Absolem – Raupe des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon)

Hallo zusammen,

nachdem ich mich vor einigen Tagen hier angemeldet habe, ist es jetzt mal an der Zeit mein erstes Foto hochzuladen.

Das Foto zeigt eine Raupe des Schwalbenschwanz, die sich hier über einen kleinen Fenchel her macht.
Während die meisten von euch vermutlich eher an die kleine Raupe Nimmersatt denken, muss ich bei diesem Bild immer an Absolem aus Alice im Wunderland denken.
Wie sie den Fenchel festhält, hat es für mich etwas von Absolem mit seiner Wasserpfeife.

Zum Foto, zugegeben, die Schärfe könnte besser sein, für so ein großes Model wäre Blende 8 vermutlich besser gewesen, aber dann wäre der Hintergrund zu unruhig geworden.

Bildnachbearbeitung ist eigentlich nicht so mein Thema, aber bei diesem Bild habe ich mich mal dran versucht.
Das Bild ist ingesamt etwas aufgehellt, ein Stück vom Fenchel aus dem Vordergrund oben rechts wegretuschiert und ein minimaler Beschnitt am unteren und am linken Bildrand.
Für die Reflexion, direkt hinter dem Kopf der Raupe, hab ich keine so richtige Idee.

Ich mag dieses Bild trotzdem sehr und hoffe, dass es euch auch gefällt.

Kommentare

Profile picture for user Danny
Erstellt von Tanja (nicht überprüft) on Mo., 16/07/2018 - 21:53 Permalink

Tolles Bild! Gefällt mir sehr gut und ich finde die Reflexion hinter dem Kopf der Raupe überhaupt nicht störend. 

Alice im Wunderland würde das Porträt von Absolem sicher gefallen! 

Will mehr!

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Nicole,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Auch mir gefällt dieses Foto sehr gut. Es zeichnet sich durch ein paar Besonderheiten aus: interessante Pose der Schwalbenschwanz-Raupe, hm, seltsames Licht/Brillanz (dabei lasse ich es erst einmal, siehe hierzu weiter unten), und ein super toller Hintergrund (Bokeh!).

Gehen wir ins Detail:

Schärfe

Das Thema hattest Du selbst bereits angesprochen. Ergänzen möchte ich nur noch, dass die Schärfeebene tatsächlich ganz knapp hinter dem Raupenkopf liegt.

Aber die Tatsache, dass dieses Foto nicht die oberknackige Schärfe aufweist, ist hier etwas relativ. Die Gesamtstimmung des Bildes fängt den Bildbetrachter sehr schnell und stark ein – damit rückt die Bedeutung einer perfekten Schärfe etwas in den Hintergrund. Passt also!

Bildbearbeitung

Vielen Dank, dass Du die von Dir vorgenommenen Eingriffe so genau beschrieben hast. Das hilft mir (und damit auch insbesondere Dir) bei der Bildanalyse.
Auch, wenn die Bildbearbeitung nicht so ganz Deine Sache ist, sind Dir insbesondere die Retuschearbeiten sehr gut gelungen – und so, wie Du sie beschreibst, natürlich auch voll in Ordnung.

Belichtung

Du schreibst, Du hättest das Bild nachträglich aufgehellt. Das sieht man.

Hier ein kleiner Ausflug zum allgemeinen Wesen der Bildbearbeitung:

Solche "Eingriffe" bleiben leider in der Regel nicht folgenlos. Das wird leider sehr stark unterschätzt. Ich erlebe haufenweise Experten, die "fotografieren" mehr mit ihren Bildbearbeitungsprogrammen als mit der Kamera. Das man hier nichts zum Nulltarif bekommt, wird dabei oft übersehen oder sträflich missachtet. Aber die gesamte Welt der Fotografie – und das gilt für die Makrofotografie in besonderem Maße – ist eine Welt der Kompromisse. Und so fährt man sich bei den meisten bildverbessernden Nachbearbeitungen auch einen oder mehrere Nachteile frei Haus mit ein.

Zurück zum Foto:

Im Bild oben hat die Brillanz ein wenig eingebüßt. Das ist "normal" bei stärkeren nachträglichen Aufhellungen – und auch gar nicht so einfach, anschließend wieder zufriedenstellend herzuholen.

Versuche dennoch, das Foto noch etwas mehr aufzuhellen – über alle Lichtwerte hinweg. Gegebenenfalls anschließend auch die Kontraste noch ein wenig anheben. Es ist immer noch etwas zu dunkel.

LÖSUNG:
Die eigentliche Lösung liegt im Erkennen der Situation vor dem Draufdrücken auf den Auslöser. Was ist oben bei Deiner Aufnahme "passiert"?

Du hast eine super attraktive tiefe Perspektive gewählt. Dadurch ist ein Stück Himmel ins Bild "gerutscht" (was natürlich sehr gut war und mitverantwortlich für den super Hintergrund ist – aber darum geht es jetzt nicht :-)!).
Auf das "Erscheinen" des hellen Himmels im Sucherbild "sagt" sich die automatische Belichtungsmessung der Kamera (ausgenommen Spotmessung): "Boah äh, da kommt ja was ganz was Helles rein, da mache ich mal ordentlich zu, damit das alles nicht zu hell wird hier!"
Sie ermittelt also einen Schnitt zwischen dem hellen reinkommenden Himmel und dem relativ dunkleren Umgebungsbereich – und je größer die Bildfläche des hellen Himmels wird, desto mehr reagiert die Belichtungsmessung "gegen", entscheidet sich also für einen Kompromiss in Richtung hellem Himmel. Denn sie muss ja einen Kompromiss finden, schließlich gibt´s am Ende nur eine Belichtung (Wir hatten dieses Thema beim Workshop.).

Und nun ist die Makronistin gefragt: Sie muss erkennen: "Ja, da kommt zwar Himmel ins Bild, und der ist auch (überdurchschnittlich) hell, aber er darf/soll auch im Bild nachher hell bleiben (Anmerkung vom Foto-Geist: diese Feststellung ist hier sehr wichtig!). Deshalb greife ich in die Belichtung ein und "fahre" die Kompromisslösung der automatischen Belichtung wieder ein wenig zurück." Das bedeutet also: korrigierend in die Belichtung eingreifen (mittels der Belichtungs-Korrektureinstellung in Drittel-Stufen) und das Ganze wieder aufhellen.

Und schwupp: Das Bild wird nicht zu dunkel. Es muss anschließend nicht aufgehellt werden mit all den begleitenden negativen Nebenwirkungen. Es wird von vornherein korrekt belichtet, und Deine hervorragende Optik kann seine tollen Brillanzwerte ausspielen.

Ich habe jetzt mal ein bisschen so gedacht wie die Kamera :-). Aber so funktioniert das Ganze.

Bildausschnitt

Du hast den von Dir vorgenommenen Beschnitt genau beschrieben. Ich kann somit daraus entnehmen, dass der obere Bildabschluss dem Original-Abschluss entspricht. Schade, denn der Abstand zwischen Raupe und oberem Bildrand ist ein bisschen knapp. Hier wäre etwas mehr "Rahmen" besser, dann sieht die Raupe nicht so "angeklatscht" aus.
[Du weißt, ich übertreibe wieder ein wenig, aber Du kennst mich... :-)!]

So genug geschrieben über ein an sich schon super tolles Bild! Jetzt höre ich auf, sonst fängt bald die Adventszeit an – und ich schreibe immer noch… (grins).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

[PS: Ich ergänze den Artnahmen oben im Titel – der besseren Auffindbarkeit wegen.]

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Makronist

Hallo Roland,

vielen Dank für die ausführliche Bildbesprechung!
Deine Bildbesprechungen zu lesen ist immer unterhaltsam und lehrreich zugleich und wenn es dann noch um ein eigenes Bild geht, bekommt das Ganze noch einen ganz anderen Stellenwert.

Danke für die vielen Tipps bezüglich der Bildbearbeitung, ich denke, ich werde mich am Wochenende mal hinsetzten und diese versuchen umzusetzen und hoffe dann ein Absolem 2.0 oder zumindest 1.1 präsentieren zu können.
Zugegeben, ich finde das Bild selbst etwas matt und hatte bei der Bildbearbeitung schon etwas rumprobiert, die Ergebnisse waren allerdings entweder etwas zu dunkel bzw. zu matt oder es ist dann schnell ins Künstliche umgeschlagen.
Ich denke, ich werde das einfach üben müssen.

Darum bin ich dir für den Tipp zu Vermeidung dieser Belichtungsfehler besonders dankbar, das erspart mir lästiges Nachbearbeiten.
Also werde ich meine Kamera mal fragen, ob sie wirklich so denk und es beim nächsten mal versuchen mit ihr ausdiskutieren, bevor ich den Auslöser drücke. ;-)

Und das mit dem Bildausschnitt hast du schon ganz passend formuliert, ich finde auch, dass sie ein bisschen "angeklatscht" aussieht und ihr der richtige Rahmen fehlt.
Darum hatte ich auch so genau beschrieben, wo ich das beschnitten habe, damit klar ist, dass ich ich sie nicht nachträglich so ungünstig platziert habe.
Naja, eigentlich hatte ich gehofft, es fällt nicht auf. ;-)

Vielen Dank und viele Grüße,

Nicole

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Makronist

Hallo Roland,

soweit so gut, ich bin zurück aus dem Wunderland der Bildbearbeitung.

Ich habe nochmal ganz neu mit der RAW Datei gestartet, Belichtung, Helligkeit, Klarheit, Sättigung, Kontrast alles bisschen hochgezogen oder wie immer man das nennt. Den dadurch entstandenen Gelbstich versucht mit dem Weißabgleich zu korrigieren.
Die oben beschriebene Retusche und den Beschnitt vorgenommen.
Zusätzlich, auch wenn du es nicht explizit erwähnt hast, aber ich habe es in einem anderen Beitrag mit so einer Raupe gelesen, ein bisschen "Bio-Müll" entfernt.

So richtig überzeugt bin ich von meinem Versuch nicht, ihr plant nicht zufällig einen Workshop zum Thema Bildbearbeitung?
Ich würde mich dann schon mal vormerken. ;-)

In diesem Sinn,
Viele Grüße,
Nicole

 

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ADMIN

Hallo Nicole,

ja, der rechte Teil des Fotos kommt aufgehellt besser zur Geltung. Allerdings ist der linke Teil des Bildes, insbesondere der obere, wo der Himmel ins Bild kommt, vorher besser gewesen. Er ist nun zu hell, die zarten Strukturen saufen ab. Das, was vorher sehr attraktiv war, ist nahezu zerstört.

Dies kannst Du vermeiden, indem Du nur die mittleren Töne, gegebenenfalls auch die unteren Töne aufhellst, sodass dieser helle Bereich möglichst unverändert bleibt. Das ist bei diesem Foto wichtig, um dieses weiße Loch da oben links in der Bildecke zu vermeiden.

Das "Säubern" hat der Raupe sehr gut getan :-).

Nein, ich plane keinen Workshop zum Thema Bildbearbeitung. Hierzu gibt es zahlreiche Angebote, von Volkshochschulen über Webinare in Netz bis hin zu umfangreichen professionellen Schulungen. Da verweise ich lieber auf schon Bestehendes.
Aus diesem Grunde gebe ich hierzu meist nur kurze Empfehlungen. Eine intensivere Behandlung dieses Themas würde den Rahmen hier bei Makrotreff schnell sprengen und binnen kurzer Zeit den Hauptanteil übernehmen. Und das widerspricht ein wenig unseren Zielen: das Makrofotografieren selbst zu verbessern und Informationen zu den fotografierten Motiven zu erhalten.

Allerdings erarbeite ich gerade einen weiteren Foto-Workshop (zusätzlich zum Makrofoto-Workshop) mit einem anderen, super reizvollen Thema; wir sprachen in Wittighausen darüber. Er wird im nächsten Jahr kommen... 

Lieber Gruß,

Roland

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Makronist

Hallo Roland,

vielen Dank für deine Antwort!!!

Auf ein Neues, alles guten Dinge sind ja bekanntlich drei, nach dem Versuch werde ich auch aufhören deine Zeit für dieses Bild zu beanspruchen.

Das mit dem Workshop bezüglich Bildbearbeitung war eigentlich nur ein Scherz, der zum Ausdruck bringen sollte, wie schwer ich mich mit dem Thema tue. Du hast ja schon in Wittinghausen gesagt, dass das nicht der Fokus bei Makrotreff ist, was ich auch sehr gut finde.
Trotzdem Danke für den Hinweis mit der Volkshochschule, ich werde mich mal schlau machen.

Außerdem ist der Workshop, den du für nächstes Jahr planst ungleich spannender!!! :-)

Zurück zu dem Bild, ich denke, ich habe es bei dem Versuch alles unter einen Hut bekommen zu wollen, erfolgreich verschlimm-besser.
Ich habe zwar verstanden, was du mir sagen wolltest, musste aber auch erst das World Wide Web befragen, wie das technisch funktioniert.
Das Ergebnis... naja, schau selbst, eine Mischung aus der ersten und der zweiten Version, aber ich finde es nicht besser, finde das Ergebnis doch wieder recht dunkel. Bei einer anderen Version sah alles sehr künstlich aus, auch nicht schön.

Was ich allerdings besser finde, habe den Beschnitt weggelassen, um dem Tier mehr "Luft" zu gönnen, das störende Element in der Ecke, das ich vorher weggeschnitten habe, jetzt durch retuschieren entfernt.

Vielleicht sollte ich es bei der 2.Version belassen und beim nächsten mal einfach vorher dran denken, die Belichtung zu korrigieren. :-)

Viele Grüße,

Nicole

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ADMIN

Hallo Nicole,

ja, ich kann Deine Skepsis nachvollziehen. Dieses Foto ist nicht ganz einfach über Nachbearbeitung zu optimieren. Und es ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wichtig und sinnvoll es ist, von vornherein eine möglichst korrekte Belichtung zu erzielen.

Trotzdem: Es ist ein wunderschönes, stimmungsvolles Foto mit viel Licht und weichen Übergängen.

Lieber Gruß,

Roland

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