zunächst einmal herzlich willkommen bei Makrotreff!
Du hast ein zu dieser Jahreszeit super passendes Motiv eingestellt: eine Herbstanemonen-Blüte in bestem Naturlicht! Genau in diesem Licht liegt auch der Hauptreiz dieses Motivs, das sehe ich genau so wie Du.
Schärfe, Brillanz und, wie gesagt, das Licht sind sehr gut. Sehr gut ist auch, dass die weißen Blütenbereiche nicht ausgefressen sind.
Etwas nachdenklich macht mich der von Dir gewählt Ausschnitt. Du hast die Blüte angeschnitten - aber nur an zwei Seiten. Dafür ist aber auf der rechten Seite des Bildes ein dunkler, relativ uninteressanter Hintergrund mit drauf, mit zudem zwei hellen, etwas störenden Streifen. Nun habe ich nicht die "ganze Zeremonie" gesehen, weiß also nicht, was dort war, wo Du als Fotograf die Beschnitte vorgenommen hast. (Aber Du musst als Fotograf immer mit einbeziehen, dass genau dass das Problem des Betrachters ist - aber auch nicht dessen Aufgabe!)
Ich würde zwei andere Möglichkeiten des Ausschnitts bevorzugen:
Entweder die Blüte selbst gar nicht beschneiden, sondern komplett aufs Bild bringen, relativ nah an den Bildrand, jedoch mit genügend "Rahmen"-Abstand zu den Rändern.
Oder einen noch engeren Ausschnitt, der dann aber die Blüte an allen vier Seiten beschneidet. Das Hauptmotiv würde sich in diesem Falle zusammensetzen aus dem eigentlichen Mittelteil der Blüte mit den Staubgefäßen sowie dem kleinen, gebogenen Blütenblatt rechts daneben - hier bricht sich das Licht super ansprechend. Sowas mag das Betrachterauge! Damit würde dann auch das eigentliche "Auge" der Blüte (Staubgefäße) leicht nach links wandern und nicht mittig im Bild platziert sein. Ich glaube, das hätte dann eine sehr schöne und harmonische Gesamtwirkung.
Wichtig ist hier, das "Besondere" zu betonen. Und das ist, wie Du es oben beschrieben hast, tatsächlich der schräge Lichteinfall. Der ist fantastisch!
Noch eine Kleinigkeit: Dieses Motiv strahlt "Reinheit" aus. Diese Aussage ist von alleine da, da kannst Du nicht viel steuern. Aber - die Blüte ist nicht rein! Und das sieht man auf solch brillanten Fotos mit Vergrößerungseffekt - und zwar mehr als mit bloßem Auge. Deshalb: Säubere die Blüte nachträglich. Entferne die dunklen Punkte und Flecken auf den weißen Blättern per Bildnachbearbeitung. Erst dann ist die "Reinheit" auch wirklich rein :-) .
danke für Deinen Kommentar. Es ist wirklich nicht einfach, alle Parameter für ein gutes Foto zu beachten. Es herrschte leichter Wind und die Blüte bewegte sich stark hin und her. Eine Möglichkeit sie zu fixieren hatte ich nicht. Da hätte ich vermutlich noch mehrere Bilder machen sollen. So war der Beschnitt schon auf dem Orginal vorhanden :-(
Die Flecken auf der Blüte hab ich auch erst später auf dem Foto bemerkt. Einige wurden bereits entfernt, ich war aber für Dein geschultes Auge nicht gründlich genug.
Als Alternative habe ich Deinen zweiten Vorschlag aufgegriffen und einen engeren Ausschnitt gewählt. Zudem bin ich nochmal mit dem Staubsauger über die Blüte gefahren.
jawohl, dieses Bild ist deutlich harmonischer. Dies liegt vor allem daran, dass es sich auf das Wesentliche reduziert. In der Fotografie gilt sehr oft: "Weniger ist mehr". Jetzt kommt das tolle Licht im Zusammenspiel mit der Blüte noch besser zur Geltung.
Aber dennoch einige kleine Anmerkungen:
Bildausschnitt:
Das ganze ein wenig nach oben fahren, sodass die Blüte mit den Staubgefäßen mittig sitzt.
Licht:
Die unteren Staubgefäße saufen ein wenig ab.
TIPP: Hier würde etwas Aufhellung per Bildnachbearbeitung gut tun.
Schärfe:
Das Bild ist leicht überschärft. Falls Du im RAW-Format fotografiert hast, kein Problem.
TIPP: Generell etwas defensiver beim Schärfen vorgehen. Mit dem Schärfen kann man auch viel Schaden anrichten.
Alles in allem ein tolles Makrobild. Insbesondere die Lichtstimmung besticht!
Licht:
Der Tipp mit dem Aufhellen war gut, das Bild sieht jetzt harmonischer aus.
Bildausschnitt:
Mit dem richtigen Bildausschnitt hab ich ständig Probleme. Als Linkshänder (und Querdenker) sind für mich oft horizontal getauschte Fotos angenehmer als die üblicherweise propagierten Anordnungen. Da frage ich manchmal meine Frau, was besser aussieht. Meist haben wir (in Bezug auf die Fotos) gegensätzliche Meinungen.
Schärfe:
Das Foto habe ich im RAW Format aufgenommen und mit CaptureOne bearbeitet. Die Parameter für Schärfung hatte ich mal aus einem Forum übernommen und nicht mehr hinterfragt.
Beim erneuten Suchen habe ich festgestellt, dass diese Werte tatsächlich sehr hoch eingestellt waren.
das mit dem "Querdenker" KANN nur von Vorteil sein! Das ist die halbe Garantie für ANDERE Fotos! Bloß nicht aufgeben ...
Wenn Du die RAW-Grundlage hast und in CaptureOne bearbeitest, bist Du super aufgestellt.
Mit im Netz kursierenden Schärfungs-Werten empfiehlt es sich, sehr vorsichtig umzugehen und sie immer skeptisch zu hinterfragen. Generell ist es sinnvoll, seinen Workflow so einzurichten, dass die Erstschärfung für die Ablage ins Archiv sehr konservativ vorgenommen wird. Anschließend kann dann - je nach Verwendung (und das ist dann sehr unterschiedlich!) - vorsichtig nachgeschärft werden.
Kommentare
ADMIN
Hallo RemstalPepe,…
Hallo RemstalPepe,
zunächst einmal herzlich willkommen bei Makrotreff!
Du hast ein zu dieser Jahreszeit super passendes Motiv eingestellt: eine Herbstanemonen-Blüte in bestem Naturlicht! Genau in diesem Licht liegt auch der Hauptreiz dieses Motivs, das sehe ich genau so wie Du.
Schärfe, Brillanz und, wie gesagt, das Licht sind sehr gut. Sehr gut ist auch, dass die weißen Blütenbereiche nicht ausgefressen sind.
Etwas nachdenklich macht mich der von Dir gewählt Ausschnitt. Du hast die Blüte angeschnitten - aber nur an zwei Seiten. Dafür ist aber auf der rechten Seite des Bildes ein dunkler, relativ uninteressanter Hintergrund mit drauf, mit zudem zwei hellen, etwas störenden Streifen. Nun habe ich nicht die "ganze Zeremonie" gesehen, weiß also nicht, was dort war, wo Du als Fotograf die Beschnitte vorgenommen hast. (Aber Du musst als Fotograf immer mit einbeziehen, dass genau dass das Problem des Betrachters ist - aber auch nicht dessen Aufgabe!)
Ich würde zwei andere Möglichkeiten des Ausschnitts bevorzugen:
Entweder die Blüte selbst gar nicht beschneiden, sondern komplett aufs Bild bringen, relativ nah an den Bildrand, jedoch mit genügend "Rahmen"-Abstand zu den Rändern.
Oder einen noch engeren Ausschnitt, der dann aber die Blüte an allen vier Seiten beschneidet. Das Hauptmotiv würde sich in diesem Falle zusammensetzen aus dem eigentlichen Mittelteil der Blüte mit den Staubgefäßen sowie dem kleinen, gebogenen Blütenblatt rechts daneben - hier bricht sich das Licht super ansprechend. Sowas mag das Betrachterauge! Damit würde dann auch das eigentliche "Auge" der Blüte (Staubgefäße) leicht nach links wandern und nicht mittig im Bild platziert sein. Ich glaube, das hätte dann eine sehr schöne und harmonische Gesamtwirkung.
Wichtig ist hier, das "Besondere" zu betonen. Und das ist, wie Du es oben beschrieben hast, tatsächlich der schräge Lichteinfall. Der ist fantastisch!
Noch eine Kleinigkeit: Dieses Motiv strahlt "Reinheit" aus. Diese Aussage ist von alleine da, da kannst Du nicht viel steuern. Aber - die Blüte ist nicht rein! Und das sieht man auf solch brillanten Fotos mit Vergrößerungseffekt - und zwar mehr als mit bloßem Auge. Deshalb: Säubere die Blüte nachträglich. Entferne die dunklen Punkte und Flecken auf den weißen Blättern per Bildnachbearbeitung. Erst dann ist die "Reinheit" auch wirklich rein :-) .
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Roland,…
Hallo Roland,
danke für Deinen Kommentar. Es ist wirklich nicht einfach, alle Parameter für ein gutes Foto zu beachten. Es herrschte leichter Wind und die Blüte bewegte sich stark hin und her. Eine Möglichkeit sie zu fixieren hatte ich nicht. Da hätte ich vermutlich noch mehrere Bilder machen sollen. So war der Beschnitt schon auf dem Orginal vorhanden :-(
Die Flecken auf der Blüte hab ich auch erst später auf dem Foto bemerkt. Einige wurden bereits entfernt, ich war aber für Dein geschultes Auge nicht gründlich genug.
Als Alternative habe ich Deinen zweiten Vorschlag aufgegriffen und einen engeren Ausschnitt gewählt. Zudem bin ich nochmal mit dem Staubsauger über die Blüte gefahren.
ADMIN
Hallo RemstalPepe,…
Hallo RemstalPepe,
jawohl, dieses Bild ist deutlich harmonischer. Dies liegt vor allem daran, dass es sich auf das Wesentliche reduziert. In der Fotografie gilt sehr oft: "Weniger ist mehr". Jetzt kommt das tolle Licht im Zusammenspiel mit der Blüte noch besser zur Geltung.
Aber dennoch einige kleine Anmerkungen:
Bildausschnitt:
Das ganze ein wenig nach oben fahren, sodass die Blüte mit den Staubgefäßen mittig sitzt.
Licht:
Die unteren Staubgefäße saufen ein wenig ab.
TIPP: Hier würde etwas Aufhellung per Bildnachbearbeitung gut tun.
Schärfe:
Das Bild ist leicht überschärft. Falls Du im RAW-Format fotografiert hast, kein Problem.
TIPP: Generell etwas defensiver beim Schärfen vorgehen. Mit dem Schärfen kann man auch viel Schaden anrichten.
Alles in allem ein tolles Makrobild. Insbesondere die Lichtstimmung besticht!
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Roland…
Hallo Roland
Licht:
Der Tipp mit dem Aufhellen war gut, das Bild sieht jetzt harmonischer aus.
Bildausschnitt:
Mit dem richtigen Bildausschnitt hab ich ständig Probleme. Als Linkshänder (und Querdenker) sind für mich oft horizontal getauschte Fotos angenehmer als die üblicherweise propagierten Anordnungen. Da frage ich manchmal meine Frau, was besser aussieht. Meist haben wir (in Bezug auf die Fotos) gegensätzliche Meinungen.
Schärfe:
Das Foto habe ich im RAW Format aufgenommen und mit CaptureOne bearbeitet. Die Parameter für Schärfung hatte ich mal aus einem Forum übernommen und nicht mehr hinterfragt.
Beim erneuten Suchen habe ich festgestellt, dass diese Werte tatsächlich sehr hoch eingestellt waren.
Danke für die Tipps
und bis zum nächsten Foto
Peter
ADMIN
Hallo Peter,…
Hallo Peter,
das mit dem "Querdenker" KANN nur von Vorteil sein! Das ist die halbe Garantie für ANDERE Fotos! Bloß nicht aufgeben ...
Wenn Du die RAW-Grundlage hast und in CaptureOne bearbeitest, bist Du super aufgestellt.
Mit im Netz kursierenden Schärfungs-Werten empfiehlt es sich, sehr vorsichtig umzugehen und sie immer skeptisch zu hinterfragen. Generell ist es sinnvoll, seinen Workflow so einzurichten, dass die Erstschärfung für die Ablage ins Archiv sehr konservativ vorgenommen wird. Anschließend kann dann - je nach Verwendung (und das ist dann sehr unterschiedlich!) - vorsichtig nachgeschärft werden.
Lieber Gruß
Roland
Neuen Kommentar hinzufügen