Eine Riesenschlupfwespe (Dolichomitus imperator)

Hallo Roland,

ich habe mal etwas recherchiert. Diese Riesenschlupfwespe spürt mit ihren Fühlern andere Insekten Larven im Holz auf und legt ein Ei mit ihrem Legestachel hinein. Aus den im Wirt injizierten (abgelegten) Eiern entspringen dann Schlupfwespen-Larven, welche den Wirt von Innen relativ zügig verzehren.

Ich konnte das bei dieser Schlupfwespe genau beobachten und fotografierte sie von unten herauf an einer Birke bei uns am Waldrand. Leider war ich mal wieder für diese Aufnahme ein wenig zu klein. Ein bis zwei Köpfe größer, das wäre ganz klasse gewesen. ;-) 

Deshalb habe ich das Foto dann wieder etwas beschnitten um die Schlupfwespe etwas größer ins Bild zu setzen. Ich hatte Glück und die Schlupfwespe hat sich bei der Aufnahme auch kurz in die richtige Position begeben. Den Bildausschnitt habe ich so gewählt das die Schlupfwespe noch in einem Abstand platziert ist wo man sie Größen mäßig noch sehr gut erkennen kann und unten der Schatten links auch noch ganz auf dem Bild ist. Ich habe bereits ein paar verschiedene Bildausschnitte verglichen.

Hier ein Link von einem Video wo das auch nochmal sehr gut zu beobachten ist. (Für alle die das vielleicht interessiert.)

Liebe Grüße von

Christine :-)

https://www.youtube.com/watch?v=fDB2hqLx9xI

 

Canon Eos 80D

Freihandaufnahme


Anmerkung des Moderators:

Diese Diskussion ist unvollständig, da die Userin Ina um die Löschung ihres Accounts gebeten hat.

Kommentare

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Hallo Christine

 

Ein spannendes Motiv - toll entdeckt (muss ich mir selber noch beibringen). Beim Betrachten ging mir einfach durch den Kopf, dass sich dieses tolle Motiv evtl. noch etwas besser freistellen liesse. Irgendwie wird mein Auge durch die blaue Fläche rechts oben etwas stark abgelenkt, das mittige Platzieren passt (für mich) auch nicht ganz, weil der Stachel bis fast an den linken Rand ausbreitet und damit die linke Bildhälfte sehr "einsam" wirkt.

Ich kenn das aus meinen Bildern bestens, wenn man zuhause bemerkt, dass für eine ideale Komposition plötlich etwas fehlt (hier zum Beispiel etwas Luft auf der linken Seite). Ich habe trotzdem versucht, mit einigem Beschnitt das Motiv anders zu platzieren (nach der altbekannten 2/3-Regel). Zudem "säuft" das Schwarz im Körper der Wespe gar stark ab, hier hat deine RAW-Datei (?) wohl noch einiges an Potenzial.

Die Schärfe geht für mich auch nicht ganz auf, aber das kann Roland (wie der das nur macht?) viel besser beurteilen - für mich müsste sie noch etwas nach hinten rutschen.

Aber wie gesagt, zuerst muss man ein solches Motiv mal aufspüren, dann es schon mal in der vorliegenden Qualität hinkriegen, ... und dann kommt am Schluss das stete Lernen, was noch besser ginge. Dafür wünsche ich uns allen den notwendigen Durchhaltewillen ...

Mit einem lieben Gruss

Mandi

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Mandi,

Das Haupt Problem hierbei ist aber, das ich die Aufnahme an dem Baumstamm schon sehr hoch über mir gemacht habe. Der Abstand zum Objektiv war etwa grob geschätzt mindestens 150 cm und höher konnte ich nicht hinauf. Ich bin leider nicht ganz so groß :-).

Ich habe das Foto dann beschnitten so das extra in die Blickrichtung noch der meiste Platz war, gerade wegen dem Stachel und ich hatte auch die Rinde vom Baum mit in die Bildgestalltung einbezogen, das es harmonisch verläuft . Dann auf den Schatten der Schlupfwespe noch geachtet das der nicht angeschnitten wird. Mit mehr Aufhellen hatte ich schon versucht aber dann gibt es so viele helle Pünktchen bzw. Pixel und es wird alles zu blass.

Der natürliche Schatten ist dann auch weg. Zuviel beschneiden wollte ich da auch nicht mehr, da ich durch die Entfernung zum Motiv sowieso schon mehr als sonst beschnitten hatte und die Datei dann viel zu klein wird. Deshalb hatte ich mir vorgenommen mal Zwischenringe für so etwas zu besorgen um noch näher dran zu sein. Meine andere Variante für den Beschnitt war dann noch das 16X9 und das 16X10 um rechts noch etwas mehr platz zu lassen wegen dem Goldenen Schnitt, aber dann wäre von dem Blau oben noch etwas mehr zu sehen und der Baumstamm hat auch unten einen dickeren Knubbel, der mir nicht so gut gefällt.

Von der Schärfe her habe ich festgestellt das die Fotos hier zur Zeit jetzt stark komprimiert werden, was ich aber völlig verstehen kann sonst reicht der Speicherplatz irgendwann gar nicht mehr aus. Es wird ja auch viel gepostet. Die schärfe lag schon auf dem Auge, das hatte ich kontrolliert.

Die ursprüngliche beschnittene Datei die ich hochgeladen hatte ist bei mir zuhause auf dem Rechner deutlich größer mit 5,50 MB als das Foto das ich hier eingestellt habe, bzw angekommen ist. Das ist jetzt nur noch 154 kb groß. Ich hatte das mit der Schärfe auch gesehen und es deshalb mal mit dem Rechtsklick wieder herunter geladen und nachgeschaut. Da waren es nur noch wenige 154 Kb und die Seitenlänge ist auch nochmal gekürzt worden.auf 1170 X 780. Das ursprüngliche Foto war 3546 X 2364. Und die unbeschnittene Datei aber als JPG hätte bei meiner Kamera 6000 X 4000. Wahrscheinlich fällt das bei stärker beschnittenen Fotos dann mehr ins Gewicht als bei unbeschnittenen oder weniger Beschnittenen. Müsste man mal darauf achten. 

Vielen Dank für deine Hilfe und Liebe Grüße

Christine :-)

 

Hier noch eine kleine Ergänzung wegen der Komprimierung der Fotos die ich schon angesprochen hatte.

Ich habe nochmal näher getestet und jetzt dabei festgestellt (um es auch richtig zu stellen), das wenn man die Fotos ganz oben im Post nur alleine mit dem Rechtsklick mit speichern unter herunterlädt, doch die Original große Datei erscheint, aber wenn man das Foto zuerst kurz anklickt, wartet bis es sich nochmal öffnet und sich dann betrachtet und dann mit dem Rechtsklick herunterlädt nur die Komprimierte Datei auf dem PC erhält. Das war mir nochmal sehr wichtig zu schreiben und richtig zu stellen. Ich möchte ja nichts verkehrtes hier schreiben. Ich hatte das halt nur mal festgestellt.

 

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hier möchte ich noch einmal zeigen wie ich das Foto oben beschnitten habe und was bei der RAW Datei insgesamt zu Verfügung steht. Normalerweise mache ich wegen der Bildqualität möglichst immer nur einen sehr geringen beschnitt und zwar sehr viel weniger wie hier jetzt abgebildet ist. 

Durch die Perspektive von unten nach oben sieht der Baumstamm oben viel breiter und kräftiger aus. 

Beim Fotografieren habe ich mich komplett auf die Schlupfwespe konzentriert um sie im richtigen Moment zu erwischen wo sie auch möglichst bewegungslos war. Das war nur ein sehr kurzer Moment und ich hatte 3 Serienfotos, gemacht wobei bei einem der Stachel deutlich gewackelt hat und beim anderen ein Bein aus der Schärfeebene draußen war. Da sehr viel Platz war wegen der weiteren Entfernung habe ich den Bildausschnitt auch nicht gleich fertig ausgerichtet, zumal die Mittleren Autofokusfelder meist auch die bessern sind wo der Fokus noch bei schwierigeren Lichtsituationen am besten trifft. Das ist ein Screenshot von Lightroom, das Fokusfeld ist hier leider nicht zu sehen, das sehe ich immer vorher im Canon Programm bevor ich die Bilder in Lightroom importiere. Durch die etwas weitere Entfernung liegt der Fokus am Auge aber auch noch teilweise am Oberkörper der Schlupfwespe.  

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Liebe Ina,

Was du hier ansprichst, mit dem blauen Himmelsfleck und der Perspektive genau das ging mir tatsächlich alles ganz kurz durch den Kopf als ich mir das Foto zuerst vor der Bearbeitung betrachtet hatte.

Ich freue mich sehr dass du das so gut erkannt hast und auch die anderen Dinge wie ich das gelöst habe.
Ganz Herzlichen Dank hierfür.

Liebe Grüße sendet
Christine

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Ciao Christine

Super, dass du noch das Originalbild einstellst. Das gäbe live in einer Gruppe sehr viel Diskussionsstoff, wie stark und wo genau man das Bild beschneiden sollte, könnte, müsste, ... Jetzt versteh ich auch deine Argumentation viel besser und kann sie nachvollziehen. Exakt in diesem Austausach wie im vorliegenden Fall liegt ein hoher gegenseitiger Lerneffekt - deshalb ein grosses Dankeschön für deine ausführlichen Schilderungen.

Welcher Zusatz am Objektiv hier etwas bringen würde (Konverter, Zwischenringe, Vorsatzlinse -> die geht bei dieser Distanz von 1,5 gar nicht) kann Roland wohl besser beschreiben. Bei einem 100mm - Objektiv brauchst du aber schon recht viel Zusatzlänge, und die bringt viele Nachteile mit sich. Am besten wäre hier wohl eine Leiter gewesen  (nur halbernst gemeint).

Zum Schluss einfach nochmal Gratulation zu deinem Adlerauge (Zitat Ina). Das muss ich bei mir noch schulen.

Lieben Gruss

Mandi

 

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Hallo Mandi,

da gebe ich dir recht, es war mir auch sehr wichtig nochmal genau aufzuzeigen wie die Möglichkeiten genau waren und warum.
Ich finde es auch sehr wichtig dass man untereinander lernen und gut nachvollziehen kann.


Bei meinen Fotos gehe ich eigentlich generell so damit um das ich möglichst schon während der Aufnahme viel versuche richtig zu machen, aber wenn es nicht funktioniert warum auch immer, die Gegebenheiten wie hier zb. meine Durchnittsgröße (bei Frauen) nicht ausreichend genug war um näher heran zu kommen oder anderes eventuell nicht so gut passte, zb. störende Bildelemente die sich bei scheuen Insekten vor der Aufnahme nicht entfernen lassen und wo man sich auch zudem vorsichtig heran schleichen muss, dass ich mir dann das Foto genau anschaue ob und wie ich vielleicht trotzdem noch das bestmögliche herausholen kann.

Ich finde den Austausch jedenfalls sehr gut. Mit den Zwischenringen bin ich mir auch nicht so sicher, ich denke mittlerweile auch dass da eine Leiter viel besser gewesen wäre. ;-)

Ich hätte ja auch das 180er Makro benutzen können oder mein 100-400 Canon, aber das ist bei Wechselobjektiven sowieso immer das Risiko das man gerade das falsche Objektiv dabei hat.

Bei Tieren kann man ja nicht so genau vorhersehen und planen was man gerade vorfindet und braucht. Dazu müsste man sich vielleicht doch noch viel besser auskennen. Was wann und wo anzutreffen ist.

Ja Adleraugen braucht man da ;-)


Liebe Grüße
Christine

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Hallo Ina,

bei diesem Foto habe ich die Selektivmessung benutzt. Die Spotmessung nehme ich eher wenn ich zb. eine Spinne im Netz direkt im Gegenlicht fotografiere um mehr Zeichnung zu bekommen. Dann kann man aber bei den Canon Kameras meistens nur noch auf das Mittlere Autofokusfeld richtig scharfstellen, da die Spotmessung nur einen sehr geringen Teil (diesen mittleren) dann richtig belichtet. Bei der Selektivmessung ist das nutzbare Feld in der Mitte etwas größer, das eignet sich dann besser und sicherer für mehrere zwecke.

Wenn genug Zeit bei den Aufnahmen ist, dann teste ich immer mal zwischendurch was eventuell besser ist, aber hier dachte ich mir wäre die Selektivmessung sicherer.

Die Selektivmessung und die Spotmessung habe ich auch schon oft bei der Vogelfotografie oder der Wildtierfotografie benutzt, wenn ein Vogel zb. auf einem Zaun im etwas stärkeren Licht saß, auf einer Laterne etwas höher oben gegen den Himmel oder in der Baumkrone, meistens aber bei Gegenlicht oder auch wenn von der Seite stärkeres Licht kam. Und bei den Wildtieren um sie von dem umgebenden Kontrast der Wiesen und vom Gegenlicht besser freizustellen. Ich habe das dann auch bei den Makros mal so übernommen, das ist im Prinzip ja ganz ähnlich. Aber das muss man trotzdem immer mal austesten wenn möglich.

Hier ein Link, ich habe mal etwas zusammengestellt, es sind aber nur ein paar Fotobeispiele was ich gerade noch parat hatte, alles andere habe ich auf meinen externen festplatten. 

Das meiste ist mit Spotmessung aufgenommen und die letzten 4 Fotos sind mit Selektivmessung. Bei Makros hat das dann schon eine ähnlich Wirkung.

Liebe Grüße

Christine :-)

https://photos.app.goo.gl/oi1DN1MRM2b66q8w1

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ADMIN

Hallo Christine,

Du hast ein anregendes Foto gemacht und eingestellt, zu sehen am äußerst regen Austausch über dasselbe, bestückt mit einer Menge guter Informationen.

Vieles ist bereits gesagt worden, einiges noch nicht. Ich gehe, wie gehabt, schrittweise vor, konzentriere mich aber im wesentlichen auf noch nicht oder nicht ausreichend angesprochene Dinge:

Motiv-Freistellung:

Dieser Punkt dürfte der wesentliche bei diesem Foto sein!

Das Problem mit der geringen Freistellung der Schlupfwespe ist oben mehrfach angesprochen worden. Sie hebt sich nur gering von der Umgebung ab. Das, was wir beim Foto sehen, ist eine Schlupfwespe, die scharf abgebildet ist, und eine stark strukturierte Birkenrinde, die weit in den Hintergrund läuft. Das Ganze ist aufgrund der tatsächlichen Färbung von Wespe und Rinde und in Verbindung mit dem Gegenlicht stark von Hell-Dunkel-Tönen, teilweise fast schwarz-weiß, geprägt. Was dabei rauskommt, ist insgesamt sehr viel Struktur, sehr viel "Verwirrung".

LÖSUNG:
Die Lösung sollte also sein, diese verwirrenden Strukturen zu entwirren. Ich formuliere das hier jetzt extra so abstrakt, so kantig theoretisch, weil man sich genau so einem Motiv nähert. Es ist ein Teil der Motiv-Analyse.

Also zurück: Wie schafft man es nun, Ruhe ins Bild zu bekommen?
Das erste, was hier eine entscheidende Rolle spielt, ist die eingesetzte Blende und damit das Spiel mit der Schärfentiefe/Tiefenschärfe. Und hier liegt der entscheidende Hebel bei der vorgegebenen Situation, die Du so gut beschrieben hast.

Du kamst nicht nahe an das Motiv, sprich die Schlupfwespe, heran – dadurch ein Aufnahmeabstand von ca. 1,5 Metern. Das bedeutet: kleiner Abbildungsmaßstab (= geringe Vergrößerung). Hier benötigt man für dieses Motiv nicht die volle Schärfentiefe einer Blende 10.0! Genau durch diese Blende 10.0 hast Du bei einem so geringen Abbildungsmaßstab soooo viel Schärfentiefe, dass die Tiefenschärfe (also der Hintergrund) davon ebenfalls viel – zu viel – abbekommt. Dadurch wird alles hinter der Wespe zu scharf, und damit zu unruhig. Die tatsächliche Schärfentiefe steht also in direktem Bezug zum gewählten Abbildungsmaßstab. 

Die Lösung wäre also gewesen, die Blende weiter zu öffnen, sogar ziemlich "weiter", vielleicht sogar bis etwa 4.0. Gleichzeitig muss dann die Perspektive möglichst flach gewählt werden, sodass die "Fläche" der aufrecht stehenden Wespe möglichst ganz im rechten Winkel zur optischen Achse liegt. Geht das nicht, muss die Kamera leicht seitlich an die Stammabrundung gelegt werden – so weit nach unten, bis es ausreicht. Dann erhält man ein Foto, welches

  • die Schlupfwespe komplett scharf zeigt
  • einen deutlich harmonisierten Hintergrundverlauf aufweist, von dem sich die Wespe ausreichend abhebt
  • eine nach hinten (oder nach oben, wie man es sehen will) verlaufende Birkenrindenstruktur, die als solche ausreichend erkennbar, aber nicht mehr störend ist

Also: Nimm von diesem Bild folgende ganz wichtige Kenntnis mit:

Bei geringerem Abbildungsmaßstab steht im Verhältnis zum Motiv mehr Schärfentiefe zur Verfügung, sodass je nach Motiv die Blende weiter geöffnet werden kann/muss.

Damit hättest Du die meisten "Probleme" bei dieser Ausgangslage lösen können.

Schärfe:

Die Schärfe im Foto liegt auf der Schlupfwespe und ist damit voll in Ordnung.

Schatten:

Der Schatten der Schlupfwespe spielt hier eine stark untergeordnete Rolle. Auf der Birkenrinde ist er so schwach zu sehen, dass sich der Bildaufbau nicht führend an ihm ausrichten sollte. Viel wichtiger sind die Wespe selbst, die Ausrichtung ihrer "Form" (langer seitlich nach hinten stehende Stachelschutzhülle – Du siehst, das ist die Stachelschutzhülle, die sich beim Bohrvorgang nach hinten wegklappt. Der Stachel selbst steckt gerade im Holz) und die Hintergrundgestaltung.

Thematik Zwischenring:

Ein Zwischenring hätte Dir hier nicht nur nichts gebracht, sondern die Sache mit dem "nicht näher rankommen" noch verschlimmert. Dies wurde schon angesprochen. Ein Zwischenring fungiert wie der Auszug des Objektivs – also wenn man durch Drehen am Fokussierrad den Schärfepunkt näher nach vorne legt und dadurch den Abbildungsmaßstab vergrößert. Der Abstand zum Motiv wird dadurch geringer.

Klemmst Du einen Zwischenring vor das Objektiv, bewirkt das das gleiche. Du hast keinen Unendlichkeitsbereich mehr bei Deinem Objektiv. Anstatt dessen beginnt der Einsatzbereich Deiner Linse erst irgendwo bei mehreren Metern, je nach Stärke des Zwischenrings. Dafür kommst Du aber beim "nahen Ende" näher ran – hast dafür aber natürlich dann hier auch einen geringeren Arbeitsabstand. Ein Zwischenring ist damit nichts anderes als eine Auszugsverlängerung.

LÖSUNG:
Die Lösung wäre also gewesen

  • entweder ein Telekonverter        oder
  • eine längere Makrobrennweite (Dein 180er)

Beides führt zu einem größeren Arbeitsabstand und hätte Dir hier geholfen. Wenn man nicht immer seine ganze Objektivpalette mitschleppen will, macht sich ein (kleiner) Telekonverter in der Fototasche ganz gut. Ein hochwertiger Telekonverter an einem hochwertigen Objektiv liefert anständige Ergebnisse und ist dann besser als kein Telekonverter. Klar, ein gutes 180er Makro ohne Konverter wäre die noch bessere Wahl. Aber was nützt das, wenn man ihn nicht dabei hat...

So, nun ist zu diesem Foto bald soviel geschrieben worden, dass man ein Buch draus machen könnte. Christine, Du siehst, was für interessante Fotos Du hier einstellst, mit was für interessanten Entstehungsgeschichten!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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Hallo Roland,

Vielen Dank für deine Beurteilung.

Und ich werde das mit dem geringen Abbildungsmaßstab mal beachten und auch das andere was du hierzu noch erklärt hast. 

In diesem Fall hatte ich die Blende 10 gewählt, da ich nicht wusste wie lange die Schlupfwespe dort am Baumstamm sitzen bleibt und ich wollte sichergehen das sie durchgängig scharf wird. 

Nachher im Video habe ich erst erfahren, das sie sich dort wohl länger aufhält.

Es war anfangs noch eine zweite Schlupfwespe dort und die ist ganz kurz gegen diese Schlupfwespe geflogen und dann wieder verschwunden. Ich vermute das sie der anderen die Beute abnehmen wollte.

Die Perspektive hatte ich aber so gehalten. Da habe ich schon sehr darauf geachtet, das die möglichst flach gewählt wurde, sodass die Fläche der aufrecht stehenden Wespe möglichst ganz im rechten Winkel zur optischen Achse lag, sonst wäre die Schlupfwespe auch nicht scharf geworden. 

Liebe Grüße sendet Dir

Christine

 

 

 

 

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ADMIN

Liebe Christine,

auch hier gilt: Bitte sage mir nächstens vorher,

  • dass Du bewusst die Blende 10.0 gewählt hattest, obwohl Dir die Nachteile bekannt waren
  • was die Gründe hierfür waren
  • und dass Dir anscheinend von vornherein die begleitende Problematik der damit verbundenen großen Tiefenschärfe und Hintergrundunruhe bekannt war.

Dann hätte ich mir auch diese sehr lange, intensive und durchgegliederte Bildbesprechung bezüglich der Auswirkung der von Dir gewählten Blende bei der obigen Aufnahmesituation sparen können. Dieser  Aufwand war umsonst. Was bringt mein umfangreicher Text, wenn Du das alles mit der Blende 10.0 vorher schon wusstest, nur halt konkrete Gründe dafür hattest, es dennoch so zu machen, wie Du es gemacht hattest? Dann teile mir bitte vorher diese konkreten Gründe mit. Sonst weiß ich nicht, dass Du das alles bereits gewusst hattest. Wir wollen und müssen hier völlig transparent machen, was wir warum tun. Ansonsten bringt dieser Aufwand, den wir bei Makrotreff betreiben, zu wenig oder sogar gar nichts.

Liegt ein Foto vor, bei dem der Makronist selbst schon die Mängel erkannt hat, ist es weder zielführend, diese schnell per Bildnachbearbeitung zu beheben und dann einzustellen, noch, sie ohne weitere Angabe hier zu zeigen. Denn dann gehe ich davon aus, dass diese Mängel nicht erkannt wurden – und schreibe mir die Finger wund. Das bringt dem Makronisten überhaupt keine Weiterentwicklung – und mir auch nicht.

Wann bringt einem Makronisten eine Bildeinstellung in die Besprechungs-Galerie hier bei Makrotreff einen Gewinn?

Also, aus dem oben Geschilderten resultiert:

Bitte (nur) Fotos einstellen, bei denen Du zu dem für Dich zutreffenden Ergebnis gekommen bist, dass sie gut gelungen sind, und bei deren Entstehung auch alles so geklappt hat, wie Du es angestrebt hattest. Darauf können wir dann gemeinsam offen, ehrlich und für Dich Gewinn bringend aufbauen.
Insekten beispielsweise, an die man aufgrund der bei der Aufnahmesituation schwierigen Bedingungen schlecht rangekommen ist und die deshalb nur ungenügend ins Bild gesetzt werden konnten, können wir hier auch nicht umsetzen. Das ist nicht über eine zutreffende Bildanalyse lösbar, sondern nur darüber, beim nächsten Mal eine bessere Situation vorzufinden.

Zum weiteren ist die Einstellung von Fotos hier bei Makrotreff sinnvoll, bei denen der Makronist zwar alles versucht hat, was er so an Repertoire drauf hatte, er aber irgendwie weiß, dass da noch Luft nach oben ist, aber nicht weiß, wie er da hinkommt. Das ist dann die Frage nach dem nächsten eigenen fotografischen Entwicklungsschritt. Beim Anvisieren und eventuell Erreichen dieses nächsten Schritts helfen wir gerne.

Für die übrigen Fälle von Bildeinstellungen haben wir drei Möglichkeiten hier bei Makrotreff eingerichtet:

  1. Innerhalb der Besprechungs-Galerie: das Häkchen "Nein Danke" bei Bildbesprechung erwünscht? anklicken. Damit kann man sehr erfolgreich meine (nervige) Besprechungs-Tätigkeit wegklicken :-)
  2. Das entsprechende Foto oder besser gesagt: die entsprechende Thematik in die Rubrik "Diskussion" bringen
  3. Bei einem umfangreichen Anliegen kann jeder angemeldete Benutzer einen eigenen Post zum Thema erstellen

Bei allen drei Wegen haben wir die Möglichkeit programmiert, dass jeder angemeldete Benutzer und auch Besucher Beiträge im unten angehängten Diskussionsfeld einträgt. Nur, wenn wir diese Einteilung auch ernsthaft durchziehen, wird Makrotreff eine Plattform mit einem immer umfangreicheren Wissensschatz werden, der jedem Benutzer und Besucher offen steht und viel Wissenswertes zum Thema Makrofotografie bietet – gut gegliedert, präzise auf den Punkt gebracht.

Lieber Gruß,

Roland

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