Hummel auf Sonnenhut

Hallo zusammen,

ich bin relativ neu in der Makro-Fotografie und noch in der Lernphase.

Ich probiere viel aus und hoffe hier einige Tipps und Tricks von erfahrenen Fotografen mitzubekommen.

Dieses Bild stammt aus dem Spätherbst. 

Aufgenommen mit einer Canon EOS 77d mit einem Tamron 55-200 bei 200mm

Bearbeitet habe ich mit DXO Photolab 2 

Über Kritik und Anregungen würde ich mich sehr freuen. 

Gruß

Thorsten

Kommentare

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ADMIN

Hallo Thorsten,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Da ist Dir ein Foto von einer Hummel auf Augenhöhe gelungen. Zudem ist die Hummel dem Bildbetrachter zugewandt. Diese Position ist sehr attraktiv.

Gehen wir verschiedene Punkte des Fotos einzel durch:

Bildaufteilung

Du hast das Hauptmotiv bildmittig positioniert. Bildwirksamer ist eine Positionierung in eine der beiden Bildhälften. Hier bei diesem Beispiel hätte sich die linke Bildhälfte angeboten, da die Hummel leicht schräg sitzt und sich dann in Richtung rechte Bildhälfte – also ins Bild hinein – orientiert hätte.
Zusätzlich ist es sinnvoll, sie etwas nach oben zu schieben, auf die sogenannte Drittellinie; das ist die obere gedachte Querlinie, wenn man das Bild in der Horizontalen mit zwei Linien drittelt.

Ich spreche hier klassische Bildwirkung an. Wenn Du diese kleinen Regeln anwendest, wird das Bild ohne weitere Veränderung deutlich harmonischer.

Schärfepunkt

Im Großen und Ganzen wirkt die Hummel scharf. Schaut man aber genau hin, liegt der Schärfepunkt der Blende 8.0 auf der Brust der Hummel, also hinter den Augen, hinter dem Gesicht. Damit sind die Augen selbst unscharf.

Es ist schon fast ein MUSS, dass Augen von fotografierten Tieren scharf sein müssen, erst recht, wenn sie dem Bildbetrachter zugewandt sind. Wir Menschen (und übrigens auch viele Tiere) schauen zuerst auf die Augen. Und die müssen scharf sein, sonst ist diese optische Kontaktaufnahme stark gestört.

Also: Schärfe immer auf die Augen! Darauf musst Du während des ganzen Fotografier-Prozesses achten. Das muss in Fleisch und Blut übergehen...

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe ist in Ordnung. Mit Blende 8.0 hast Du eine gute Wahl getätigt. Das "Problem" liegt beim nach hinten verrutschten Schärfepunkt.

ISO-Wert

Der ISO-Wert 1600 ist für ein Makrofoto sehr hoch – eigentlich zu hoch. Die Folge ist starkes Bildrauschen.

Klar, die modernen Sensoren von heute sind in der Lage, mit relativ hohen IKSO-Werten durchaus brauchbare Fotos zu erzeugen. Aber bezüglich dieses Punktes ist die Makrofotografie ziemlich erbarmungslos. Makrofotografie arbeitet kleinste Details heraus – und die will der Betrachter "störungsfrei" betrachten. Hier macht sich jedes Rauschen negativ bemerkbar. In der Makrofotografie hängt also diese Latte ziemlich hoch.

Bei dem Foto von der Hummel wäre allerdings dieser hohe ISO-Wert auch gar nicht nötig gewesen. Deine Verschlusszeit von 1/1000s ist bei diesem nicht ganz so großen Abbildungsmaßstab recht komfortabel. Da hätten durchaus auch 1/250s gereicht. Damit hättest Du den ISO-Wert auf ca. 250 senken können. Dann wäre das Rauschen deutlich geringer ausgefallen – bei ansonsten unveränderten Parametern.

Achte also immer auf Blende und Zeit. Hier darfst Du bei der Makrofotografie nichts "verschenken". Jede Blendenstufe, die Du weiter öffnen kannst (unter Gewährleistung der notwendigen Schärfentiefe!), sowie jede Verlängerung der Verschlusszeit (unter Gewährleistung der Vermeidung von Verwacklungen!) sollte zu einer Optimierung des ISO-Wertes führen.


So, das war nun eine ganze Menge. Gehe bei all diesen Punkten schrittweise vor. Achte also auf einen Punkt nach dem anderen, erst einmal nicht auf alle gleichzeitig; das kommt später. Wichtig ist, dass Du WEISST, worauf Du achten musst! Dann wirst Du rasch Fortschritte machen.

Und: Das ändert alles nichts daran, dass es Spaß macht, bei Deinem Bild der Hummel auf Augenhöhe begegnen zu können :-).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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