisch attraktiven Pilzstelle.
Die Schnecke windet sich da am Rand aber eher so um den Pilzhut wie – ja, wir hatten das mal vergleichbar bei einem Foto von Gabi – wie Marder-Kot, oder so ähnlich. Man muss schon genauer hinschauen, um zu sehen, dass es sich hierbei nicht um irgendeine Sauerei handelt, sondern um eine biodiversitäre Bereicherung in Form eines zusätzlichen, in sich funktionierenden weiteren Lebewesens. Und damit schwankt die Anwesenheit dieser kotähnlichen Schnecke zwischen störend und bereichernd. Wollen wir Makronisten das? Nein, wir wollen eindeutig gute Bilder mit bereichernden Motiven!
Noch ein paar Sätze zum
Licht:
Das Foto wirkt im Gesamten sehr kalt. Woran liegt das?
Das Licht ist zu stark, um natürlich zu wirken, und zu schwach um künstl(er)isch zu wirken.
Genau zwischen diesen beiden Zielsetzungen sollte man sich als Fotograf vor der Aufnahme entscheiden. Entweder setzt man zugeführtes Licht als Aufhelllicht ein – das bedeutet:
Oder man fügt künstliches Licht als Haupt-Gestaltungselement hinzu. Dann ist alles möglich. Dann sind wir mehr bei künstlerischer als bei Naturfotografie. Hier sind die Übergänge fließend.
Oben bei Deinem Foto hast Du irgendetwas dazwischen gemacht: Das zugefügte Licht ist sofort sicht- und als solches erkennbar; natürliche Schatten, die vom Himmelslicht kommen, sind völlig überdeckt. Dadurch wirkt die Aufnahme kalt, ja schon fast tot. Für eine rein künstlerische Inszenierung ist die Wirkung der zusätzlichen Lichtquelle aber zu gering.
Also, was solltest Du beim nächsten Wald-Pilz-Besuch unbedingt mitnehmen? --> Das feste Vorhaben, mit dem Pilz vor der Aufnahme intensiv, diplomatisch und abschließend zu klären, ob er lieber natürlich oder doch eher künstlerisch verewigt werden möchte:-).
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland