Amaryllis

Hallo Macfreunde,

mich interessieren eure Ansichten über die beiden Bildschnitte.

Gerhard.

Kommentare

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gerhard,

Das unbeschnittene Foto finde ich von der Bildqualität her am besten, da noch alle Pixel vorhanden sind aber unter anderem auch da ich annehme das es ein Stack ist und an einigen Stellen des Blütenstempels sieht man deshalb auch ein paar etwas anders Strukturierte und nicht ganz glatt anliegende Veränderungen die ein anderes Muster haben und wo der Stack scheinbar nicht richtig verarbeitet ist.

Beim stärkeren vergrößern bzw. beschneiden, sieht man das dann vermehrt. Die drei grünen…Pflanzenteile, ich weiß nicht wie man die genau nennt, es gehört auf jeden Fall zur Pflanze empfinde ich als etwas störend im Bild. Außerdem steht der Blütenstempel ziemlich weit links am Rand und in diese Richtung ist er auch leicht gedreht ausgerichtet was nicht so vorteilhaft ist. Also ein Beschnitt denke ich wäre schon viel vorteilhafter trotz der Stellen die beim Stack nicht richtig verarbeitet worden sind.

Bei deinem zweiten Foto mit dem Beschnitt ist es natürlich ähnlich, nur das die grüne Pflanzenteile hier jetzt dadurch fehlen, aber vom Beschnitt her ist es ein Quadrat und auch das ist hier in diesem Fall nicht so das passend dafür. Denn oberhalb ist dort noch ziemlich viel Platz und wenn man den Blütenstempel höher hineinsetzt ist es auch nicht viel anders, dann ist es insgesamt einfach zu mittig wenn man die grünen Pflanzenteile aussparen möchte

Mein Vorschlag wäre hierfür ein 16:10 Format und dabei den oberen Teil des Blütenstempels etwas höher gesetzt, rechts etwas weniger Platz lassen und links ein wenig mehr, damit in die Blickrichtung links ein klein wenig mehr Platz wie rechts übrig bleibt.

Den oberen Teil des Stempels finde ich am aussagekräftigsten und mit einem 16:10 finde ich kommt er sehr schön zur Geltung. Auch in der breite. Dadurch wo er hier (siehe unten) auch etwas höher im Bild ist, sieht man ihn etwa in der Augenhöhe, was alles nochmal viel interessanter macht.

Liebe Grüße Sendet

Christine :-)

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Danke, Christine für deinen Kommentar, die Verrechnungsfehler sind mir auch aufgefallen.

1. Ich habe zwei Zwischenringe (21+13 mm) zwischen mein Makroobjeltiv gesetzt und  7 x gestackt.

2. Bearbeitet mit HeliconFokus, ,mit PS CS6 und mit Affinity Photo. Alle drei zeigen ähnliche Fehler in den hellen Bereichen. 

Entweder waren die ca. 0,6 mm Schritte noch zu groß oder die Qualität des Objektivs zeigt die Grenzen.

3. Die grüngelben Pflanzenteile sind die Staubgefäße und mir gefiel in der Schärfeebene die Gegenüberstellung von Stempel und Staubgefäß. Und mit den unscharfen Staubgefäßen glaubte ich eine gewisse Tiefe andeuten zu können.

4. Ich liebe auch vorzugsweise das Querformat und war eigentlich von dem Quadrat selbst nicht überzeugt.

5. Deinen Vorschlag find ich super und werde ihn  weiter verfolgen.

 

Vielen Dank, Gerhard.

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gerhard,

Danke, ich freue mich darüber das Dir mein Vorschlag gefällt. Und ja aus einer so schönen Amaryllis Pflanze wie deine, da kann man doch sehr viel machen. Vielleicht kannst Du ja beim nächsten mal gleich etwas näher beim Fotografieren heran gehen und dann ist es auch gleich etwas Format füllender.

Liebe Grüße

Christine :-)

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Hallo Christine,

näher ging nicht, weil ich fast an der Naheinstellgrenze mit den zwei Zwischenringen war, deshalb habe ich es mit der Vorsatzlinse noch einmal versucht. Das Ergebnis ist beschnitten, aber keine Ausschnittvergrößerung.

Ein weiterer Versuch ist allerdings nicht mehr möglich, diese Blüte hat ausgeblüht und die anderen 4 entwickeln nicht so schön gekrümmte Stempellippen.

Gerhard.

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gerhard,

dann ist das schon klar, ich verstehe die Naheinstellgrenze war schon erreicht!

Die Stempel sind ja auch wirklich extrem klein und wenn man hier diese Vergrößerungen davon sieht, sogar schon bei dem unbeschnittenen Foto dann vergisst man das sehr schnell mal wieder.

Liebe Grüße

Christine :-)

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ADMIN

Hallo Gerhard,

wunderbar, Du experimentierst wieder einmal. Herausgekommen sind super farbenfrohe Bilder.

Deinen Ansatz, durch das Integrieren der Staubgefäße eine "gewisse Tiefe" ins Bild zu holen, kann ich gut verstehen. Aber leider werden die Staubgefäße mehr als unscharfe, gelbgrüne "Kleckse" wahrgenommen, die die wunderbaren Rundungen des Stempels eher sogar "stören". Deshalb finde ich den Ausschnitt deutlich wirkungsvoller und damit gelungener, insbesondere im Rechteckformat.

Im Übrigen stimme ich obigen Ausführung zu.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Roland, mit Christine habe ich einen langen Erfahrungsaustausch gehabt, dass war sehr schön, ich habe gelernt.

Zum Thema Stacking habe ich eine Frage an dich zu den Abständen. Ich habe einen Schlitten mit Feinvortrieb bei dem 1 Umdrehung 0,6 mm Veränderung erzeugt. Es ist für mich immer die Frage 1 oder 1/2 oder, oder..Umdrehungen.

Fa. Helicon Fokus bietet ein SteuerungsProgramm für eine Camera an. Dabei soll man nur den Fern- und Nahpunkt einstellen und die Software errechnet die erforderlichen Zwischenschritte.

Ich schließe daraus, dass es eine mathematische Funktion (Formel) gibt, um die Zwischenschritte zu errechnen.

Ist dir eine "Faust"formel bekannt, mit der man, evtl.  in Abhängigkeit von der Blende, die Zahl der erforderlichen Schritte ermitteln könnte?

Und eine zweite Frage, setzt eine Vorsatzlinse (ähnlich den Zwischen- und Umkehrringen) auch die max Blendengrenze für die Brechungsunschärfe herab?

Mit freundlichen Grüßen Gerhard.

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Gerhard,

zu Deinen Fragen:

Faustformel

Mir ist keine Faustformel bekannt, mit der man selbst die erforderlichen Zwischenschritte berechnen kann. Kann sein, dass es so etwas gibt, glaube ich aber eher nicht. Dadurch, dass verschiedene Einflussgrößen (Blende, Abbildungsmaßstab, Brennweite usw.) zusammenkommen, wird die ganze Sache rechnerisch recht kompliziert. Es dürfte fraglich sein, ob so etwas mittels Faustformel zufriedenstellen zu vereinfachen ist.

Ich mache dies immer nach Gefühl. Ich weiß so in etwa, wie der Schärfentiefenbereich bei den jeweiligen Kombinationen ausfällt und treffe dann die notwendigen Entscheidungen. 

Vorsatzlinse

Du fragst, ob eine Vorsatzlinse die max. Blendengrenze für die Brechungsunschärfe herabsetzt. Dieses Thema hatten wir kürzlich in einem anderen Zusammenhang.

Gehe anders an diese Sache ran. Eine Nahlinse/Vorsatzlinse vergrößert – und zwar alles! Sie vergrößert den Abbildungsmaßstab, aber auch Fehler/Abbildungsschwächen der Optik. Deshalb ist es sinnvoll, sich bei Verwendung solcher verstärkenden Zubehörs dem Ursprungs-Optimum des verwendeten Objektivs noch etwas mehr zu nähern. Und das ist bei den meisten Objektiven so im Bereich der Blende 4.5 – 5.6. Hier liegt also in der Regel die höchste Abbildungsleistung. Je weiter Du Dich nach oben oder nach unten entfernst, desto mehr nehmen die Abbildungsfehler zu – selbst bei einem absoluten Spitzenobjektiv. Das ist ein Prinzip, das relativ gesehen auf jede Linse zutrifft.

Das bedeutet also auch, dass der Grat der "Vergrößerung (= Verstärkung) der Vorsatzlinse eine Rolle spielt. Oben Beschriebenes spielt somit beispielsweise bei einer 250er Linse eine größere Rolle als bei einer 150er.

Beugungsunschärfen beginnen ebenfalls, sobald man das "Optimum" eines Objektives verlässt. Liegt also beispielsweise die optimale Leistung bei einer Linse bei Blende 4.5, dann ist bereits bei Blende 6.3 eine Beugungsunschärfe da, nur eben eine sehr geringe, zwar meßbare, aber nicht sichtbare, zumindest nicht unter "normalen" Praxisbedingungen. Aus dieser Betrachtung heraus entstehen die Richtwerte, bis zu welcher Blende man schließen sollte. Diese Richtwerte orientieren sich also an der Praxis, nicht an der theoretischen Messbarkeit der Beugung.

Und genau diese dort bereits vorhandene Beugung wird eben durch eine "verstärkende" Linse mit verstärkt. Deshalb sollte man hier, wenn´s geht, diese Beugungs-Grenze noch etwas "strenger" festlegen, also die Blende eher 1/2 bis 1 Stufe weiter schließen, näher in Richtung Optimum einstellen, um den Verstärkungseffekt zu kompensieren. Aber dies hängt, wie oben beschrieben, natürlich auch stark mit der Stärke der Vorsatzlinse zusammen.

Das ist das Grundprinzip. Den Rest wirst Du ausprobieren müssen. Das hängt auch sehr von Deinem Anspruch und auch von Deiner Fähigkeit ab, Abbildungsfehler beim Betrachten eines Fotos zu identifizieren.

Liebe Grüße,

Roland

 

 

Profile picture for user Gast
Erstellt von Gast (nicht überprüft) on Mi., 07/02/2018 - 09:19 Permalink

Danke, Roland, für deine wortreiche Erklärung, deine Arbeit hat sich gelohnt, ich habe wieder viel gelernt.

Der letzte Absatz "tröstet"  mich. Ich habe den letzten Amaryllis-Stempel eigentlich für mich als gut befunden - Christine hat dann von mir unbemerkte winzige rote Punkte als weiße Stellen identifiziert und evtl wäre noch mehr Schärfe bei 5,6 als bei 10 bemerkbar gewesen, aber man sie identifizieren können.

Gerhard. 

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