Krokus 02

Aufnahme im Frühjahr 2021 mit einer Sony 7 und dem Marko 90mm, Blende 8 bei 1/30 sek. Hintergrund schwarze Karte. 2/3 Unterbelichtung um die Wassertropfen zu verstärken. Mini-Stativ

Kommentare

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ADMIN

Hallo gersta,

herzlich willkommen bei Makrotreff! 

Der Ausschnitt dieser Blüte ist sehr ansprechend: Die Krokusblüte wird durch die drei angeschnittenen "starken" Blätter unten rechts, oben rechts und unten/Mitte links sehr "stabil" im Bild gehalten, sodass sich der Betrachter voll und ganz auf das Blüten-Innenleben und die tollen Wassertropfen konzentrieren kann.

Folgende Dinge spreche ich an:

Bildrauschen

Das Bild zeigt ein relativ starkes Rauschen. Einerseits wirkt es unter anderem aufgrund der Präsentation vor schwarzem Hintergrund recht attraktiv. Andererseits raubt es dem Bild ein wenig die Detailgenauigkeit, die das eingesetzte 90er Macro von Sony zu leisten imstande ist.

Mit welchem ISO-Wert hast Du das Foto aufgenommen?

Hintergrund

Du hast Dich bewusst für einen schwarzen Hintergrund als Kulisse für die Krokusblüte entschieden. Damit löst Du die Blüte aus ihrem Umfeld heraus und lenkst den Betrachterblick ohne Ablenkung auf die Blüte.

Klar, das kann man machen. Andererseits assoziiert dies ein wenig, es könne sich beim Krokus um eine nachts blühende Pflanze handeln – was natürlich nicht der Fall ist. Hier spielt der subjektive Geschmack eine große Rolle. Vor schwarzem Hintergrund wird die Blüte zum alleinigen Betrachtungs-Objekt, zum eigenständigen Kunstwerk – im Gegensatz zum eher Naturfoto-orientierten Bild eines Krokusses in seinem Umfeld. Beide Varianten sind möglich.

Licht

Du hast ein ruhiges, dezentes Licht gewählt, dessen Stärke nach hinten abnimmt.

Das ist zunächst einmal in Ordnung, weil dadurch Tiefe in die Blüte kommt. Es gibt jedoch in der Blüte ein Zentrum – nämlich die Griffel und die Staubbeutel. Sie stellen das eigentliche Hauptmotiv dar, hier fällt der Betrachterblick als erstes hin.
Vor allem die rechts herausschauenden Staubbeutel liegen leicht im Schatten. Sie hätten ein wenig mehr Licht vertragen – allerdings bestenfalls während der Aufnahme. Eine leichte zusätzliche Aufhellung durch eine weitere Lichtquelle hätte sie noch besser zur Geltung gebracht.

Ich spreche hier von einer leichten Aufhellung, die die gesamte, eher zurückhaltende Beleuchtung nicht zu stark dominiert. Denn dann wäre die durchgängig ruhige, ansprechende Stimmung des Fotos bestenfalls verändert, gegebenenfalls sogar zerstört. Aber diese Aufhellung wird sich kaum nachträglich mit entsprechender Wirkung auf die Staubbeutel bringen lassen. Das wird wahrscheinlich dann schnell künstlich wirken.

Schärfe

In Teilbereichen weist das Foto eine sehr gute Schärfe auf, die von dem eingesetzten Objektiv auch zu erwarten ist. Es liegen jedoch auch Unschärfen vor. Ich gehe davon aus, dass Du dieses Foto gestackt hast, ist das korrekt? Wenn ja, bitte ich Dich, dies auch bei künftigen Bildeinstellungen mit anzugeben.

Auf dem vorderen Blütenblatt weist ein Teilbereich nachlassende Schärfe auf, die daraus resultieren könnte, dass eine "Schärfescheibe" bei Stacken fehlt. Dies ist leider ein (kleines) technisches Manko. Beim Stacken ist es immer wichtig, leicht überlappend zu arbeiten, damit im Ergebnis keine Schärfelücken vorhanden sind.

Im Übrigen leidet die knackige Digital-Schärfe des eingesetzten Objektivs ein wenig unter dem oben bereits erwähnten starken Bildrauschen – was aber auch eine gewisse Bildwirkung entfaltet.

Fazit:
Ein feines Foto, das mit einem attraktiven Bildaufbau und ohne Ablenkung dem Betrachterblick die Schönheit einer tropfenbesetzten Krokusblüte offenbart – mit wenigen, kleinen Verbesserungsmöglichkeiten.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht" 

Roland

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Makronist

Hallo Roland, 

vielen Dank für die ausführliche und konstruktive Bildbesprechung.

Zu den Fragen: ISO 400 nicht gestackt, Kamera im manuellen Modus.

Da im reinen Schwarz kein Rauschen zu sehen war, habe ich die Artefakte auf der Blüte für feine Wassernebel gehalten. Die Aufnahme wurde im eigenen Garten kurz nach einem Regenguss aufgenommen. Es gibt eine Aufnahme mit helleren Einstellungen vor dem Regen.
Die Probleme bei dieser Aufnahme waren die Platzverhältnisse und die sehr knappe Schärfentiefe von nur knapp 4 mm.

Ich habe bei der Durchsicht festgestellt, daß fast alle Bilder Naturaufnahmen sind.Technische Makroaufnahmen habe ich keine gefunden.

Liegt bei Euch die Zielrichtung bei Naturaufnahmen?

Bis zum nächsten mal

viele Grüße

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ADMIN

Hallo gersta,

vielen Dank für Deine Antwort.

Das mit der Schärfe ist eine seltsame Sache. Auf dem nach unten rechts zeigenden Blatt befindet sich knapp unterhalb des großen Tropfens (oben am Blattansatz) eine schmale, quer verlaufende Unschärfezone. Woher kommt diese? Ich hätte das Foto zunächst auch nicht als Stack angesprochen, erst dieser Streifen machte mich stutzig, deshalb hatte ich nachgefragt. Da es sich nicht um einen Stack handelt, muss diese Unschärfe anders erklärbar sein – und sollte auch anders erklärt werden. Das ist sehr seltsam...

Du sprichst von einer Schärfeebene von 4mm. Hast Du dieses Foto beschnitten? Wenn ja, wie stark in etwa?

Du hast richtig gesehen, dass die meisten hier bei Makrotreff eingestellten Fotos Naturaufnahmen sind. Dies liegt daran, dass die meisten Makronisten zumindest früher oder später Naturmotive fotografieren und diese dann auch meistens in und mit ihrer natürlichen Umgebung. Hinzu kommt unsere bewusste biologische Ausrichtung bezüglich der Motive selbst.

Dennoch sind wir offen. Es liegt also keine Eingrenzung diesbezüglich vor, sodass auch jederzeit mehr künstlerisch oder technisch ausgerichtete Fotos willkommen sind.

Liebe Grüße 

Roland

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