Im Jahr 2020 habe ich meine ersten Versuche unternommen mit dem Freilandstacking.
An einem lauen Sommertag ohne Wind habe ich diese Lederwanzennymphe auf einer unreifen Himbeere entdeckt. Es ist ein Stack aus 205 Aufnahmen mit dem Olympus 60mm Makroobjektiv und einer Raynox DCR 250 Vorsatzlinse. Leider habe ich den vordersten Schärfepunkt am Fühler nicht richtig getroffen.
Verrechnet wurden mit Helicon Focus Methode C.
Eigentlich mag ich keine Wanzen auf meinen Himbeeren, da sie oft einen üblen Geruch und Geschmack hinterlassen, aber die Details zeigen mir, dass es sich doch um faszinierende Insekten handelt.
Kommentare
MOD
Hallo Gittifee, Wanzen …
Hallo Gittifee,
Wanzen sind wirklich faszinierend, hübsch und im Aussehen so verschieden. Es lohnt sich weiter damit zu beschäftigen. Ich bin mir ganz sicher, dass Du nach weiteren Beobachtungen draußen doch noch zum Fan werden könntest.:-)
Liebe Grüße
Gabi
ADMIN
Focus Stacking – große…
Focus Stacking – große Schärfebereiche
Hallo Gittifee,
Dein Bild zeigt eine gelungene Bildaufteilung aus attraktiver Perspektive. Beides ermöglicht dem Bildbetrachter eine Begegnung auf Augenhöhe mit dieser tollen Nymphe.
Fokus Stacking
Du hast die Wanzennymphe gestackt – oder besser formuliert, die Wanzennymphe inklusive der Himbeerfrucht, auf der sie sitzt. Hierbei handelt es sich um einen sehr großen Schärfebereich. Dazu möchte ich einige Aspekte ansprechen:
Schärfe-/Unschärfeübergang
Ein solch großer Stackbereich führt sehr häufig zu einem abrupten Übergang in die Unschärfen – ganz im Gegensatz zu den "normalen" Übergängen von Schärfe zu Unschärfen in der Fotografie und auch im Gegensatz zu unserem Sehen. Wir sehen diese Übergänge langsam zunehmend, ebenso wie die Blende eines Einzelfotos bei der Fotografie.
Wird nun ein großer Tiefenbereich gestackt und somit scharf abgebildet, "müsste" der Übergang in die Unschärfe entsprechend ausgedehnt sein, um natürlich zu wirken. Ist dies nicht der Fall, trifft die umgekehrte Wirkung zu: Das Bild wirkt etwas unnatürlich.
Unmittelbar hinter der Wanze befinden sich Strukturen in starker Schärfeauflösung. Sie entsprechen der Schärfentiefe der Blende 2.8 des 60mm-Makroobjektivs, da sie ja außerhalb des Stacking-Bereichs liegen. Die Wanze hingegen sowie die Himmbeere zeigen das Schärfeergebnis von der Summe von über 200 Einzelschärfen-Scheiben dieser Blende 2.8. Und beides in einem Foto passt nicht so wirklich zusammen. Es entsteht der oben beschriebene Bildeindruck.
Anregung:
Versuche mal, einen deutlich schmaleren Bereich zu stacken. Dem schaltest Du eine wichtige Frage vor:
Eine Antwort beim Foto oben könnte beispielsweise lauten: die Augen bzw. der Kopf sowie die auffallend langen Fühler der Nymphe. Wenn Du Dir zum Ziel setzt, ausschließlich diesen Bereich für den Stack heranzuziehen, werden allmähliche Schärfe/Unschärfeübergänge sowohl auf der Wanze (vor allem nach hinten) als auch auf der Himbeere einen natürlichen Eindruck hinterlassen; ein relativ schmaler Schärfebereich wäre auch auf der Himbeere vorhanden.
Der Schärfebereich dieses Vorschlags wäre nicht mit einem Einzelfoto bei Blende 2.8 zu erzielen. Man muss also hierzu einen Focus Stack erstellen – aber eben mit einem deutlich schmaleren Bereich, auf den dann das Betrachterauge gezielt gelenkt wird.
[Anmerkung: Ein Beispiel für nicht komplett durchgestackte Fotos mit exakt der gleichen Technik, die Du verwendet hast, findest Du in der MAKROFOTO-Spezialausgabe 3 – Natur im Garten auf Seite 47. Hier siehst Du, wie stark die Blicklenkung durch den ausgewählten Schärfebereich durch den Fotografen festgelegt werden kann, ohne einen unnatürlichen Bildeindruck zu erzeugen.]
Bei diesem Ansatz gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten für die Festlegung eines Schärfebereichs; dies kann und muss man immer wieder individuell entscheiden und festlegen. Wichtig hierbei ist das Bewusstsein, dass der Fotograf damit den Betrachterblick lenkt – egal, ob er will oder nicht, ob er das bewusst oder unbewusst macht.
Auch Du lenkst mit Deiner Entscheidung, einen so großen Schärfebereich anzubieten, den Betrachterblick. Ich weiß beispielsweise kaum, wofür ich mich bei Schauen entscheiden soll: für die Nymphe oder die tolle Struktur der Himbeer-Oberfläche; beides ist interessant – und konkurriert miteinander.
Du kannst ja einfach mal so zum Austesten einen Stack mit ausschließlich den Einzelfotos erstellen, die den oben beschriebenen Bereich im Motiv abdecken; Du hast ja diese Einzelfotos. Du brauchst einfach nur weniger zum Zusammenrechnen herzunehmen...
Sonstiges
Technisch gesehen ist der Fokus Stack gut gelungen und relativ sauber. Einige Halos bzw. deren "Reparaturstellen" sind noch vorhanden, so beispielsweise oberhalb des linken Fühlers.
Einen kleinen technischen "Fehler" gibt es: Die Fühlerspitze des rechten Fühlers wird von keiner Schärfescheibe erfasst – und ist somit unscharf. Aber das hast Du sicherlich selbst bereits gemerkt :-).
Ich spreche hier viel Grundsätzliches an. Das ändert nichts daran, dass Du mit Deiner Bildeinstellung einen tollen Einblick in die von Dir oben angesprochenen Details ermöglichst.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"
Roland
Hallo Roland, vielen Dank…
Hallo Roland, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und die Anregungen.
Ich habe ausnahmsweise noch die Einzelbilder der Nymphe und werde noch mal deine Tipps beherzigen und die Wanze noch mal neu in verschiedenen Versionen stacken.
Ein schönes Wochenende, Gittifee
Hallo Gitti! das eine Bild…
Hallo Gitti! das eine Bild ist keine Larve einer Wanze sondern die Raupe eines Schwalbenschwanzes auf einem Karottenblatt.
ADMIN
Hallo Erich Burschowsky,Du…
Hallo Erich Burschowsky,
Du bist beim falschen Bild unterwegs. Die Schwalbenschwanz-Larve auf dem Karottenblatt ist auf einem anderen Bild – von Giti richtig betitelt.
https://www.makro-treff.de/de/galerie/raupe-von-schwalbenschwanz-auf-ga…
Trotzdem danke für den Hinweis :-).
Liebe Grüße
Roland
Hallo Roland, ich habe mir…
Hallo Roland, ich habe mir die Einzelbilder der Lederwanzennymphe noch mal vorgenommen und einen Stack mit nur 96 Bildern gemacht, um den Fokus mehr auf den Kopf und die Fühler der Wanze zu legen.
Gittifee
ADMIN
Hallo Gittifee, ja, nun…
Hallo Gittifee,
ja, nun bleibt der Betrachterblick erst einmal deutlich und länger bei der Wanze hängen; der Unterschied ist enorm. Durch den Verlauf des Hinterleibs in die Unschärfe wird das Bild spannender.
Nun ist die Frage, ob man auch den vorderen Teil der Himbeere in die Unschärfe gleiten lässt. Auch hier müsste man anschließend vergleichen, was besser aussieht...
Liebe Grüße
Roland
Hallo Roland, vielen Dank…
Hallo Roland,
vielen Dank für Deine Antwort.
Der erste Schärfepunkt ist der rechte Fühler der Nymphe, damit ist auch die Himbeere scharf.
Den Fühler möchte ich ungern in der Unschärfe verschwinden lassen, weil er so charakteristisch für dieses Tier ist.
Ein schönes Wochenende,
Gittifee
ADMIN
Hallo Gittifee, ich hatte…
Hallo Gittifee,
ich hatte mir schon gedacht, dass das mit der vorderen Fühlerspitze sein kann; es ist aus der Betrachter- Perspektive nicht genau, erkennbar, wie weit sie nach "vorne" kommt. Aber das ist natürlich ein K.O.-Argument :-). Gut, dann ist das Bild jetzt so, wie es ist, am besten.
Außerdem hat das was, diese relativ große Himbeer(ober)fläche in voller Schärfe im Vordergrund...
Liebe Grüße
Roland
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