Deine "frisch geduschte" Fliege ist ein schönes Einstandsmotiv. Die vielen Tropfen auf der Fliege und den Pflanzenteilen sehen schön aus.
Zum Technischen sowie zum Bildaufbau lässt sich eine Menge sagen. Gehen wir schrittweise vor:
Ausschnitt:
Der Ausschnitt ist sehr eng. Schade ist, dass die Flügelspitzen sowie die Beine abgeschnitten sind.
LÖSUNG: Einen weniger großen Abbildungsmaßstab wählen.
Licht:
Du hast geblitzt. Dadurch erhalten die Tropfen schöne Lichtpunkte. Nahezu alles andere leidet aber leider durch den Einsatz des Blitzes. Dadurch, dass Du nur einen Blitz eingesetzt hast, weist das Foto starke Schlagschatten auf. Auch der gesamte Fliegenkörper säuft nach unten hin ab. Dies wird dadurch verstärkt, dass Du das Blitzgerät zum einen nah an das Motiv herangehalten, zum anderen stark seitlich positioniert hast. Auf die Fliegen-"Aufsicht" fällt kaum noch Licht. Und: Der Hintergrund ist sehr dunkel (sogenannte "Schwarze Löcher").
LÖSUNG:
Einsatz von zwei Blitzgeräten, damit die Schlagschatten aufgelöst werden.
Lichtführung verbessern: Lichtquellen weiter weg und schräg von vorne, nicht von der Seite! Hierfür ist es eventuell günstiger, nicht mit Weitwinkelobjektiven in Retrostellung zu arbeiten. Die ergeben zwar gute optische Ergebnisse, weisen aber einen extrem kurzen Aufnahmeabstand auf. Dann weiß man nicht, wohin mit den Blitzen, da ist nirgendwo mehr Platz - und genau das ist Dir passiert!
Blitze absoften
"Schwarze Löcher" im Hintergrund vermeiden. Siehe hierzu die beiden von mir hier bei Makrotreff eingestellten Artikel
Die Schärfe liegt richtig, aber mit Blende 16 bist Du mit diesem Abbildungsmaßstab bei der 400D bereits im kritischen Bereich. Hier beginnt bereits die Beugung, gnadenlos zuzugreifen. Über das gesamte Foto hinweg zieht sich der Schleier einer leichten Beugungsunschärfe.
LÖSUNG: bei diesen Ausgangsparametern bis max. Blende 11, eher noch weiter runter gehen! Die Situation entspannt sich ein wenig, wenn Du mit dem Abbildungsmaßstab ebenfalls ein wenig zurück gehst.
Siehe hierzu auch Valentins Artikel hier auf Makrotreff:
Danke für die schnelle und ehrliche Antwort. Für die ersten Versuche war ich schon echt zufrieden aber man lernt ja nie aus. :)
Dann gehe ich auch mal auf die einzelnen Aspekte ein.
Ausschnitt:
Den unvollständigen Flügel habe ich jetzt schon öfters zu hören bekommen. Ich habe auch noch ein zweites Foto, auf der sich die komplette Fliege befindet. Nach meinem persönlichen Geschmack befand sich die Fliege dort aber zu zentriert im Bild und die Augen zu weit links. Ich würde wohl erstmal die extension tube weg lassen, dann hat man mehr Spielraum im Nachhinein.
Licht:
Ich versuche in Zukunft, das Blitzlicht von weiter vorne kommen zu lassen. Bei dieser Aufnahme dachte ich daran, dass das Licht von schräg oben wohl eher das Sonnenlicht imitieren kann.
Würde eine Mini-Softbox bei solch kleinen Objekten etwas bringen?
Vom Blitz trenne ich mich nur sehr ungern, da es in der Makrofotografie so viele Vorteile mit sich bringt.
Wie ist es denn möglich, an einer Canon 400D 2 Blitze zu montieren?
Schärfe:
Über Beugungsunschärfe muss ich mich dann wohl auch mal schlau machen! Ist mir bis jetzt nicht aufgefallen. Mit "Canon 400D" meinst du die Größe des APS-C Sensors?
Ok, das nächste Mal f/11. Weniger geht wohl kaum, da ich mich ungerne von meinem 28mm trenne. ;)
Ich bin momentan einfach nur begeistert, dass man sich mit einem 5 EUR Adapterring in die Makrowelt (sogar weitaus mehr als 1:1) "einkaufen" kann.
Olympus 50mm hätte ich auch noch aber das reicht mir dann doch nicht. ;)
Sicher, dass es der Sensor ist und nicht das Objektiv? Ist mir vorher nie aufgefallen!
Das Licht ist in der Makrofotografie ein gravierendes Thema - sowohl was die eigentliche Quelle anbetrifft (natürlich oder künstlich), als auch bezüglich der Richtung (vor allem beim künstlichen Licht).
Es ist schon richtig, das Blitzlicht von da kommen zu lassen, von wo auch das Sonnenlicht zu erwarten ist, nämlich von schräg oben. Selbst diffuser Himmel kann auch als "Lampe" gesehen werden - und kommt auch immer von oben! Das Problem liegt in den starken Schlagschatten, die man auch hat, wenn man bei vollem Sonnenlicht fotografiert. Vor allem die winzig kleinen Schattenbereiche, die bei sehr starken Abbildungsmaßstäben plötzlich überall auftauchen, sind hier tückisch. Und da hilft eben der zweite Blitz.
Softboxen können helfen.
Der User "der-photowerker" hat aktuell ein Foto eingestellt, was erfolgreich "deffusort", sprich gesoftet, wurde:
Beachte die gesofteten Spiegelungen vor allem auf den matteren Chitinteilen auf dem Mottensack.
Wichtig ist hier, wie man Softboxen anbringt. Es bringt entgegen weit verbreiteter Meinung wenig, irgendetwas Softendes direkt vor den Blitz zu klatschen. Das bringt so gut wie keine Wirkung. Hier sollte ein Abstand zwischen Blitzreflektor und Diffusor sein. Und nun verschärfen sich schon wieder ein wenig die Probleme mit der Installation der Lichtführung, sprich des Blitzes oder gar deren zwei. Wohin mit der ganzen "Hardware"? Vor allem, wenn ohnehin wenig Platz zwischen Objektiv und Motiv ist. Dieses Problem sprach ich hinsichtlich des 28mm-Objektives an. Wenn man damit in Retrostellung in hohen Abbildungsmaßstäben arbeitet, gibt´s das berühmte "Fliegen-Küsschen". Da passen dann wirklich kaum noch irgendwo die Blitze zwischen. Die müssen dann fast auf die Seite ausweichen.
Dass Du Dich nur ungerne vom Blitz trennen möchtest, kann ich sehr gut verstehen. Das ist auch nicht nötig, wäre sogar schade! Lerne, die Wirkung von Blitzlicht einzuschätzen und geschickt anzuwenden, und Du wirst Dich zukünftig über Deine Bildergebnisse freuen werden wie ein Weltmeister!
Wenn man zwei Blitze einsetzt, führen wieder einmal viele Wege nach Rom. Wichtig ist es, vorher zu definieren, wie Deine Arbeitsweise aussieht: Arbeitest Du ausschließlich am (Foto)tisch? Oder überwiegend draußen, in der "freien Wildbahn"? Mit oder ohne Stativ? Willst Du "nur" unbewegte Motive fotografieren? Oder auch sich bewegende Insekten "auf´s Korn nehmen"?
Von all diesen Faktoren hängt es ein wenig ab, wie Du die Blitze montierst. Allerdings ist es bei fast allen Varianten erst einmal so, dass beide Blitze am besten entfesselt, also weg von der Kamera, platziert werden. Dann hast Du die beste Ausleuchtung. Und nun stellen sich eben die ganzen oben stehenden Fragen. Bei stationärer Arbeit kannst Du die Blitze beispielsweise bequem neben der Kamera auf dem (Foto)tisch platzieren und per Kabel oder Funk auslösen. Robbst Du hingegen mit Vorliebe draußen im Schlamm und verfolgst dort die wildesten Insekten und Gewürme, müssen die Blitze mit irgendeiner Art Mechanik (Schienen oder Arme) an der Kamera befestigt werden, am besten einer rechts und einer links. Dann bist Du ordentlich beweglich, und kein Getier kommt Dir noch aus! Aber ich sag´ Dir - dann bist Du im Makrofoto-Himmel!!! Du kannst super viele Motive umsetzen, denn: Ausschalten kannst Du die Beleuchtungsanlage bei Bedarf ja jederzeit! Du hast also alle Möglichkeiten. Deshalb: Es ist ein guter Ansatz, dass Du Dich nicht von Deinem Blitz trennen willst!
Schärfe:
Ja, mit der Nennung der Kamera sprach ich deren Sensorgröße an. Es gilt: je kleiner der Sensor, desto mehr rutscht die kritische (beziehungsweise "förderliche") Blende nach unten. Umgekehrt heißt das: Bei Vollformat-Sensoren kannst Du die Blende am stärksten schließen, ohne dass Dir die Beugung um die Ohren fliegt.
Das darf allerdings nicht isoliert gesehen werden. Bei kleineren Sensoren verändern sich bei gleicher Brennweite die Ausschnitte des Bildes, und damit der Abbildungsmaßstab. Und der hat wiederum eine große Wirkung auf die Schärfentiefe (also auf die Auswirkung der eingestellten Blende). Und da es hier um ein Wechselspiel mit gegenseitiger Abhängigkeit geht, hebt sich alles wieder fast auf. Du kannst also mit Four-Third, APS-C oder sonstigen "kleineren" Formaten als Vollformat (FX) auch Makrofotografie betreiben. Man muss nur seine Ausrüstung und deren Eigenheiten und Eigenschaften kennen und richtig einsetzen. Aber wo im übrigen Leben ist das nicht auch so?
Schaue Dir hierzu meine Fotos hier bei Makrotreff an. Die sind alle mit dem "kleinen" Four-Third-Format gemacht. Es gibt ´nen Haufen Fotografen, die meinen, das geht nicht ?!
Der Vollständigkeit halber und aus Gründen der fachlichen Korrektheit - und damit das Ganze nicht zu einfach wird - muss ich hier noch zusätzlich erwähnen, dass weitere Faktoren hinzukommen, die ebenfalls Einfluss auf die Beugung und die Tiefenschärfe haben. Aber wo im Leben ist das nicht auch so? Auf diese gehe ich jetzt aber nicht ein, weil sie sich nicht ganz so stark auswirken, hier aber den Rahmen sprengen würden.
Schmutz:
Prüfe selbst, ob es der Sensor oder das Objektiv ist (was durchaus sein kann!): Schraube zwei verschiedene Objektive auf die Kamera und mache jeweils ein Foto mit geschlossener Blende in den diffusen Himmel. Alle Flecken, die dann auf beiden Fotos an gleicher Stelle vorhanden sind, sind Sensorflecken. Bei allen anderen Flecken hilft eine ordentliche Linsenwäsche mit ´nem möglichst wenig fusseligen Feuchttuch :-).
Kommentare
Canon 600D…
bitte Foto unbedingt in der lightbox öffnen (aufs Foto klicken), die erste Ansicht sieht bei mir jedenfalls unglaublich unscharf aus... danke! ;)
ADMIN
Hallo Crist0bal,…
Hallo Crist0bal,
herzlich willkommen bei Makrotreff!
Deine "frisch geduschte" Fliege ist ein schönes Einstandsmotiv. Die vielen Tropfen auf der Fliege und den Pflanzenteilen sehen schön aus.
Zum Technischen sowie zum Bildaufbau lässt sich eine Menge sagen. Gehen wir schrittweise vor:
Ausschnitt:
Der Ausschnitt ist sehr eng. Schade ist, dass die Flügelspitzen sowie die Beine abgeschnitten sind.
LÖSUNG: Einen weniger großen Abbildungsmaßstab wählen.
Licht:
Du hast geblitzt. Dadurch erhalten die Tropfen schöne Lichtpunkte. Nahezu alles andere leidet aber leider durch den Einsatz des Blitzes. Dadurch, dass Du nur einen Blitz eingesetzt hast, weist das Foto starke Schlagschatten auf. Auch der gesamte Fliegenkörper säuft nach unten hin ab. Dies wird dadurch verstärkt, dass Du das Blitzgerät zum einen nah an das Motiv herangehalten, zum anderen stark seitlich positioniert hast. Auf die Fliegen-"Aufsicht" fällt kaum noch Licht. Und: Der Hintergrund ist sehr dunkel (sogenannte "Schwarze Löcher").
LÖSUNG:
MAKRO-BLITZEN - Die Sache mit dem Hintergrund, Teil 1
MAKRO-BLITZEN - Die Sache mit dem Hintergrund, Teil 2
Schärfe:
Die Schärfe liegt richtig, aber mit Blende 16 bist Du mit diesem Abbildungsmaßstab bei der 400D bereits im kritischen Bereich. Hier beginnt bereits die Beugung, gnadenlos zuzugreifen. Über das gesamte Foto hinweg zieht sich der Schleier einer leichten Beugungsunschärfe.
LÖSUNG: bei diesen Ausgangsparametern bis max. Blende 11, eher noch weiter runter gehen! Die Situation entspannt sich ein wenig, wenn Du mit dem Abbildungsmaßstab ebenfalls ein wenig zurück gehst.
Siehe hierzu auch Valentins Artikel hier auf Makrotreff:
Die optimale Blende in der Makrofotografie
Allgemeines:
Dein Sensor ist ziemlich stark verschmutzt:
LÖSUNG: reinigen :-). Eventuell musst Du die Kamera hierfür zu CANON schicken.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hey Roland!…
Hey Roland!
Danke für die schnelle und ehrliche Antwort. Für die ersten Versuche war ich schon echt zufrieden aber man lernt ja nie aus. :)
Dann gehe ich auch mal auf die einzelnen Aspekte ein.
Ausschnitt:
Den unvollständigen Flügel habe ich jetzt schon öfters zu hören bekommen. Ich habe auch noch ein zweites Foto, auf der sich die komplette Fliege befindet. Nach meinem persönlichen Geschmack befand sich die Fliege dort aber zu zentriert im Bild und die Augen zu weit links. Ich würde wohl erstmal die extension tube weg lassen, dann hat man mehr Spielraum im Nachhinein.
Licht:
Ich versuche in Zukunft, das Blitzlicht von weiter vorne kommen zu lassen. Bei dieser Aufnahme dachte ich daran, dass das Licht von schräg oben wohl eher das Sonnenlicht imitieren kann.
Würde eine Mini-Softbox bei solch kleinen Objekten etwas bringen?
Vom Blitz trenne ich mich nur sehr ungern, da es in der Makrofotografie so viele Vorteile mit sich bringt.
Wie ist es denn möglich, an einer Canon 400D 2 Blitze zu montieren?
Schärfe:
Über Beugungsunschärfe muss ich mich dann wohl auch mal schlau machen! Ist mir bis jetzt nicht aufgefallen. Mit "Canon 400D" meinst du die Größe des APS-C Sensors?
Ok, das nächste Mal f/11. Weniger geht wohl kaum, da ich mich ungerne von meinem 28mm trenne. ;)
Ich bin momentan einfach nur begeistert, dass man sich mit einem 5 EUR Adapterring in die Makrowelt (sogar weitaus mehr als 1:1) "einkaufen" kann.
Olympus 50mm hätte ich auch noch aber das reicht mir dann doch nicht. ;)
Sicher, dass es der Sensor ist und nicht das Objektiv? Ist mir vorher nie aufgefallen!
Dann stürze ich mich mal auf die Artikel!
War bestimmt nicht das letzte Bild! :)
Grüße
Crist0bal
ADMIN
Hallo Crist0bal,…
Hallo Crist0bal,
zu Deinen weiteren Fragen:
Licht:
Das Licht ist in der Makrofotografie ein gravierendes Thema - sowohl was die eigentliche Quelle anbetrifft (natürlich oder künstlich), als auch bezüglich der Richtung (vor allem beim künstlichen Licht).
Es ist schon richtig, das Blitzlicht von da kommen zu lassen, von wo auch das Sonnenlicht zu erwarten ist, nämlich von schräg oben. Selbst diffuser Himmel kann auch als "Lampe" gesehen werden - und kommt auch immer von oben! Das Problem liegt in den starken Schlagschatten, die man auch hat, wenn man bei vollem Sonnenlicht fotografiert. Vor allem die winzig kleinen Schattenbereiche, die bei sehr starken Abbildungsmaßstäben plötzlich überall auftauchen, sind hier tückisch. Und da hilft eben der zweite Blitz.
Softboxen können helfen.
Der User "der-photowerker" hat aktuell ein Foto eingestellt, was erfolgreich "deffusort", sprich gesoftet, wurde:
Schmetterlingsraupe
Beachte die gesofteten Spiegelungen vor allem auf den matteren Chitinteilen auf dem Mottensack.
Wichtig ist hier, wie man Softboxen anbringt. Es bringt entgegen weit verbreiteter Meinung wenig, irgendetwas Softendes direkt vor den Blitz zu klatschen. Das bringt so gut wie keine Wirkung. Hier sollte ein Abstand zwischen Blitzreflektor und Diffusor sein. Und nun verschärfen sich schon wieder ein wenig die Probleme mit der Installation der Lichtführung, sprich des Blitzes oder gar deren zwei. Wohin mit der ganzen "Hardware"? Vor allem, wenn ohnehin wenig Platz zwischen Objektiv und Motiv ist. Dieses Problem sprach ich hinsichtlich des 28mm-Objektives an. Wenn man damit in Retrostellung in hohen Abbildungsmaßstäben arbeitet, gibt´s das berühmte "Fliegen-Küsschen". Da passen dann wirklich kaum noch irgendwo die Blitze zwischen. Die müssen dann fast auf die Seite ausweichen.
Dass Du Dich nur ungerne vom Blitz trennen möchtest, kann ich sehr gut verstehen. Das ist auch nicht nötig, wäre sogar schade! Lerne, die Wirkung von Blitzlicht einzuschätzen und geschickt anzuwenden, und Du wirst Dich zukünftig über Deine Bildergebnisse freuen werden wie ein Weltmeister!
Wenn man zwei Blitze einsetzt, führen wieder einmal viele Wege nach Rom. Wichtig ist es, vorher zu definieren, wie Deine Arbeitsweise aussieht: Arbeitest Du ausschließlich am (Foto)tisch? Oder überwiegend draußen, in der "freien Wildbahn"? Mit oder ohne Stativ? Willst Du "nur" unbewegte Motive fotografieren? Oder auch sich bewegende Insekten "auf´s Korn nehmen"?
Von all diesen Faktoren hängt es ein wenig ab, wie Du die Blitze montierst. Allerdings ist es bei fast allen Varianten erst einmal so, dass beide Blitze am besten entfesselt, also weg von der Kamera, platziert werden. Dann hast Du die beste Ausleuchtung. Und nun stellen sich eben die ganzen oben stehenden Fragen. Bei stationärer Arbeit kannst Du die Blitze beispielsweise bequem neben der Kamera auf dem (Foto)tisch platzieren und per Kabel oder Funk auslösen. Robbst Du hingegen mit Vorliebe draußen im Schlamm und verfolgst dort die wildesten Insekten und Gewürme, müssen die Blitze mit irgendeiner Art Mechanik (Schienen oder Arme) an der Kamera befestigt werden, am besten einer rechts und einer links. Dann bist Du ordentlich beweglich, und kein Getier kommt Dir noch aus! Aber ich sag´ Dir - dann bist Du im Makrofoto-Himmel!!! Du kannst super viele Motive umsetzen, denn: Ausschalten kannst Du die Beleuchtungsanlage bei Bedarf ja jederzeit! Du hast also alle Möglichkeiten. Deshalb: Es ist ein guter Ansatz, dass Du Dich nicht von Deinem Blitz trennen willst!
Schärfe:
Ja, mit der Nennung der Kamera sprach ich deren Sensorgröße an. Es gilt: je kleiner der Sensor, desto mehr rutscht die kritische (beziehungsweise "förderliche") Blende nach unten. Umgekehrt heißt das: Bei Vollformat-Sensoren kannst Du die Blende am stärksten schließen, ohne dass Dir die Beugung um die Ohren fliegt.
Das darf allerdings nicht isoliert gesehen werden. Bei kleineren Sensoren verändern sich bei gleicher Brennweite die Ausschnitte des Bildes, und damit der Abbildungsmaßstab. Und der hat wiederum eine große Wirkung auf die Schärfentiefe (also auf die Auswirkung der eingestellten Blende). Und da es hier um ein Wechselspiel mit gegenseitiger Abhängigkeit geht, hebt sich alles wieder fast auf. Du kannst also mit Four-Third, APS-C oder sonstigen "kleineren" Formaten als Vollformat (FX) auch Makrofotografie betreiben. Man muss nur seine Ausrüstung und deren Eigenheiten und Eigenschaften kennen und richtig einsetzen. Aber wo im übrigen Leben ist das nicht auch so?
Schaue Dir hierzu meine Fotos hier bei Makrotreff an. Die sind alle mit dem "kleinen" Four-Third-Format gemacht. Es gibt ´nen Haufen Fotografen, die meinen, das geht nicht ?!
Der Vollständigkeit halber und aus Gründen der fachlichen Korrektheit - und damit das Ganze nicht zu einfach wird - muss ich hier noch zusätzlich erwähnen, dass weitere Faktoren hinzukommen, die ebenfalls Einfluss auf die Beugung und die Tiefenschärfe haben. Aber wo im Leben ist das nicht auch so? Auf diese gehe ich jetzt aber nicht ein, weil sie sich nicht ganz so stark auswirken, hier aber den Rahmen sprengen würden.
Schmutz:
Prüfe selbst, ob es der Sensor oder das Objektiv ist (was durchaus sein kann!): Schraube zwei verschiedene Objektive auf die Kamera und mache jeweils ein Foto mit geschlossener Blende in den diffusen Himmel. Alle Flecken, die dann auf beiden Fotos an gleicher Stelle vorhanden sind, sind Sensorflecken. Bei allen anderen Flecken hilft eine ordentliche Linsenwäsche mit ´nem möglichst wenig fusseligen Feuchttuch :-).
Lieber Gruß
Roland
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