So richtig nicht. Das Makro ist ja ein Video Objektiv. Die Blende ist deshalb stufenlos. Aber wenn etwas Tiefe notwendig ist nehme ich 8-5,6. 3,1 bzw 2,8 fotografisch hat kaum Schärfentiefe. In diesem Fall eher 8.
ich gehe mal davon aus, dass Du dieses Foto in einer sogenannten Saatmischung gemacht hast? Solche Saatmischungen werden zunehmend insbesondere in Streifen entlang von Feldern angesät, um dem Insektensterben entgegenzuwirken – was allerdings in der Art und Weise, wie es geschieht, zunehmend kritisch zu sehen ist.
Wie dem auch sei, die Pflanzen, die auf dem Foto zu erkennen sind, kommen genau in dieser Konstellation nur in solchen angelegten Mischungen vor. Du hast den Fruchtstand der Phacelia (Phacelia sp.) fotografiert, im Hintergrund sind die Laubblätter einer Sonnenblume zu sehen.
Ich denke übrigens, es handelt sich eher nicht um die Blende 8.0, mit der Du hier fotografiert hast; dafür ist die Hintergrundunschärfe zu groß. Auch die Charakteristik der Hintergrundschärfe spricht deutlich für eine recht offene Blende. Ich vermute, die Blende war ziemlich sicher weiter geöffnet.
Auf der Phacelia selbst liegt eine sehr schöne Schärfe.
Was die Bildaufteilung anbetrifft, befindet sich die Phacelia m.E. zu sehr in der Bildmitte. Etwas mehr nach oben geschoben in Richtung obere Drittellinie würde zu einer besseren Bildwirkung führen. Wichtig dabei ist, dass der sehr schöne Hintergrund im rechten und unteren Bildbereich erhalten bleibt.
du schreibst: "Solche Saatmischungen werden zunehmend insbesondere in Streifen entlang von Feldern angesät, um dem Insektensterben entgegenzuwirken – was allerdings in der Art und Weise, wie es geschieht, zunehmend kritisch zu sehen ist."
Kannst du das bitte erklären? Ist das ein grundsätzlicher Vorbehalt, im Sinne von "Freikauf für die Nutzung eines SUV"? Geht es um die Mischung der Pflanzen in den Tüten?
das würde mich auch sehr interessieren!!. Hier bei uns wird das häufig so parktiziert. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass diese Streifen viel zu schmal sind und der Gesamtheit der vorkommenden Insekten, also für deren Zusammenleben nicht zuträglich ist, da es sich fast wie eine " Monokultur" auswirkt.
Vielleicht kannst du uns hier noch eine Info eben.
dieses Thema umfassend zu erörtern, würde den Rahmen sprengen innerhalb der Kategorie "Bildbesprechung" hier auf Makrotreff. Ich werde gegebenenfalls mal einen eigenen Post dazu erstellen, denn nur eine ausführliche Betrachtung wird diesem Thema zufriedenstellend gerecht. Deshalb hier nur in Kürze ein paar wenige Aspekte, die nicht vollständig sind. Es gibt zahlreiche zusätzliche Aspekte, die bei einer umfassenden Diskussion zu diesem Thema angesprochen werden müssen.
Die "Idee" von Blühstreifen gibt es schon seit über 15 Jahren. Aber im Zuge der Publikation der Krefelder Studie zum Insektenrückgangim vergangenen Jahr bekommt dieses Thema deutlichen Rückenwind. Was sind diese Blühstreifen (oder auch Blühflächen oder Blühfelder genannt – je nach Anlageform)?
Hierbei handelt es sich in der Regel um Saatmischungen mit verschiedenen Pflanzenarten, die einerseits möglich insektenfreundlich und zudem möglichst menschenfreundlich sind.
Beim Aspekt insektenfreundlich liegt das Hauptaugenmerk auf bienenfreundlich. Mit Bienen erreicht man die Menschen (mehr als beispielsweise mit Wanzen, Zikaden oder den ebenfalls bei der Bestäubung sehr aktiven Schwebfliegen). Zudem haben Bienen eine Anwalt, der ihre Interessen vertritt (im Gegensatz zu allen anderen Insektengruppen): den Imker, der in der Regel in großen Verbänden (Imkervereine) organisiert ist. Das ist also schonmal eine gute Sache, da haben wir doch gleich eine wirtschaftliche Kraft dahinter.
Beim Aspekt menschenfreundlich liegt das Hauptaugenmerk auf schön groß und schön bunt. Damit entsprechen diese Blüh-Anlagen dem Wunschbild des durchschnittlichen Naturgenießers unsere Gesellschaft. So stellen sich die meisten Menschen (gerne) die sie umgebende (Natur-)Landschaft vor: schrill, bunt, blümchenreich (ein bisschen so wie bis zum Horizont reichende Rapsfelder im Frühjahr).
Für diese Flächen werden dann überwiegend wirtschaftlich wenig interessante sprich ertragreiche Flächen zur Verfügung gestellt – und dann auch noch ordentlich gefördert.
Wem nützen nun diese Blüh-Anlagen?
Bienen – hier vorrangig Honigbienen, die als Generalisten auf sehr vielen verschiedenen Pflanzen Nahrung aufnehmen können und somit mit den meisten ausgebrachten Pflanzenarten sehr gut zurecht kommen.
Menschen – sie finden ein Landschaftsbild vor, das wieder mehr ihrer Wunschvorstellung entspricht,. Zusätzlich spendieren sie sich selbst über diese Art von Änderung der Landschaft ein gutes Gefühl (man hat was gegen das Insektensterben getan!).
Wem nützen diese Blüh-Anlagen weniger?
Wildbienen – von den ca. 550 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten finden nur wenige Arten Nahrung an den für die Blüh-Anlagen ausgewählten Pflanzen. Spezialisten, also Bienen, die nur an wenigen oder einer einzigen Pflanzenart Nahrung aufnehmen, bleiben ganz außen vor. Sie sind in der Regel die gefährdetsten Arten, wenn man vom Insektensterben spricht.
Außerdem reicht die Darbietung von Nahrung alleine keiner einzigen Biene, weder Wild- noch Honigbiene. Es müssen in der Nähe des Blüh-Anlagen Brutlebensräume vorhanden sein.
Bei Honigbienen sorgt der Imker für ein nettes Bienen-Zuhause. Die vielen Wildbienen hingegen müssen – auf sich alleine gestellt – die Wirtschaftsflächen der umgebenden industrialisierten Landwirtschaft absuchen, ob sie irgendwo eine nicht vergiftete Möglichkeit finden, ihr Nest zu bauen (meist Solitär-Nester). Da haben die Honigbienen wieder einmal mehr Glück – aber sie haben ja auch einen Anwalt, der ihre Interessen und seine eigenen wirtschaftlichen dahinter vertritt.
Alle übrigen Insekten, Spinnen uns sonstige Kleintiere – Einige Wespen sowie Vertreter der übrigen Insektenordnungen wie Wanzen, Zikaden oder Schmetterlinge sowie Spinnen nehmen die Blühstreifen ebenfalls gerne an. Bei ihnen handelt es sich um einen Bruchteil der insgesamt bei uns lebenden Arten. Meistens sind es häufig vorkommende Arten.
Dann gibt es noch des Jägers Lieblinge, das sogenannte jagdbare Wild, insbesondere Feldhuhn, Hase und Reh. (Die heißen jagdbares Wild, weil auf sie die Jagd erlaubt ist und auch ausgeführt wird. Zu dem Irrsinn dahinter äußere ich mich jetzt nicht!). Sein Interesse gilt diesen Mitbewohnern unsere Ackerflur. Aber auch hier ist alles lange nicht so glorreich wie es scheint. Hier stoßen wir in ein besonders großes Wespennest, dessen inhaltlich korrekte und damit souveräne Erörterung den hier zur Verfügung stehenden Rahmen sprengt. Wie gesagt, hierzu zu gegebener Zeit in einem eigenen Post mehr...
Vegetation unserer Ackerflur – Unsere klassischen Ackerwildkräuter sind in der Regel eher klein und unscheinbar. SIE sind es, die ebenfalls von der Bildfläche verschwinden. Die meisten von ihnen sind bedroht, viele bereits verschwunden. Leider kann man mit ihnen keine Blühflächen anlegen, die dem Aspekt menschenfreundlich genügen: Die meisten von ihnen sind nur wenige Zentimeter groß. Da machen Sonnenblumen (kilometerweit sichtbar), Malven (hoffentlich unsere heimische Wildform!) und Phacelia (schon immer beliebt bei Landwirten) schon mehr her.
Biologische Vielfalt ist vielfältiger. Unsere biologische Vielfalt lässt sich nicht mit einem Blumenstrauß erhalten. Mittlerweile ist das Ziel dieser ganzen Aktionen, von den eigentlichen Störfeldern in der Landwirtschaft abzulenken. Ja, so ein Blumenstrauß zwischen Feldrand und Wirtschaftsweg ist besser als ein Rapsfeld bis zum Wegesrand, mehr aber auch nicht. Der Nutzen für Imker mit ihren Haus- und Nutztieren Honigbiene sowie für den biologisch entfremdeten bis verzerrten Blick des Durchschnitts-Spaziergängers ist größer. Landwirte und insbesondere die sie vertretenden Lobbyverbände haben dies rechtzeitig und korrekt erkannt und als Reaktion auf das sogenannte "Insektensterben" wieder einmal eine geschickte und vom eigentlichen Problem ablenkende Flucht nach vorne vollzogen.
Es ist schon interessant, was Landwirte alles bereit sind zu tun, um bloß nicht die Grundform industrialisierter Bewirtschaftung zu ändern.
danke für deine ausführliche Beschreibung der Lage. Ja, so habe ich mir das gedacht. Wenn man ein wenig nachdenkt, kommt man schnell dahinter. Heute morgen waren 2 Doppelseiten der Zeitung voll von bäuerlichen Erfolgsmeldungen über Blühstreifen. :-( Die wollen nicht verstehen um was es geht, weil es gegen Ihre Interessen geht. Alleine diese von Menschen auf die Welt gebrachten Bezeichnungen wie Unkraut , Ungeziefer Schädlinge, Nützlingen zeigt es doch. Dabei sind die größten Schädlinge wir Menschen selbst, auch ich. Aber jeder muß versuchen seinen " Schaden" so gering wie möglich zu halten. In diesem Sinne ein paar Zeilen...
Eins mit der Natur
Das sanfte Geräusch des Windes, der über den Teich hinstreicht- und der Geruch des Windes gereinigt vom Mittagsregen oder schwer vom Duft der Kiefern.
Die Luft ist kostbar für uns, denn alle Dinge teilen den selben Atem - das Tier,der Baum,der Mensch, sie alle teilen den selben Atem...
Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er st darin nur eine Faser.Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr euch selber an.
Chief Seattle
( Häuptling der Suquamish-und Duwamish-Indianer, 1786-1866)
Ist das noch natürliche Evolution im herkömmlichen Sinne?
Hallo Karl,
ja, das ist eine weit verbreitete Sichtweise, die Du vertrittst; ich werde immer wieder bei Podiumsdiskussionen und Vorträgen damit konfrontiert.
Bei aller Toleranz: Die Durchsetzungsfähigkeit des Menschen gegenüber allen ihn umgebenden Lebensformen in den Zusammenhang mit "natürlicher" Evolution zu bringen, das hinkt schon sehr gewaltig – rein biologisch-fachlich (lassen wir mal eine höhere Verantwortungs-Ethik außen vor)! Denn die Evolution wurde und wird maßgeblich vom Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren geprägt. Alles zusammen führt zu eine eigenständigen Systemkraft, zu einer Entwicklungskraft des gesamten lebendigen Körpers der Erde. Das Gesamtsystem bewegt sich, entwickelt sich, und zwar im Laufe der Erdgeschichte in Richtung zunehmende Vielfalt, unterbrochen von diversen Artensterben.
Mit dem Menschen kommt nun eine völlig neue Dimension hinzu: das Bewusstsein. Das gab es in dieser Form bisher nicht (zumindest geht man bis heute davon aus). In Verbindung mit diesem Bewusstsein setzt eine vom Charakter her völlig neue, eigene Bewegung ein; das System als Ganzes steuert sich nicht mehr selbst über seine unzählbar vielen eigenen Regulationsmechanismen. Die Steuerung hat für einen (wohl kurzen) Zeitraum eine einzige Spezies mit einem ausgeprägten, stark egozentrischen Bewusstsein übernommen.
Man sollte hierfür einen neuen Begriff prägen, denn der Begriff Evolution in herkömmlichem Sinne passt hier in keiner Weise mehr. Deshalb ist es auch sehr fragwürdig, die derzeitige Entwicklung in den Zusammenhang dessen zu bringen, was man bisher unter Evolution versteht!
danke für deinen Kommentar zu meinen Ausführungen.
Ich finde es gut, wenn man sich über Dinge kontrovers austauschen kann. Dies hat zum Ziel, dass jeder sich weiterführende Gedanken macht zur Sache. Das halte ich für sehr produktiv und führt einen sicher weiter.
Ich hänge nicht an dem Wort " Schädling", es ist austauschbar. Am Resultat ändert sich jedoch nichts, da wir Menschen die großen Zusammenhänge und ihre Auswirkungen für die Zukunft oftmals nicht mehr verstehen. Ich denke mit Evolution kann man das nicht vergleichen. Wenn man sich umschaut, sieht man, dass gerade der Mensch sich nicht gut an die bestehenden Verhältnisse anpassen kann. Er reagiert mit Krankheit. Ich bleibe also dabei, dass der Mensch für seine Umwelt nicht gerade als Glücksfall zu bezeichnen ist.Aber das ist nur meine Meinung.;-)
Ich wünsche dir ein schönes Wochenenden mit interssanten Motiven und allzeit gutes Licht!
Kommentare
Makronist
Hallo Karl, kannst du noch…
Hallo Karl,
kannst du noch etwas zur Blende sagen?
fragt
Mainecoon
Hallo Mainecoon So richtig…
Hallo Mainecoon
So richtig nicht. Das Makro ist ja ein Video Objektiv. Die Blende ist deshalb stufenlos. Aber wenn etwas Tiefe notwendig ist nehme ich 8-5,6. 3,1 bzw 2,8 fotografisch hat kaum Schärfentiefe. In diesem Fall eher 8.
Grüße
Karl
ADMIN
Saatmischung? Hallo Karl, …
Saatmischung?
Hallo Karl,
ich gehe mal davon aus, dass Du dieses Foto in einer sogenannten Saatmischung gemacht hast? Solche Saatmischungen werden zunehmend insbesondere in Streifen entlang von Feldern angesät, um dem Insektensterben entgegenzuwirken – was allerdings in der Art und Weise, wie es geschieht, zunehmend kritisch zu sehen ist.
Wie dem auch sei, die Pflanzen, die auf dem Foto zu erkennen sind, kommen genau in dieser Konstellation nur in solchen angelegten Mischungen vor. Du hast den Fruchtstand der Phacelia (Phacelia sp.) fotografiert, im Hintergrund sind die Laubblätter einer Sonnenblume zu sehen.
Ich denke übrigens, es handelt sich eher nicht um die Blende 8.0, mit der Du hier fotografiert hast; dafür ist die Hintergrundunschärfe zu groß. Auch die Charakteristik der Hintergrundschärfe spricht deutlich für eine recht offene Blende. Ich vermute, die Blende war ziemlich sicher weiter geöffnet.
Auf der Phacelia selbst liegt eine sehr schöne Schärfe.
Was die Bildaufteilung anbetrifft, befindet sich die Phacelia m.E. zu sehr in der Bildmitte. Etwas mehr nach oben geschoben in Richtung obere Drittellinie würde zu einer besseren Bildwirkung führen. Wichtig dabei ist, dass der sehr schöne Hintergrund im rechten und unteren Bildbereich erhalten bleibt.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Roland, das Bild ist…
Hallo Roland,
das Bild ist leider ein Querformat ohne Reserve nach unten.
Das Feld ist sicher größer als ein Fußballfeld. Im Ort gibt es noch ein zweites. Da wird auch nichts geerntet sondern im Frühjahr untergepflügt.
Grüße
Karl
Makronist
Hallo Roland, du schreibst:…
Hallo Roland,
du schreibst: "Solche Saatmischungen werden zunehmend insbesondere in Streifen entlang von Feldern angesät, um dem Insektensterben entgegenzuwirken – was allerdings in der Art und Weise, wie es geschieht, zunehmend kritisch zu sehen ist."
Kannst du das bitte erklären? Ist das ein grundsätzlicher Vorbehalt, im Sinne von "Freikauf für die Nutzung eines SUV"? Geht es um die Mischung der Pflanzen in den Tüten?
Es dankt
Mainecoon
MOD
Hallo Roland, das würde…
Hallo Roland,
das würde mich auch sehr interessieren!!. Hier bei uns wird das häufig so parktiziert. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass diese Streifen viel zu schmal sind und der Gesamtheit der vorkommenden Insekten, also für deren Zusammenleben nicht zuträglich ist, da es sich fast wie eine " Monokultur" auswirkt.
Vielleicht kannst du uns hier noch eine Info eben.
Liebe Grüße
Gabi
ADMIN
Blüh-Flächen und ihre…
Blüh-Flächen und ihre Grenzen
Hallo Mainecoon, hallo Gabi,
dieses Thema umfassend zu erörtern, würde den Rahmen sprengen innerhalb der Kategorie "Bildbesprechung" hier auf Makrotreff. Ich werde gegebenenfalls mal einen eigenen Post dazu erstellen, denn nur eine ausführliche Betrachtung wird diesem Thema zufriedenstellend gerecht. Deshalb hier nur in Kürze ein paar wenige Aspekte, die nicht vollständig sind. Es gibt zahlreiche zusätzliche Aspekte, die bei einer umfassenden Diskussion zu diesem Thema angesprochen werden müssen.
Die "Idee" von Blühstreifen gibt es schon seit über 15 Jahren. Aber im Zuge der Publikation der Krefelder Studie zum Insektenrückgangim vergangenen Jahr bekommt dieses Thema deutlichen Rückenwind. Was sind diese Blühstreifen (oder auch Blühflächen oder Blühfelder genannt – je nach Anlageform)?
Hierbei handelt es sich in der Regel um Saatmischungen mit verschiedenen Pflanzenarten, die einerseits möglich insektenfreundlich und zudem möglichst menschenfreundlich sind.
Beim Aspekt insektenfreundlich liegt das Hauptaugenmerk auf bienenfreundlich. Mit Bienen erreicht man die Menschen (mehr als beispielsweise mit Wanzen, Zikaden oder den ebenfalls bei der Bestäubung sehr aktiven Schwebfliegen). Zudem haben Bienen eine Anwalt, der ihre Interessen vertritt (im Gegensatz zu allen anderen Insektengruppen): den Imker, der in der Regel in großen Verbänden (Imkervereine) organisiert ist. Das ist also schonmal eine gute Sache, da haben wir doch gleich eine wirtschaftliche Kraft dahinter.
Beim Aspekt menschenfreundlich liegt das Hauptaugenmerk auf schön groß und schön bunt. Damit entsprechen diese Blüh-Anlagen dem Wunschbild des durchschnittlichen Naturgenießers unsere Gesellschaft. So stellen sich die meisten Menschen (gerne) die sie umgebende (Natur-)Landschaft vor: schrill, bunt, blümchenreich (ein bisschen so wie bis zum Horizont reichende Rapsfelder im Frühjahr).
Für diese Flächen werden dann überwiegend wirtschaftlich wenig interessante sprich ertragreiche Flächen zur Verfügung gestellt – und dann auch noch ordentlich gefördert.
Wem nützen nun diese Blüh-Anlagen?
Wem nützen diese Blüh-Anlagen weniger?
Außerdem reicht die Darbietung von Nahrung alleine keiner einzigen Biene, weder Wild- noch Honigbiene. Es müssen in der Nähe des Blüh-Anlagen Brutlebensräume vorhanden sein.
Bei Honigbienen sorgt der Imker für ein nettes Bienen-Zuhause. Die vielen Wildbienen hingegen müssen – auf sich alleine gestellt – die Wirtschaftsflächen der umgebenden industrialisierten Landwirtschaft absuchen, ob sie irgendwo eine nicht vergiftete Möglichkeit finden, ihr Nest zu bauen (meist Solitär-Nester). Da haben die Honigbienen wieder einmal mehr Glück – aber sie haben ja auch einen Anwalt, der ihre Interessen und seine eigenen wirtschaftlichen dahinter vertritt.
Dann gibt es noch des Jägers Lieblinge, das sogenannte jagdbare Wild, insbesondere Feldhuhn, Hase und Reh. (Die heißen jagdbares Wild, weil auf sie die Jagd erlaubt ist und auch ausgeführt wird. Zu dem Irrsinn dahinter äußere ich mich jetzt nicht!). Sein Interesse gilt diesen Mitbewohnern unsere Ackerflur. Aber auch hier ist alles lange nicht so glorreich wie es scheint. Hier stoßen wir in ein besonders großes Wespennest, dessen inhaltlich korrekte und damit souveräne Erörterung den hier zur Verfügung stehenden Rahmen sprengt. Wie gesagt, hierzu zu gegebener Zeit in einem eigenen Post mehr...
Biologische Vielfalt ist vielfältiger. Unsere biologische Vielfalt lässt sich nicht mit einem Blumenstrauß erhalten. Mittlerweile ist das Ziel dieser ganzen Aktionen, von den eigentlichen Störfeldern in der Landwirtschaft abzulenken. Ja, so ein Blumenstrauß zwischen Feldrand und Wirtschaftsweg ist besser als ein Rapsfeld bis zum Wegesrand, mehr aber auch nicht. Der Nutzen für Imker mit ihren Haus- und Nutztieren Honigbiene sowie für den biologisch entfremdeten bis verzerrten Blick des Durchschnitts-Spaziergängers ist größer. Landwirte und insbesondere die sie vertretenden Lobbyverbände haben dies rechtzeitig und korrekt erkannt und als Reaktion auf das sogenannte "Insektensterben" wieder einmal eine geschickte und vom eigentlichen Problem ablenkende Flucht nach vorne vollzogen.
Es ist schon interessant, was Landwirte alles bereit sind zu tun, um bloß nicht die Grundform industrialisierter Bewirtschaftung zu ändern.
Lieber Gruß,
Roland
MOD
Hallo Roland, danke für…
Hallo Roland,
danke für deine ausführliche Beschreibung der Lage. Ja, so habe ich mir das gedacht. Wenn man ein wenig nachdenkt, kommt man schnell dahinter. Heute morgen waren 2 Doppelseiten der Zeitung voll von bäuerlichen Erfolgsmeldungen über Blühstreifen. :-( Die wollen nicht verstehen um was es geht, weil es gegen Ihre Interessen geht. Alleine diese von Menschen auf die Welt gebrachten Bezeichnungen wie Unkraut , Ungeziefer Schädlinge, Nützlingen zeigt es doch. Dabei sind die größten Schädlinge wir Menschen selbst, auch ich. Aber jeder muß versuchen seinen " Schaden" so gering wie möglich zu halten. In diesem Sinne ein paar Zeilen...
Eins mit der Natur
Das sanfte Geräusch des Windes, der über den Teich hinstreicht- und der Geruch des Windes gereinigt vom Mittagsregen oder schwer vom Duft der Kiefern.
Die Luft ist kostbar für uns, denn alle Dinge teilen den selben Atem - das Tier,der Baum,der Mensch, sie alle teilen den selben Atem...
Der Mensch schuf nicht das Gewebe des Lebens, er st darin nur eine Faser.Was immer Ihr dem Gewebe antut, das tut Ihr euch selber an.
Chief Seattle
( Häuptling der Suquamish-und Duwamish-Indianer, 1786-1866)
Hallo Flora, es ist schon…
Hallo Flora,
es ist schon ein wenig übertrieben oder eher , lassen wir das, Menschen als Schädlinge zu bezeichnen.
Es gibt so etwas wie Evolution. Es überlebt nur das was sich am besten an die Verhältnisse anpassen kann.
Dabei ist es unerheblich ob das Menschen oder Hummeln sind. Das gilt seit Ewigkeiten und auch für die Zukunft.
Grüße
Karl
ADMIN
Ist das noch natürliche…
Ist das noch natürliche Evolution im herkömmlichen Sinne?
Hallo Karl,
ja, das ist eine weit verbreitete Sichtweise, die Du vertrittst; ich werde immer wieder bei Podiumsdiskussionen und Vorträgen damit konfrontiert.
Bei aller Toleranz: Die Durchsetzungsfähigkeit des Menschen gegenüber allen ihn umgebenden Lebensformen in den Zusammenhang mit "natürlicher" Evolution zu bringen, das hinkt schon sehr gewaltig – rein biologisch-fachlich (lassen wir mal eine höhere Verantwortungs-Ethik außen vor)! Denn die Evolution wurde und wird maßgeblich vom Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren geprägt. Alles zusammen führt zu eine eigenständigen Systemkraft, zu einer Entwicklungskraft des gesamten lebendigen Körpers der Erde. Das Gesamtsystem bewegt sich, entwickelt sich, und zwar im Laufe der Erdgeschichte in Richtung zunehmende Vielfalt, unterbrochen von diversen Artensterben.
Mit dem Menschen kommt nun eine völlig neue Dimension hinzu: das Bewusstsein. Das gab es in dieser Form bisher nicht (zumindest geht man bis heute davon aus). In Verbindung mit diesem Bewusstsein setzt eine vom Charakter her völlig neue, eigene Bewegung ein; das System als Ganzes steuert sich nicht mehr selbst über seine unzählbar vielen eigenen Regulationsmechanismen. Die Steuerung hat für einen (wohl kurzen) Zeitraum eine einzige Spezies mit einem ausgeprägten, stark egozentrischen Bewusstsein übernommen.
Man sollte hierfür einen neuen Begriff prägen, denn der Begriff Evolution in herkömmlichem Sinne passt hier in keiner Weise mehr. Deshalb ist es auch sehr fragwürdig, die derzeitige Entwicklung in den Zusammenhang dessen zu bringen, was man bisher unter Evolution versteht!
Liebe Grüße,
Roland
MOD
Hallo Karl, danke für…
Hallo Karl,
danke für deinen Kommentar zu meinen Ausführungen.
Ich finde es gut, wenn man sich über Dinge kontrovers austauschen kann. Dies hat zum Ziel, dass jeder sich weiterführende Gedanken macht zur Sache. Das halte ich für sehr produktiv und führt einen sicher weiter.
Ich hänge nicht an dem Wort " Schädling", es ist austauschbar. Am Resultat ändert sich jedoch nichts, da wir Menschen die großen Zusammenhänge und ihre Auswirkungen für die Zukunft oftmals nicht mehr verstehen. Ich denke mit Evolution kann man das nicht vergleichen. Wenn man sich umschaut, sieht man, dass gerade der Mensch sich nicht gut an die bestehenden Verhältnisse anpassen kann. Er reagiert mit Krankheit. Ich bleibe also dabei, dass der Mensch für seine Umwelt nicht gerade als Glücksfall zu bezeichnen ist.Aber das ist nur meine Meinung.;-)
Ich wünsche dir ein schönes Wochenenden mit interssanten Motiven und allzeit gutes Licht!
Liebe Grüße
Gabi
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