Ein tolles Motiv! Man sieht die Spinne erst auf den zweiten Blick - so soll es sein!
Zwei Dinge:
Bildaufteilung:
Die Bildaufteilung passt nicht so recht. Blüte und Spinne schauen nach rechts - aus dem Bild hinaus. Links ist deutlich über ein Drittel Leerraum im Bild. Das alles führt dazu, dass das Foto insgesamt fast unansprechend wirkt - obwohl es das überhaupt nicht ist! Es ist ein tolles Motiv, technisch korrekt fotografiert. Der Mangel an Bildwirkung resultiert nahezu gänzlich aus der ungünstige Bildaufteilung.
LÖSUNG:
Liegt auf der Hand:
Entweder Blüte samt Spinne nach rechts (nein, nicht nach rechts sondern natürlich nach links - Danke Mandy:-)) rücken, sodass "beide" ins Bild reinschauen, oder als Hochformat neu komponieren.
Anmerkung:
Ich weiß natürlich nicht, was da rechts neben dem Bild ist, ob sich da etwas befindet, das gestört hätte und Du somit gezielt rausgelassen hast. Das muss ich aber auch nicht wissen! Ich bin der Bildbetrachter, und ein Bildbetrachter muss sich nicht den Kopf über die Probleme des Fotografen (Makronisten) machen. Der Fotograf ist dazu da, diese oder ähnliche Probleme zu lösen. Er hat den Job übernommen, ein Bild zu erstellen von irgendetwas, was er einem Betrachter zeigen möchte (ich setze jetzt mal voraus, das er die Fotos nicht ausschließlich für sich selbst erstellt - grins). Dann muss er auch die Aufgabe übernehmen, sich mit etwaigen Störfaktoren auseinanderzusetzen, diese zu beseitigen, auszuklammern oder zu umgehen. Der Job des Bildbetrachters ist, das Bild zu betrachten. Diesen Job soll/muss der Fotograf ihm so leicht wie möglich machen.
Umgekehrt ist es also nicht Aufgabe des Bildbetrachters, sich Gedanken über Probleme während der Erstellung des Fotos zu machen und diese dann zu entschuldigen oder (mühsam) zu übersehen.
Bitte verstehe mich hier nicht falsch. Ich will Dir weder unterstellen, dass Du so denkst, wie oben beschrieben, noch kann ich Dir unterstellen, dass bei Deinem Bild tatsächlich rechts etwas Störendes vorhanden war, das Dich zu dieser Bildaufteilung "gerückt" hätte. Ich nehme diese Situation hier nur als Anlass, um mal generell auf ein Grundprinzip einzugehen, über das sich Fotografen im Allgemeinen bewusst sein müssen. Ich hoffe, das ist o.k. für Dich!? Wenn nicht, Asche auf mein Haupt! Dann würde ich Dir anbieten, dass zukünftig nur noch Valentin die Kommentierung Deiner hervorragenden Bilder übernimmt. Ich schaue sie mir dann nur noch unbemerkt aus großer Distanz im Dunkeln an - höchstens (grins)!
[Anmerkung in der Anmerkung: Ich muss schon zugeben, das das sehr schade für mich wäre. Du machst soooooooooo gute Bilder...]
Nachbearbeitung:
Obwohl die Schärfe da ist und auch dort liegt, wo sie hingehört, ist das Foto recht flau.
LÖSUNG:
Das ist ein Fall für eine Nachbearbeitung. Hier kannst Du noch Einiges rausholen. Die Haupt-Stellschrauben sind Kontraste, Helligkeit (hellen Töne leicht senken, dann Aufhellung über alle Töne hinweg), Dynamik, Farbsättigung, Nachschärfung - alles sehr moderat.
Roland, Hilfe, ich bin eine Frau und Frauen haben oft eine rechts/links Schwäche. Ich für mich kann das durchaus bestätigen. Hab ich erst wieder beim Yoga gemerkt- lol.Bitte äußere dich noch einmal über die Position.Ich nix verstehen das - grins. Noch rechtser waren übrigens ganz eklige, vertrocknete, grausam anzuschauenende, Bild zerstörende Pflanzenteile . Will heißen, ich hab nicht drauf geachtet.
Gern werde ich jedoch mit der Nacharbeitung beginnen, welche ich mit deiner genauen Beschreibung sicherlich erfolgreich durchführen kann. :-) Lieben Dank hierfür. ( ehrlich)
mein Vorschlag war, die Schafgarbenblüte samt Spinne im Bild in die linke Bildhälfte zu platzieren. Aber da es rechts von der Spinne (bzw. der Schafgarbenblüte) anscheinend keine weiteren Bildinhalte mehr gibt, kannst Du auch kein günstigeres Querformat machen, bei dem die Schafgarbenblüte (mit Spinne) dann links im Bild ist. Es bleibt also nur das Hochformat.
Weitere Erläuterungen zu diesem Thema habe ich weiter unten in einen eigenen Beitrag gesetzt.
Da hast du ein tolles Bild erwischt. Gratuliere! Was mir sehr gut gefällt: Die weisse Spinne sieht man erst auf den 2. Blick - tolles Mimikry!
Und jetzt mach ich etwas, was ich noch nie gemacht habe, Ich widerspreche Roland (braucht Mut!). Ich behaupte mal, die Spinne schaut nicht nach rechts, sondern nach links runter zur Beute - die Bilddiagonale geht also von rechts oben (grosse Blüte / weisse Spinne) nach links unten (kleine Blüte / Beute).
Und dann denke ich, dass Roland bei der Lösung rinks und lechts velwechsert hat (Jandl).
Aufgrund meiner Interpretation der Bilddiagonale gibt es eigentlich nur die Lösung Hochformat. Und dazu noch ein ganz frecher Vorschlag: Die grosse Blüte im Hochformat rechts beschneiden; das würde den Blick noch mehr auf die "Action" im Bild legen.
Auf jeden Fall hat dein Bild das Potenzial zu etwas Besonderem und es hat eine Story! In diesem Sinne leibe Grüsse
deine Lösung finde ich auf ganz schön. Und ja, die Spinne schaut meiner Meinung nach auf den Käfer.Aber ich kann es nicht genau sehen.
Sorry, dass ich jetzt erst antworte, aber ich war ein paar Tage unterwegs.Ich glaube, ich werde da mal an dem Foto noch rumprobieren wie es wirken könnte.
Vielen lieben Dank für deine Beurteilung und deine Tipps :-)
nun muss ich mich doch noch mal äußern zu der wiederholt formulierten Vermutung, die Krabbenspinne würde zu dem kleinen Käfer unten im Bild als einer vermeintlichen Beute hinschielen.
Ich denke, und da bin ich recht (nicht zu 100 %, aber doch ziemlich) sicher, dem ist nicht so. Warum?
Etwas Biologie
Krabbenspinnen sind frei jagende Spinnen (im allgemeinen Gegensatz zu Netzspinnen). Frei jagende Spinnen haben in der Regel (neben sechs weiteren) zwei große, parallel nebeneinander stehende, nach vorne ausgerichtete Hauptaugen. Die benötigen sie auch dringend, um ihre Beute punktgenau anvisieren zu können.
Wie funktioniert das?
Die Krabbenspinne sitzt abwartend und lauernd im "Gebüsch", meist auf einer Blüte, der sie sich bestenfalls farblich angleicht. Erscheint nun auf dieser Blüte eine potentielle Beute (in der Regel ein blütenbesuchendes Insekt), wird diese anvisiert, indem sich die Jägerin ganz langsam Richtung Beute ausrichtet. Diese Ausrichtung zieht sie dann möglichst mit der sich bewegenden Beute mit, insbesondere dann, wenn die Beute sich ihr nähert. Dies ist ein ganz wichtiger Vorgang, weil die Krabbenspinne stereotypisch sieht.
Was heißt das?
Das bedeutet, dass die Krabbenspinne mit ihren beiden Hauptaugen die Beute anvisiert und dabei einen Schnittpunkt bildet, der ihr ermöglicht, die exakte Entfernung zur Beute zu erkennen und einzuschätzen (Parallelität zum "Steppen-Jäger" Homo sapiens, mit dem Unterschied, dass dieser Vollidiot mittlerweile so doof geworden ist, seinen eigenen Planeten zu zerstören. Das macht die Spinne nicht! Aber wieder zurück zum Hauptthema.)
Diese Entfernungseinschätzung ist deshalb notwendig, weil die Spinne genau abschätzen muss, wann die Beute nahe genug bei ihr ist, um sie mit einem Satz zu erreichen und den tödlichen Biß anzusetzen. Verschätzt sie sich, ist die Beute auf nimmer Wiedersehen weg. Das macht die Spinne ein paar mal, dann fällt sie erschöpft von der Blüte – und ist tot :-).
Zum Foto
Nun betrachtet mal die Krabbenspinne auf der Schafgarbenblüte oben im Bild. Sie schaut zwar grob in die Richtung des kleinen Käfers, visiert ihn aber nicht an. Täte sie das, sähe das ganz anders aus. Dann wäre eine ganz andere Spannung in der Spinne.
Davon abgesehen: Ein so kleiner Käfer ist eigentlich nicht das, was sich eine Veränderliche Krabbenspinne, die auf einer Blüte in Jagdstellung hockt, an Beute so vorstellt. Die erbeutet viel lieber große, saftige Fliegen oder Wildbienen, vielleicht sogar fette Hummeln, die sie spielend um die Ecke bringt. So ein kleiner, chitinumhüllter Mini-Käfer bringt sie da kaum in Wallungen.
Was heißt das nun für die Bildaufteilung im obigen Foto bzw. für das Foto an sich?
Es macht also wenig Sinn, den Käfer als konkrete Beute der Spinne mit einzubeziehen, wenn er gar keine Beute darstellt. Somit sollte/darf sich also auch die Bildaufteilung nicht führend danach (aus)richten.
Im Gegenteil: Dadurch, dass der Käfer in keinem Zusammenhang zur Spinne steht und somit auch nicht zum Hauptmotiv gehört, stört er! Es stellt sich also sogar die Frage, ob es deshalb nicht sinnvoller wäre, ihn tatsächlich aus dem Foto zu entfernen. Denn so ist er nur ein unscharfer Fleck, der stört, bestenfalls ablenkt, aber in jedem Fall wenig bis nichts zur Bildaussage beiträgt.
Danke, Roland, für die tollen Informationen über die Krabbenspinne. Wissen schafft halt Vorteil. :-) Jetzt verstehe ich auch, was du meinst.
Du hast recht, wenn das so ist, muß der unscharfe Käfer vom Bild. Es ist sogar die Frage, ob man nicht die ganze Blüte unten mit entfernt.Das ist für mich jedoch schwierig. Ich probiere gerade noch daran herum. Habe das mit dem Hochformat probiert , jedoch komme ich da mit der Blütengröße nicht hin. Was hältst du vom Querformat als Notlösung?
das mit dem Format lässt sich bei diesem Beispiel sehr schwer lösen. Das ist so ein typischer Fall, bei dem man sagen muss: "Hättest Du nur von vornherein ....". Aber das bringt jetzt keinen weiter!
Deshalb: Ich würde den Ausschnitt krass vornehmen (siehe unten) – und mich dann mit der wenig bleibenden Pixel-Kleinmenge zufriedengeben. Das aber bitte als regelrechte Notlösung verstehen, denn das sollte auf keinen Fall zur Normform werden. Viele Fotografen machen das so. Du weißt, davon halte ich nicht viel bis nichts.
[Anmerkung: Ich habe die linke kleine Blüte samt unscharfem Käfer komplett entfernt.]
ich danke dir. Ich hätte das nicht hinbekommen. Werde das nächste mal besser aufpassen!!! Dieses extreme Beschneiden finde ich auch nicht schön. Eigentlich ist es ein gutes Motiv mit schlechter Umsetzug.
Kompliment - wie du dir Zeit nimmst und uns Laien die (Makro-) Welt erklärst. Klasse! Ich bin einmal mehr beeindruckt. Einzige Hoffnung: Die Spinne scheint mir nahe am Verhungern zu sein, und deshlab nimmt sie auch mit kleinster Beute vorlieb und deshalb schielt sie nach links unten und deshalb haben Gabi und ich zu je einem Prozent recht und du zu 98%.
Und das nächste Mal wird Gabi - und ich werde es auch - warten, bis sich so eine richtig fette Hummel auf die Blüte setzt, dann werden wird sportsmässig die Attacke der Spinnen im Serienbild verewigen.
guter Gedanke. Dass die Krabbenspinne kurz vor dem Verhungern sein könnte, habe ich nicht bedacht. Deshalb erhöhen wir auf 10%, sowohl bei Dir als auch natürlich bei Gabi :-).
Schaut mal, was ich noch gefunden habe. Das hatte ich verworfen wegen den dunklen Ecken und weil die vermeintliche " Beute" nicht zu sehen war. Ich fand es nicht so schön und eher langweilig. So wie du uns das beim Workshop gesagt hast, Roland, schleiche ich um das Motiv und mache aus verschiedenen Perspektiven Fotos. :-)
ja, das sind die Vorteile, wenn man eine kleine Foto-Orgie macht...
Es wist überlegenswert, den Blütenstand der Schafgarbe gerade zu drehen (sprich: genau senkrecht zu stellen). So ein bisschen schief sieht so aus, als hätte man es nicht geschafft mit dem "gerade", sich aber auch nicht getraut, es richtig schief zu setzen :-).
Kommentare
ADMIN
Hallo Flora1958,…
Hallo Flora1958,
bin wieder da (grins)!
Ein tolles Motiv! Man sieht die Spinne erst auf den zweiten Blick - so soll es sein!
Zwei Dinge:
Bildaufteilung:
Die Bildaufteilung passt nicht so recht. Blüte und Spinne schauen nach rechts - aus dem Bild hinaus. Links ist deutlich über ein Drittel Leerraum im Bild. Das alles führt dazu, dass das Foto insgesamt fast unansprechend wirkt - obwohl es das überhaupt nicht ist! Es ist ein tolles Motiv, technisch korrekt fotografiert. Der Mangel an Bildwirkung resultiert nahezu gänzlich aus der ungünstige Bildaufteilung.
LÖSUNG:
Liegt auf der Hand:
Entweder Blüte samt Spinne nach rechts (nein, nicht nach rechts sondern natürlich nach links - Danke Mandy:-)) rücken, sodass "beide" ins Bild reinschauen, oder als Hochformat neu komponieren.
Anmerkung:
Ich weiß natürlich nicht, was da rechts neben dem Bild ist, ob sich da etwas befindet, das gestört hätte und Du somit gezielt rausgelassen hast. Das muss ich aber auch nicht wissen! Ich bin der Bildbetrachter, und ein Bildbetrachter muss sich nicht den Kopf über die Probleme des Fotografen (Makronisten) machen. Der Fotograf ist dazu da, diese oder ähnliche Probleme zu lösen. Er hat den Job übernommen, ein Bild zu erstellen von irgendetwas, was er einem Betrachter zeigen möchte (ich setze jetzt mal voraus, das er die Fotos nicht ausschließlich für sich selbst erstellt - grins). Dann muss er auch die Aufgabe übernehmen, sich mit etwaigen Störfaktoren auseinanderzusetzen, diese zu beseitigen, auszuklammern oder zu umgehen. Der Job des Bildbetrachters ist, das Bild zu betrachten. Diesen Job soll/muss der Fotograf ihm so leicht wie möglich machen.
Umgekehrt ist es also nicht Aufgabe des Bildbetrachters, sich Gedanken über Probleme während der Erstellung des Fotos zu machen und diese dann zu entschuldigen oder (mühsam) zu übersehen.
Bitte verstehe mich hier nicht falsch. Ich will Dir weder unterstellen, dass Du so denkst, wie oben beschrieben, noch kann ich Dir unterstellen, dass bei Deinem Bild tatsächlich rechts etwas Störendes vorhanden war, das Dich zu dieser Bildaufteilung "gerückt" hätte. Ich nehme diese Situation hier nur als Anlass, um mal generell auf ein Grundprinzip einzugehen, über das sich Fotografen im Allgemeinen bewusst sein müssen. Ich hoffe, das ist o.k. für Dich!? Wenn nicht, Asche auf mein Haupt! Dann würde ich Dir anbieten, dass zukünftig nur noch Valentin die Kommentierung Deiner hervorragenden Bilder übernimmt. Ich schaue sie mir dann nur noch unbemerkt aus großer Distanz im Dunkeln an - höchstens (grins)!
[Anmerkung in der Anmerkung: Ich muss schon zugeben, das das sehr schade für mich wäre. Du machst soooooooooo gute Bilder...]
Nachbearbeitung:
Obwohl die Schärfe da ist und auch dort liegt, wo sie hingehört, ist das Foto recht flau.
LÖSUNG:
Das ist ein Fall für eine Nachbearbeitung. Hier kannst Du noch Einiges rausholen. Die Haupt-Stellschrauben sind Kontraste, Helligkeit (hellen Töne leicht senken, dann Aufhellung über alle Töne hinweg), Dynamik, Farbsättigung, Nachschärfung - alles sehr moderat.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
MOD
Roland, Hilfe, ich bin eine…
Roland, Hilfe, ich bin eine Frau und Frauen haben oft eine rechts/links Schwäche. Ich für mich kann das durchaus bestätigen. Hab ich erst wieder beim Yoga gemerkt- lol.Bitte äußere dich noch einmal über die Position.Ich nix verstehen das - grins. Noch rechtser waren übrigens ganz eklige, vertrocknete, grausam anzuschauenende, Bild zerstörende Pflanzenteile . Will heißen, ich hab nicht drauf geachtet.
Gern werde ich jedoch mit der Nacharbeitung beginnen, welche ich mit deiner genauen Beschreibung sicherlich erfolgreich durchführen kann. :-) Lieben Dank hierfür. ( ehrlich)
Liebe Grüße
Gabi
ADMIN
Hallo Gabi,…
Hallo Gabi,
mein Vorschlag war, die Schafgarbenblüte samt Spinne im Bild in die linke Bildhälfte zu platzieren. Aber da es rechts von der Spinne (bzw. der Schafgarbenblüte) anscheinend keine weiteren Bildinhalte mehr gibt, kannst Du auch kein günstigeres Querformat machen, bei dem die Schafgarbenblüte (mit Spinne) dann links im Bild ist. Es bleibt also nur das Hochformat.
Weitere Erläuterungen zu diesem Thema habe ich weiter unten in einen eigenen Beitrag gesetzt.
Lieber Gruß,
Roland
Ciao Flora…
Ciao Flora
Da hast du ein tolles Bild erwischt. Gratuliere! Was mir sehr gut gefällt: Die weisse Spinne sieht man erst auf den 2. Blick - tolles Mimikry!
Und jetzt mach ich etwas, was ich noch nie gemacht habe, Ich widerspreche Roland (braucht Mut!). Ich behaupte mal, die Spinne schaut nicht nach rechts, sondern nach links runter zur Beute - die Bilddiagonale geht also von rechts oben (grosse Blüte / weisse Spinne) nach links unten (kleine Blüte / Beute).
Und dann denke ich, dass Roland bei der Lösung rinks und lechts velwechsert hat (Jandl).
Aufgrund meiner Interpretation der Bilddiagonale gibt es eigentlich nur die Lösung Hochformat. Und dazu noch ein ganz frecher Vorschlag: Die grosse Blüte im Hochformat rechts beschneiden; das würde den Blick noch mehr auf die "Action" im Bild legen.
Auf jeden Fall hat dein Bild das Potenzial zu etwas Besonderem und es hat eine Story! In diesem Sinne leibe Grüsse
Mandi
MOD
Danke Mandi,…
Danke Mandi,
deine Lösung finde ich auf ganz schön. Und ja, die Spinne schaut meiner Meinung nach auf den Käfer.Aber ich kann es nicht genau sehen.
Sorry, dass ich jetzt erst antworte, aber ich war ein paar Tage unterwegs.Ich glaube, ich werde da mal an dem Foto noch rumprobieren wie es wirken könnte.
Vielen lieben Dank für deine Beurteilung und deine Tipps :-)
Liebe Grüße
Gabi
MOD
Meine beiden Versuche.Wie…
Meine beiden Versuche.Wie sehen die aus?
Bild nachbearbeitet,etwas gedreht und beschnitten. Ich wollte die Beute nicht verlieren.
Hochformat laut Mandis Vorschlag , etwas gedreht,beschnitten und nachbearbeitet.
ADMIN
Hallo Zusammen,…
Hallo zusammen,
nun muss ich mich doch noch mal äußern zu der wiederholt formulierten Vermutung, die Krabbenspinne würde zu dem kleinen Käfer unten im Bild als einer vermeintlichen Beute hinschielen.
Ich denke, und da bin ich recht (nicht zu 100 %, aber doch ziemlich) sicher, dem ist nicht so. Warum?
Etwas Biologie
Krabbenspinnen sind frei jagende Spinnen (im allgemeinen Gegensatz zu Netzspinnen). Frei jagende Spinnen haben in der Regel (neben sechs weiteren) zwei große, parallel nebeneinander stehende, nach vorne ausgerichtete Hauptaugen. Die benötigen sie auch dringend, um ihre Beute punktgenau anvisieren zu können.
Wie funktioniert das?
Die Krabbenspinne sitzt abwartend und lauernd im "Gebüsch", meist auf einer Blüte, der sie sich bestenfalls farblich angleicht. Erscheint nun auf dieser Blüte eine potentielle Beute (in der Regel ein blütenbesuchendes Insekt), wird diese anvisiert, indem sich die Jägerin ganz langsam Richtung Beute ausrichtet. Diese Ausrichtung zieht sie dann möglichst mit der sich bewegenden Beute mit, insbesondere dann, wenn die Beute sich ihr nähert. Dies ist ein ganz wichtiger Vorgang, weil die Krabbenspinne stereotypisch sieht.
Was heißt das?
Das bedeutet, dass die Krabbenspinne mit ihren beiden Hauptaugen die Beute anvisiert und dabei einen Schnittpunkt bildet, der ihr ermöglicht, die exakte Entfernung zur Beute zu erkennen und einzuschätzen (Parallelität zum "Steppen-Jäger" Homo sapiens, mit dem Unterschied, dass dieser Vollidiot mittlerweile so doof geworden ist, seinen eigenen Planeten zu zerstören. Das macht die Spinne nicht! Aber wieder zurück zum Hauptthema.)
Diese Entfernungseinschätzung ist deshalb notwendig, weil die Spinne genau abschätzen muss, wann die Beute nahe genug bei ihr ist, um sie mit einem Satz zu erreichen und den tödlichen Biß anzusetzen. Verschätzt sie sich, ist die Beute auf nimmer Wiedersehen weg. Das macht die Spinne ein paar mal, dann fällt sie erschöpft von der Blüte – und ist tot :-).
Zum Foto
Nun betrachtet mal die Krabbenspinne auf der Schafgarbenblüte oben im Bild. Sie schaut zwar grob in die Richtung des kleinen Käfers, visiert ihn aber nicht an. Täte sie das, sähe das ganz anders aus. Dann wäre eine ganz andere Spannung in der Spinne.
Davon abgesehen: Ein so kleiner Käfer ist eigentlich nicht das, was sich eine Veränderliche Krabbenspinne, die auf einer Blüte in Jagdstellung hockt, an Beute so vorstellt. Die erbeutet viel lieber große, saftige Fliegen oder Wildbienen, vielleicht sogar fette Hummeln, die sie spielend um die Ecke bringt. So ein kleiner, chitinumhüllter Mini-Käfer bringt sie da kaum in Wallungen.
Was heißt das nun für die Bildaufteilung im obigen Foto bzw. für das Foto an sich?
Es macht also wenig Sinn, den Käfer als konkrete Beute der Spinne mit einzubeziehen, wenn er gar keine Beute darstellt. Somit sollte/darf sich also auch die Bildaufteilung nicht führend danach (aus)richten.
Im Gegenteil: Dadurch, dass der Käfer in keinem Zusammenhang zur Spinne steht und somit auch nicht zum Hauptmotiv gehört, stört er! Es stellt sich also sogar die Frage, ob es deshalb nicht sinnvoller wäre, ihn tatsächlich aus dem Foto zu entfernen. Denn so ist er nur ein unscharfer Fleck, der stört, bestenfalls ablenkt, aber in jedem Fall wenig bis nichts zur Bildaussage beiträgt.
Lieber Gruß,
Roland
MOD
Danke, Roland, für die…
Danke, Roland, für die tollen Informationen über die Krabbenspinne. Wissen schafft halt Vorteil. :-) Jetzt verstehe ich auch, was du meinst.
Du hast recht, wenn das so ist, muß der unscharfe Käfer vom Bild. Es ist sogar die Frage, ob man nicht die ganze Blüte unten mit entfernt.Das ist für mich jedoch schwierig. Ich probiere gerade noch daran herum. Habe das mit dem Hochformat probiert , jedoch komme ich da mit der Blütengröße nicht hin. Was hältst du vom Querformat als Notlösung?
Liebe Grüße
Gabi
ADMIN
Hallo Gabi,…
Hallo Gabi,
das mit dem Format lässt sich bei diesem Beispiel sehr schwer lösen. Das ist so ein typischer Fall, bei dem man sagen muss: "Hättest Du nur von vornherein ....". Aber das bringt jetzt keinen weiter!
Deshalb: Ich würde den Ausschnitt krass vornehmen (siehe unten) – und mich dann mit der wenig bleibenden Pixel-Kleinmenge zufriedengeben. Das aber bitte als regelrechte Notlösung verstehen, denn das sollte auf keinen Fall zur Normform werden. Viele Fotografen machen das so. Du weißt, davon halte ich nicht viel bis nichts.
[Anmerkung: Ich habe die linke kleine Blüte samt unscharfem Käfer komplett entfernt.]
Lieber Gruß,
Roland
Ausschnitt
MOD
Hallo Roland,…
Hallo Roland,
ich danke dir. Ich hätte das nicht hinbekommen. Werde das nächste mal besser aufpassen!!! Dieses extreme Beschneiden finde ich auch nicht schön. Eigentlich ist es ein gutes Motiv mit schlechter Umsetzug.
Schönen Abend noch dir
liebe Grüße
Gabi
Lieber Roland…
Lieber Roland
Kompliment - wie du dir Zeit nimmst und uns Laien die (Makro-) Welt erklärst. Klasse! Ich bin einmal mehr beeindruckt. Einzige Hoffnung: Die Spinne scheint mir nahe am Verhungern zu sein, und deshlab nimmt sie auch mit kleinster Beute vorlieb und deshalb schielt sie nach links unten und deshalb haben Gabi und ich zu je einem Prozent recht und du zu 98%.
Und das nächste Mal wird Gabi - und ich werde es auch - warten, bis sich so eine richtig fette Hummel auf die Blüte setzt, dann werden wird sportsmässig die Attacke der Spinnen im Serienbild verewigen.
Mit einem lieben Gruss
Mandi
ADMIN
Hallo Mandi,…
Hallo Mandi,
guter Gedanke. Dass die Krabbenspinne kurz vor dem Verhungern sein könnte, habe ich nicht bedacht. Deshalb erhöhen wir auf 10%, sowohl bei Dir als auch natürlich bei Gabi :-).
Lieber Gruß,
Roland
MOD
siehe unten
siehe unten
Guten Morgen!
Schaut mal, was ich noch gefunden habe. Das hatte ich verworfen wegen den dunklen Ecken und weil die vermeintliche " Beute" nicht zu sehen war. Ich fand es nicht so schön und eher langweilig. So wie du uns das beim Workshop gesagt hast, Roland, schleiche ich um das Motiv und mache aus verschiedenen Perspektiven Fotos. :-)
Liebe Grüße
Gabi
ADMIN
Hallo Gabi,…
Hallo Gabi,
ja, das sind die Vorteile, wenn man eine kleine Foto-Orgie macht...
Es wist überlegenswert, den Blütenstand der Schafgarbe gerade zu drehen (sprich: genau senkrecht zu stellen). So ein bisschen schief sieht so aus, als hätte man es nicht geschafft mit dem "gerade", sich aber auch nicht getraut, es richtig schief zu setzen :-).
Lieber Gruß,
Roland
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