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ADMIN

Wertfreiheit

Hallo Martina,

kurz gesagt: Weil über alldem die Bewertung des Menschen steht.

Ein sehr interessanter Aspekt, den Du hier ansprichst.

Differenzieren wir die ganze Sache mal.

Die Kastanie

Die Folge der oben gezeigten und beschriebenen zweiten Blüte (ich nenne es in diesem Zusammenhang nicht wertend Notblüte) der Kastanie ist wahrscheinlich das Absterben des Baumes, bestenfalls eine deutliche Schwächung im kommenden Jahr aufgrund des Absterbens von Kronenteilen und/oder ein Ausfallen des Blüh- und damit Fruchtansatzes für mindestens ein Jahr.

Die Erdbeere

Die Folge bei den von Dir genannten Erdbeeren ist eine zweite Frucht – wahrscheinlich begleitet und begünstigt durch menschliches Hinzutun (Zuchtformen, Düngung, Wässerung, Abwehr von Schadeinflüssen), denn ich vermute mal, Du sprichst von kultivierten Zuchterdbeeren. Der Menschen neigt aus seiner anthropozentrischen Haltung heraus zu der Sichtweise, dies als gut zu empfinden ("zweite Ernte möglich").

Aus der gleichen Sichtweise resultiert das wertende Wort Notblüte. Im ersten Schritt scheint hier zwar tatsächlich eine Not vorzuliegen; die Kastanie hat schließlich in der Tat ein Überlebensproblem. Also auch aus ihrer auf sich bezogenen Sicht ist hier etwas Bedrohliches im Gange.

Die übergeordnete Betrachtung

Treten aber sowohl der Mensch als auch die Kastanie einen Schritt zurück (hm, bei mir können Kastanien einen Schritt zurücktreten :-)), könnte sich auch eine wertfreie Sicht dieser gesamten Situation ergeben – die Sicht einer Neuordung: Die Erdbeeren blühen und fruchten rascher, die Kastanie weicht einer anderen Lebensform, vielleicht einem Baum, der besser mit den veränderten Gegebenheiten zurecht kommt.

Nur: Wenn man seine Sichtweise einer solchen Wertfreiheit unterstellt, muss man auch den Menschen und damit sich selbst mit einbeziehen. Denn wir sind ein Teil dieses Systems, und damit auch ein Teil der in Gang gesetzten großen und raschen Neuordung, an deren Ende gegebenenfalls der Mensch einer anderen Lebensform weichen muss und wird.

Lieber Gruß,

Roland

 

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