Rote Waldameise?

Hallo zusammen,

ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich die Rote Waldameise ist. Roland, bestimmt kannst du wieder helfen :-) Ich hab jedenfalls noch nie so eine große Ameise gesehen und war hin und weg! Kann das vielleicht sogar eine Königin sein? Die "normalen" Ameisen sahen dagegen wie Zwergameisen aus. Bei uns ist dieses Jahr nicht wirklich viel los im Garten ... Hummeln, Bienen und Schmetterlinge sehe ich sehr selten :-( NICHT GUT!!! Selbst Schnecken gibt es kaum. Wie sieht es bei Euch so aus? 

Viele Grüße aus Rangsdorf

Christine

Kommentare

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ADMIN

Hallo Tine,

melde mich mit ein wenig "Verspätung", weil wir ja am Wochenende die MAKROTAGE durchgeführt haben.

Ich kann anhand der Fotos nicht eindeutig sagen, um welche Ameise es sich handelt. Es könnte eine Ameise der Gattung Formica sein, und damit eventuell tatsächlich die Rote Waldameise (Formica rufa), aber sicher ist das nicht.

Deine Beobachtungen zur zurückgehenden Häufigkeit von Insekten werden von vielen anderen Makronisten bestätigt. Auch bei den MAKROTAGEN habe ich sehr häufig von solchen oder ähnlichen Feststellungen berichtet bekommen.
So wichtig und scheinbar auch erst einmal eindeutig solche Beobachtungen auch sind, so muss doch berücksichtig werden, dass gerade Insekten und auch andere Kleintiere von Natur aus großen Schwankungen unterliegen. Die können wetterbedingt (aktuelles Jahr und Vorjahre!), aber auch in der eigenen Entwicklungs-Biologie begründet liegen. Bei mir im Garten sind beispielsweise dieses Jahr mehr Arten und auch mehr Individuen (je Art) als im vergangenen Jahr da. Und auch die (leidlichen) Schnecken fressen uns hier bald auf :-).

Wissenschaftlich korrekte und damit souveräne Aussagen über die Populations-Entwicklung von Insekten kann man also nur mittels Beobachtungen und Bestandserfassungen über einen ziemlich langen Zeitraum treffen (sehr viele Jahre). Dennoch besteht natürlich eine absolute Berechtigung dahingehend, mit "offenen Augen" rumzulaufen und Dichteschwankungen der mit uns zusammen hier auf diesem Planeten lebenden Kleintieren – und hierzu zählen auch die Insekten – bewusst wahrzunehmen. Nur unter dieser Voraussetzung werden wir dann auch mit der Zeit bemerken, wenn tatsächlich alarmierende Populations-Zusammenbrüche auftreten, so wie es zur Zeit der Fall ist.

Insofern wäre es in der Tat interessant zu erfahren, in welche Richtung Beobachtungen anderer Makronisten diesbezüglich gehen. Einige haben hier bei Makrotreff von gleichen Beobachtungen bzw. Wahrnehmungen berichtet, wie Du sie zur Zeit machst. Auch ich fände es sehr interessant, hier noch mehr zu erfahren...

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Christine, hallo Roland,

entgegen dem aktuellen Trend haben wir hier das Gefühl, es wimmelt von Insekten. Zumindest quantitativ, über die Artenvielfalt möchte ich keine Einschätzung abgeben. Im Vergeich zu den letzten beiden Jahren, die erbärmlich waren, fallen die Tierchen geradezu über uns her. Nicht nur die Mücken, Bremsen und Schnepfenfliegen, auch die Wildbienen, die fast alle Lüftungsschlitze unserer Kunststofffenster besetzten. Öffnete ich mal eins, fielen mir die Maden entgegen... Also blieben die meisten zu (und ich freute mich, nicht nur über die vielen Bienen, sondern auch, dass ich eine begründete Ausrede gegen Fensterputzen hatte ;-)).

Nach einer Wohnmobiltour in den Nordosten konnten wir nach kurzer Zeit kaum noch durch die Scheibe sehen, und beim Fahrradfahren muss man den Mund möglichst geschlossen halten... Und nach einer Fototour ins Venner Moor half mir auch Autan nicht, ich war überall zerstochen... Was aber wirklich beängstigend ist:  Eine Bekannte aus Gronau wurde durch einen INSEKTENSTICH mit Borreliose infiziert! In NRW besteht eigentlich keine Impfempfehlung, und dass Insekten den Erreger von mit Zecken infizierten Tieren, die sie gestochen haben, an den Menschen übertragen, war mir neu. Und: Eine Eichenprozessionsspinnerplage führt in der direkten Umgebung dazu, dass Schulen und Kindergärten geschlossen werden!...

Wenn ich es nicht aus den Nachrichten wüsste, käme ich jedenfalls nicht auf die Idee, dass wir einen Insektenmangel haben...

Liebe Grüße

Erika

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Hallo, 

die Bilder vom letzten Wochenende habe ich mir natürlich schon angesehen :-) Schade, dass ich nicht dabei sein konnte/kann ... wir sind jetzt jedes Wochenende im "Hochzeitsfieber"! Aber irgendwann klappt es bestimmt mal.

Es freut mich zu hören, dass es in anderen Regionen mehr Insekten gibt. Im vorigen Jahr haben wir uns auch gewundert, warum wir anfangs kaum Hummel gesehen haben ... Grund war eine riesige Bienenweide von den Landwirten in unserer Nähe. Die Freude war groß ... dieses Jahr gibt es keine, jedenfalls haben wir noch keine entdeckt. Die Gartenvögel fressen uns jedenfalls dieses Jahr (wir füttern das ganze Jahr) förmlich die "Haare vom Kopf" :-) und meine Haferflocken sind der absolute Renner. Ich vermute mal, die finden auch nicht ausreichend Insekten ... vielleicht auch ein bisschen verwöhnt :-)  In den letzten Jahren ging es am Futterhaus nur bis Ende April heiß her, als die Zugvögel zurück gekommen sind. Sicher hast du Recht Roland, wenn du sagst, dass es immer Schwankungen gibt und geben wird. 

Wir haben jedenfalls z.Zt. ganz viel Freude mit unserem "Vogel-Kinder-Garten" da draußen, denn alle bringen jetzt die Kleinen mit ... Buntspecht, Kohlmeise, Blaumeise und wie sie alle heißen. Und abends kommen 3 Igel. Da geht einem das Herz auf und ich muss aufpassen, dass ich nicht das Arbeiten :-( vergesse... grins. 

Ich wünsche Euch noch eine schöne, sonnige Restwoche,

herzliche Grüße aus Rangsdorf,

Tine

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ADMIN

Hallo Erika, hallo Tine,

Insekten-Populationen können von Natur aus enormen Schwankungen unterliegen. Es ist wesentlich, das zu erkennen und dann auch zu wissen. Somit müssen sich solide Bestandserhebungen über viele Jahre bis Jahrzehnte erstrecken. Und genau das kennzeichnet die hervorragenden Untersuchungen der Krefelder Insektenforscher (Krefelder Studie). Das sind absolute Top-Fachleute, die genau wissen, was sie tun. Und sie haben genau das richtige gemacht. Sie haben unter peinlichst genauer Beibehaltung sämtlicher Rahmenbedingungen über sehr viele Jahre Erhebungen durchgeführt. Und über diesen langen Zeitraum kam dann das höchst erschreckende Ausmaß eines deutlichen Insekten-Rückgangs zutage. Diese Vorgehensweise ist äußerst korrekt.

Wenn wir dieses Jahr je nach Region oder auch darüber hinaus mal mehr oder auch weniger Insekten finden als im vergangenen Jahr oder das Jahr davor, dann sagt dies nicht viel über die Gesamtlage aus. Solche Schwankungen gab´s immer, sind Teil der Überlebensstrategien vielen Insektenarten und damit "normal". Dennoch findet das alles auf einem deutlich geringeren Level statt als beispielsweise noch vor 20 oder 40 Jahren.

Liebe Grüße,

Roland

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