Showroom-VINTAGE-Makrofoto

Gabelung

Am späten Nachmittag, der Schneefall hatte aufgehört, musste ich nochmal raus in unseren Garten. Dick eingepackt, mit Handschuhen und Mütze raus, frische Luft und schauen, was der Schnee so alles bewirkt hat. Obwohl ich mit der dicken Winterkleidung fast nicht mehr auf den Boden kam, gefiel mir der vertrocknete Halm im Schnee für einen erneuten Haiku-Versuch:

Gabelung-wohin?

Kälte streift den Horizont

Licht ebnet den Weg

 

Jetzt bin ich wieder im Warmen ;)

Zwischen Schuhspuren ein Blatt

Am 2. Weihnachtsfeiertag schnell mal frische Luft im Park geschnappt (neben vielen anderen auch). Das Bild ist entstanden, als ich mich auf einem viel begangenen Asphaltweg niedergekniet habe und an der Gebüschrabatte entlang geschaut habe, was da so wächst. Unter normalen Umständen für mich eher ein unangenehmer Ort, der keinerlei Begeisterung aufkommen lässt. Im Haiku-Modus aber durchaus eine Erinnerung wert.

Kalter Asphaltweg
zwischen Schuhspuren ein Blatt –
Atem wird Landschaft.

Schnee-Haiku Waldfenster

Schnee ist ein sogenanntes Kigo für den Winter, also ein Jahreszeitenwort für die kältesten Wochen des Jahres. Das dünne Ästchen ist – betrachtet durch unsere westlich konditionierte Fotobrille – der Inbegriff von unspektakulär. Er drückt perfekt die Belanglosigkeit und damit die Austauschbarkeit aller im Winter überdauernder Pflanzenteile aus, angedeutet durch die unscharfen Ästchen auf dem Boden und die – sind es Bäume und Sträucher? – im Hintergrund. Durch das Waldfenster strömt Eiseskälte in den Wald. Fühlst du auch den Winter im Wald? Riechst du die Kälte?