Hornfliege auf Papierblume

Diese hübsche Fliege habe ich heute in meinem Garten entdeckt. Sie hatte es sich auf einer Papierblume gemütlich gemacht. Diese Fliege habe ich vorher noch nie gesehen. Es müsste sich um eine gepunktete Hornfliege handeln. Es ist ein Stack aus 15 Bildern, freihand aufgenommen und mit Helico Focus zusammengesetzt. Da es schon recht dunkel war bin ich auf ISO 1600 gegangen und habe die Einzelbilder entrauscht.

Kommentare

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Udo,

hier hast du eine voll interessante Fliege fotografiert. Das Foto als Ganzes betrachtet gefällt mir sehr gut: gefälliger Hintergrund, ansprechende Bildaufteilung und tolle Farbwirkung der bunten Fliege in der grün-weißen Umgebung.

Schauen wir uns den Stack etwas genauer an:

  • das infolge der ISO 1600 notwendige Entrauschen ist zwar recht gut gelungen, aber es führt zu einer ziemlich starken Glättung des Bildes. Das sieht man schön, wenn man es in 1:1 anschaut. Da wirkt die Fliege vor dem Hintergrund fast ein wenig künstlich (v.a. der Kopf und der Thorax).
     
  • es sind an mehreren Stellen (kleine) Halos vorhanden (z.B. dort, wo die Beine den Blütenrand „berühren“ oder sich selbst kreuzen)
     
  • die Fühlerspitzen (da schaut man hin!) scheinen sich beim Stack bewegt zu haben, sie haben nicht die Schärfe, die möglich wäre. Fatal: Diese hornartig lang nach vorne gestreckten Fühler sind auch noch namengebend für die Hornliegen. Es ist also etwas schade, wenn genau die dann nicht die volle Schärfe haben, die man von einem Stack so gerne erwartet.


Ansätze zur "Verbesserung":

  • Wenn irgendwie möglich, im Makrobereich ISO Werte über 400 vermeiden. Wenn es nicht anders geht, muss man mit den Folgen leben (s.o.), das ist dann eben so. Aber wenn es anders geht oder man eine entsprechende andere Situation sucht, ist dies fast immer günstiger.

    Hier in dem Fall wäre ggf. noch Luft bei der Verschlusszeit gewesen; eine Verdoppelung hätte zur Halbierung des ISO-Wertes auf 800 geführt. Auch das ist schon etwas anderes als ISO1600. Und eine 1/160s kann man mit etwas Übung noch gut halten – vorausgesetzt, der Wind pfuscht nicht dazwischen.
     
  • Unbedingt darauf achten, dass während der Erstellung der Stackreihe vor allem Bereiche des Kopfes völlig bewegungsfrei bleiben (z.B. Fühler) – denn dort schaut der Betrachter als erstes hin.
     
  • Die kleinen Halos lassen sich im Nachhinein noch gut retuscheln.


Übrigens: Diese Hornfliegen, von denen es Deutschland fast 100 (!) Arten gibt, sind völlig verschärfte Teile. Mit ihren verlängerten und hornartig nach vorne gebogenen Fühlern haben sie ein ganz eigenartiges Aussehen. Hinzu kommen bei einigen Arten auffällige gitterförmige Flügelzeichnungen – so wie auch bei der von dir hier fotografierten Art.

Ordentliche Gärtner werden sich freuen, wenn sie diese Fliegen im Garten haben. Denn ihre Larven ernähren sich räuberisch von Schnecken 😅.
Umgekehrt gilt das aber auch: Ohne Schnecken keine Hornfliegen. So ist das häufig in der Natur...

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"
Roland

Profile picture for user Udo
Makronist

Hallo Roland,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Analyse und auch für die interessanten Infos zu dieser Fliege. Tatsächlich habe ich jede Menge Schnecken im Garten :-)

Mit der Verschlußzeit hast Du sicher Recht, aber da habe ich mich nicht so richtig getraut aus Angst zu verwackeln. Da werde ich mich beim nächsten Mal etwas mehr trauen. Tatsächlich haben sich die Fühlerspitzen wohl bewegt, jedenfalls waren sie auf keinem Bild scharf abgebildet. Jetzt wo ich weiß, dass sie sogar namensgebend sind, ist das nochmal etwas ärgerlicher.

Also wird weiter fleißig geübt, auf das es beim nächsten Mal noch einen Ticken besser wird!

Viele Grüße

Udo

Neuen Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich angezeigt. Deine Emailadresse ist nötig, um Dich über neue Antworten zu informieren.