Beute

Eine Skorpionsfliege erbeutet eine Goldfliege

Kommentare

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ADMIN

Hallo DidiS,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Na, das ist ja eine regelrechte Raubtierfütterung!

Zwei Dinge fallen vorrangig auf:

Perspektive:

Du hast die Perspektive so gewählt, dass nur ein sehr kleiner Bereich des Hauptmotivs in der Schärfeebene liegen kann. Der Schärfepunkt liegt (leider) knapp hinter den Augen der Skorpionsfliege. Somit umfasst die Schärfeebene, die mit Blende 4.5 sehr gering ist, auch nur diesen sehr schmalen Motivbereich.

Gehen wir mal abstrakt an das Motiv heran:

Das Hauptmotiv ist: Skorpionsfliege frisst Beute. Also nicht (nur): Skorpionsfliege. Genausowenig (nur): Beute. Sondern: Skorpionsfliege frisst Beute.
Was ist nun von diesem Hauptmotiv innerhalb der Schärfeebene? Super wenig. Warum? Weil die von Dir gewählte Perspektive nicht mehr ermöglicht. Du hättest zwar noch Spielraum gehabt bezüglich der Blende (weiter schließen und ISO-Wert entsprechend anheben), aber komplett gelöst hättest Du dieses Problem damit auch nicht.

Der Schlüssel liegt also in der Ausrichtung der Schärfeebene. Eine Möglichkeit wäre gewesen, die Kamera so weit noch oben links hin auszurichten, bis Augen und Mundwerkzeug (wichtig!) der Skorpionsfliege und die Augen der Beute in einer Linie (Schärfeebene) im rechten Winkel zur optischen Achse liegen. Das mag jetzt kompliziert klingen, das nützt aber nichts (sorry, wenn ich das so sage). Schaue Dir diesbezüglich bitte den von mir hier auf Makrotreff eingestellten Artikel an:

Die Schärfeebene in der Makrofotografie.

Hier findest Du alles zu diesem Thema - und, warum es so wichtig ist! 

Das Fotografieren von Insekten mit Beute ist generell gar nicht so einfach. Das liegt daran, dass sich die Beutetiere in der Regel irgendwo im Bereich des Kopfes, genauer gesagt im Bereich der Mandibeln (Mundwerkzeuge) der Jäger befindet und nur sehr schwer in die Schärfeebene zu bringen sind. Gelingt das nicht, sind sie unscharf bis sogar völlig matschig-verschwommen - und das, obwohl sie zum Hauptmotiv dazugehören. Der Makrofotograf bietet dem Bildbetrachter also ein spezielles Motiv (Insekt mit Beute) an, bei dem ein Großteil (die Beute) teils bis zur Unkenntlichkeit in der Unschärfe verschwindet. Die Lösung hierfür liegt neben dem Ausreizen der "natürlichen" Schärfentiefe über den Blendenschluss (was aber häufig nicht ausreicht) in

  • geschickte Ausrichtung der Schärfeebene
  • Focus Stacking

In Deinem Fall oben hätte aufgrund des relativ geringen Abbildungsmaßstabs ersterer Punkt in Verbindung mit geschlosseneren Blende ausgereicht.

Bildausschnitt:

Das Hauptmotiv (Skorpionsfliege mit Beute) ist oben angeschnitten, während unter ihr noch ´ne Menge Platz im Bild ist, der relativ unwichtigen Bildinhalt vermittelt. Warum?

Diese Frage stellt sich ein jeder Bildbetrachter, wenn nicht bewusst, dann unbewusst. Beantworten kannst nur Du sie :-).

LÖSUNG:
Unbedingt darauf achten, dass Absichten hinter Beschnitten eines Hauptmotivs sofort und unzweifelhaft erkennbar sind. Ansonsten wirkt das immer ein wenig so wie ein Versehen.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Roland,

sehe es einfach als ein dokumentarisches Foto, das mir so das erste Mal  vor die Linse gekommen ist.. Aufgenommen bei Wind, der bei uns in letzter Zeit täglich vorherrscht, in einem 1,50 m hohen Brennnesselfeld und da spielte sich das Ereignis natürlich oben ab. Ich brauche dir wohl nicht erklären das durch eine Störung es mit Motiv vorbei gewesen wäre. Ich hätte das Motiv durchaus durch einen weiteren Beschnitt enger fassen können, es geht dadurch aber auch einiges verloren. Die Schärfe sitzt genau da wo ich sie haben wollte, wie eine Skorpionsfliege und auch eine Goldfliege komplett aussehen, dürfte wohl in einem Makroforum bekannt sein. Für mich spielte in erster Linie die Situation und nicht die Bildgestaltung die entscheidende Rolle.

Gruß Dieter

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