Diese Schwebfliege habe ich durch Zufall noch aufnehmen können ich war da schon auf dem Nachhauseweg, hatte die Kamera aber noch eingestellt und in der Hand. Eigentlich war es da schon etwas zu dunkel und zudem noch an einem Feldweg, durch Bäume und Sträucher sehr schattig und nur zwischen den Ästen kam etwas Sonne durch. Als die Schwebfliege kurz an einer helleren Stelle vorbeiflog habe ich es dann mal versucht. Leider war es durch die Lichtverhältnisse nicht möglich eine kürzere Verschlusszeit zu wählen. Am Foto wurde eine Ausschnittvergrößerung gemacht und auch so etwas bearbeitet damit es sie etwas mehr hervorhebt.
Canon EOS 7D MarkII
Mehrfeldmessung
Einfeld Autofokus aufs Auge
Freihand ohne Blitz und Abends im Schatten
Iso 1600
F/8
1/125 Sek
Kommentare
ADMIN
Hallo Chris Tine,…
Hallo Chris Tine,
es ist immer wieder super interessant, Insekten im Flug zu fotografieren. Insbesondere Schwebfliegen laden Makronisten geradezu ein, ihr Glück zu versuchen. Und nun bist DU schwach geworden ... :-).
Also zunächst einmal eine kleine
"Analyse" der Verschlusszeit
1/125 Sekunde ist für eine schwebende Schwebfliege eine super lange Zeit. Wenn Du also nicht, die Kamera im Anschlag haltend, neben der schwebenden Schwebfliege mitgeschwebt bist, um Dich durch die Synchronität Deiner mitschwebenden Bewegung der schwebenden Flugbewegung der Schwebfliege anzugleichen, dann ist die schwebende Schwebfliege im von Dir beschriebenen Sonnenstrahl zwischen den Ästen vom Schwebflug in den Standflug übergegangen (Puh, ein Hammer-Satz. Ich bin selbst völlig fertig :-)).
Und genau das machen die Schwebfliegen ja auch super gerne: bei tiefem Sonnenstand in diesen kleinen Sonnenlöchern (wie Du treffend beschreibst: Wenn die Sonne zwischen Ästen hindurchscheint) in der Luft verharren, viele Sekunden bis Minuten lang auf der Stelle schweben. Das sind tolle Gelegenheiten für solche Aufnahmen. Und nur in dieser Situation ist eine einigermaßen scharfe Aufnahme mit einer so langen Verschlusszeit möglich.
Übrigens: Genau dieses Thema ist das Schwerpunktthema der nächsten Ausgabe Nr. 5 unserer MAKROFOTO. Hier geht es unter anderem um die Fotografie von schwebenden (und sogar tanzenden) Schwebfliegen. Sie wird in wenigen Tagen erscheinen.
Du hast die Schwebfliege toll erwischt. Perspektive und Licht passen. Der Hintergrund ist etwas wild (Licht-Schattenspiele genau hinter der schwebenden Schwebfliege, die ein wenig ablenken).
Aber: Obwohl die Schärfe schon - relativ gesehen - recht gut sitzt, ist die Aufnahme dennoch unscharf. Diese Unschärfe liegt hier an zwei Dingen:
Dennoch ein sehr interessanter, immer lohnenswerter Versuch, der es wert ist, gezeigt zu werden. Und ich muss jetzt aufhören, weiter über die schwebende Schwebfliege zu schreiben, ansonsten schwebe ich gleich noch am Bett vorbei anstatt schlafen zu gehen :-).
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Roland,…
Hallo Roland,
Erst mal vielen lieben Dank für deine Bildbesprechung und das du so viel Zeit investierst, ich finde das echt klasse und ich finde es ist sehr hilfreich.
Bei meiner Kamera kann ich mit der Iso maximal bis 1600 rauf gehen wegen dem Bildrauschen, daher konnte ich die Verschlusszeit leider nicht kürzer einstellen sonst wäre es wahrscheinlich viel zu dunkel geworden. Ich habe jetzt mittlerweile so einen Aufsteckblitz besorgt und einen Diffusor gekauft und wenn ich die nächste Schwebfliege sehe und die Gelegenheit und alles stimmt, versuche ich damit mal und werde dann bestimmt eine viel kürzere Verschlusszeit einstellen können. Das ist alles gar nicht so einfach mit den Schwebfliegen die richtig zu erwischen und wahrscheinlich muss ich noch eine ganze Zeitlang üben bis es so wird wie ich es mir vorstelle. Die Zeitschriften sind bestimmt sehr interessant.
LG sendet Christine
ADMIN
Hallo Christine,…
Hallo Christine,
mit dem Blitz wirst Du bezüglich genau dieses Motivs wahrscheinlich nicht glücklich werden. Wenn die Schwebfliege im Flug frei in der Luft steht, geht sehr viel (Blitz-)Licht an ihr vorbei nach hinten in den "leeren" Hintergrund. Dort ist dann keine Reflexionsfläche - und er wird sehr dunkel bis schwarz abgebildet, was unschön ist. Hierzu habe ich hier bei Makrotreff zwei Artikel geschrieben:
MAKRO-BLITZEN - die Sache mit dem Hintergrund, Teil 1
MAKRO-BLITZEN - die Sache mit dem Hintergrund, Teil 2
Hier beschreibe ich genau dieses Phänomen - und auch, wie man es vermeiden kann. Ich denke, wenn Du diese beiden Artikel liest, wirst Du einschätzen können, inwieweit Du bei diesem Motiv mit Blitzlicht weiterkommst.
In der Regel fotografiert man frei im Raum fliegende Insekten in der freien Natur eher ohne Blitzlicht - unter anderem um eben diese schwarzen Hintergründe zu vermeiden. Dafür brauchst Du dann ein deutlich helleres Umgebungslicht, als Du es bei der Schwebfliegen-Aufnahme abends auf dem Heimweg hattest. Ausnahmen hierzu stellen aufwändige Flugfallen-Konstruktionen mit Lichtschranken usw. dar, mit denen Du dann aber an ganz andere Grenzen stößt (auch hierzu gibt es eine Menge Infos in der nächsten MAKROFOTO).
Also, am besten auf die Wiederholung einer solchen oder ähnlichen Situation bei deutlich mehr Licht warten...
Lieber Gruß,
Roland
Hallo Roland,…
Hallo Roland,
Oh ja, da hast du schon völlig recht. Da gibt es ja einiges zu beachten, ich habe es gelesen. Mit dem internen Blitz hatte ich vor einiger Zeit auch schon bemerkt das der Hintergrund oft mal ziemlich dunkel war, schon bei sitzenden Motiven. Ich wollte vorhin gerade schon losziehen und es mal mit dem Blitz versuchen. Ich Danke dir, da hast du mich ja noch rechtzeitig davon abgehalten. Ich werde dann auf besseres Licht warten, werde wahrscheinlich aber dann doch mal Mittags versuchen müssen denn Morgens und Abends in der Sonne gibt es kein stärkeres Umgebungslicht bei uns. Oder ich müsste dann trotz der Bildqualität auf Iso 3200 rauf gehen, sonst wird es nicht heller werden. Um die Ausschnittvergrößerung werde ich aber wahrscheinlich dann auch nicht drum herum kommen, denn bis 1:1 ran denke ich das wird nicht funktionieren. Es ist sowieso sehr schwierig mit dem Autofokus das Auge zu erwischen. Dann ist natürlich durch die Ausschnittvergrößerung das Bildrauschen bei höheren Iso deutlich zu sehen. Ich werde es auf jeden Fall mal so versuchen wie du gemeint hast und Dankeschön nochmal, das ist sehr nett.
LG Christine
ADMIN
Hallo Christine,…
Hallo Christine,
ja, Du liegst mit Vielem richtig. Dieses Motiv kannst Du nicht mit einem Abbildungsmaßstab 1:1 umsetzen. Das ist so gut wie unmöglich, aber auch nicht nötig.
Versteh´ mich bitte nicht falsch, ich möchte hier nicht irgendeine blöde Werbung machen. Aber ich möchte auch diesbezüglich nochmals auf die kommende Ausgabe 5 der MAKROFOTO verweisen, denn da habe ich auch das alles ganz ausführlich beschrieben. Ich müsste mir jetzt hier die Finger fusselig schreiben, um es so verständlich rüberzubringen, dass Du es bis ins letzte Detail nachvollziehen könntest. Genau deshalb haben wir dieses Schwerpunktthema in die Zeitschrift gebracht - und dort habe ich mir die Finger fusselig geschrieben:-)! Hier in der Bildbesprechung würde eine solch differenzierte Themenbearbeitung den Rahmen sprengen - und selbst für die Online-Artikel ist es zu umfangreich wegen der vielen großformatigen Beispielfotos, die wir schön und wirksam in die Zeitschrift setzen können.
Also bitte nicht falsch verstehen (wegen Werbung), aber ich bin sicher, mein Artikel dort und weitere werden Dir weiterhelfen.
Lieber Gruß,
Roland
Hallo Roland,…
Hallo Roland,
Ja das ist schon ziemlich Umfangreich, das kann ich sehr gut nachvollziehen und auch verstehen. Das möchte ich natürlich nicht das du soviel extra schreiben musst, das würde wirklich den Ramen sprengen muss nicht sein. Wenn ich mal im Element bin dann oh je, dann frage ich alles mögliche was ich mir dann natürlich auch verinnerliche. Ich bin an der Zeitschrift sehr interessiert und werde sie mir bestellen. Das hat bestimmt ganz schön viel Arbeit alles gemacht.
Glg Christine
ADMIN
Hallo Christine,…
Hallo Christine,
Deine Herangehensweise ist genau die Richtige. Dieses mit Begeisterung Dranbleiben ("im Element" sein) ist klasse! Denn dies ist der Garant für eine super tolle und erfolgreiche (makro-)fotografische Weiterentwicklung.
Lieber Gruß,
Roland
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