Noch ein Spätzünder?

Hallo,

Rolands wunderschönes Bild hat mich verleitet, hier meine fast ersten Vintage Versuche einzustellen. Die Fotos entstanden gestern in einem herbstlichen Wald, zwar am Wegesrand aber doch mit relativ wenig Licht. Leider weiß ich nicht mal, wie das Blümchen heißt, welches mich da so verzaubert hat. Es könnte eine andere Art Storchenschnabel sein, deswegen habe ich es erstmal so betitelt und hoffe, ich werde eines besseren belehrt.

Bin gespannt auf eure Kommentare. Das die Schärfe nicht immer ganz genau ist, habe ich gemerkt ; ). Ich übe noch mit dem Helios.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Birgit,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Jawohl, ein "Spätzünder". Klasse! Es ist ein Storchschnabel (Geranium sp.), Du liegst also richtig. Und die schieben auch jetzt im Oktober insbesondere an sonnig-warmen Gehölzrändern noch vereinzelte Blüten.

Bei Bild 1 und 3 zeigt das tolle Helios (ich vermute mal, das Helios 44-2) ein wenig von dem, was es kann – es lässt tatsächlich nur ein ganz bisschen seine Muskeln zucken, berührt quasi mit seinem Pinsel ganz leicht die Leinwand :-); denn es kann deutlich mehr, deutlich wilder. Aber diese beiden Fotos haben Hintergrundstrukturen. Bei Bild 1 hast Du sehr schön in die rechte Bildhälfte die reifenden Früchte – die "Storchschnäbel" – platziert. Und in Bild 3 befinden sich grüne Laubblätter des Storchschnabels im Hintergrund. An solchen Strukturen kann das Helios angreifen. Hier kann es seinen Pinsel wetzen :-). Sieht toll aus.

In Bild 2 dagegen sind kaum Strukturen im Hintergrund vorhanden. Dadurch verfügt es über ein wesentlich homogeneres Bokeh. Das sind dann die Fälle, in denen ein modernes Makroobjektiv besser abschneidet. Warum? Weil es zum einen in einem solchen Fall den Hintergrund ähnlich homogen wiedergibt wie das Helios, auf der anderen Seite aber bei der Abbildung des Hauptmotivs im Vorteil ist; die Storchschnabelblüte wird schärfer und brillanter abgebildet.

Du hast hier also drei Fotos eingestellt, die eine Menge Informationen liefern. Schau Dir diese drei Fotos genau an. Studiere hierbei nicht nur das Hauptmotiv, sondern auch die Hintergründe. Wie werden Unschärfen wiedergegeben? Welche Unterschiede gibt es in der Darstellung dieser Unschärfen? Warum gibt es diese Unterschiede.

Wenn Du auf diese Weise Deine Bilder interpretierst, wirst Du sie bald verstehen. Dann wirst Du Dein Vintage-Objektivschätzchen immer gezielter einsetzen können und es mit immer mehr Freude Gassi führen. Und glaube mir: Dann dauert es nicht mehr lange, und Du bist infiziert! Das ist der VV – der Vintage-Virus. Aber was sag´ ich. Schau Dir einfach Deinen Mann an, dann weißt Du, was der VV ist und wie ein Mensch aussieht, der ihn hat – und nicht mehr los wird :-).

Ich wünsche Dir viel Freude mit dieser neuen, hammer-krassen und hochkreativen Art zu fotografieren.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

[Anmerkung: Es gibt verschiedene Helios-Objektive, insbesondere verschiedene Helios 44er. Sie unterscheiden sich ein wenig voneinander. Deshalb ist es günstig, wenn Du bei weiteren Bildeinstellungen das Helios-Objektiv etwas genauer angibst, z.B. Helios 44-2 2.0/58mm. Dann ist klar formuliert, um welches Vintage-Objektiv es sich handelt.]

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Erstellt von Birgit Heymer (nicht überprüft) on Di, 13/10/2020 - 17:54 Permanenter Link

Hallo Roland,

vielen Dank für deine ausführliche Bilderbesprechung. Ich freue mich darüber und du hilfst mir damit sehr weiter und außerdem weiß ich jetzt, warum das Blümchen Storchschnabel heißt. Interessant! Und: Infiziert bin ich schon : ). Ist scheinbar ansteckend in unserer Familie das Virus, aber das nehme ich gerne.

Danke und viele Grüße von

Birgit

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