Krokus

Canon EOS 80D, f/3,5m 1/2000, ISO-100, 100 mm

Kommentare

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ADMIN

Hallo Arcadia,

jetzt erscheinen sie überall: die Krokusse. Und sie sind wunderbare Fotomotive.

Du hast ein schönes Exemplar gefunden, eine sehr natürliche Form unter all den gärtnerisch veränderten Varianten.

Zum Foto:

Schärfe:

Die Punktschärfe liegt auf Teilbereichen der Blütenblätter.
Analysieren wir kurz das Bild: Das Hauptmotiv ist die Krokusblüte. So, wie Du es fotografiert hast, ist hier aber noch nicht Ende. Denn Du hast mit der Kamera perspektivisch eine offene Seite der Krokusblüte "angesteuert" - und damit liegt das Hauptmotiv innerhalb der Krokusblüte - nämlich die gelbe Narbe. Und die ist außerhalb der Schärfenebene. Aufgrund der von Dir gewählten Perspektive mit Sicht ins Innere der Blüte sowie der auffälligen gelben Farbe lenkst Du aber erfolgreich den Blick des Betrachters genau dorthin. Also muss hier auch die volle Schärfe liegen. Tatsächlich liegt sie aber kurz dahinter.

Das Foto ist übrigens ziemlich stark überschärft. Es weist starke Artefakte auf. Hiermit unbedingt zurückhaltender umgehen.

Tiefenschärfe:

Zum weiteren ist der Hintergrund relativ unruhig - trotz der Wahl der Blende 3.5. Woran liegt das?
Das liegt einerseits an der "Nähe" des Hintergrundes zur Blüte. Diese Nähe kannst Du "vergrößern", indem Du eine tiefere Aufnahmeperspektive wählst. Anders ausgedrückt: Gehe mit der Kamera noch weiter runter! Dadurch wird der Boden im Hintergrund flacher, Du erhältst mehr leeren Raum hinter der Pflanze, der dann harmonischer abgebildet wird. Du siehst das schön im oberen Drittel des Bildes; dort ist der Hintergrund mehr beruhigt als im mittleren Drittel. Das wandert dann quasi nach unten.

Auch wenn Du dann feststellen wirst, dass infolge der tieferen Perspektive die schönen gelben Innenteile der Blüte weniger sichtbar werten: Eine andere Lösung gibt es hier kaum, weil Du nicht den Boden verschieben kannst. Alternative: andere Pflanze an anderer, besser geeigneteren Stelle suchen.

Das weitere Problem beim Hintergrund sind die hellen, schneidenden Linien. Helle Linien sind immer problematischer (weil auffälliger) als dunkle. Die Haupt-Störenfriede hier sind die beiden Linien unmittelbar rechts neben der Blüte und diejenige, die Mitte links zum linken Bildrand verläuft. Dazwischen gibt es noch einige weitere.

LÖSUNG:
Solche Linien sind bei diesen Motiven in der Regel vertrocknete Gräser. Das beste ist, sie bereits vor der Aufnahme als störend zu identifizieren und dann zu entfernen. Das spart eine Menge Arbeit nach der Aufnahme. Am besten geht das, wenn Du testweise vor der Aufnahme die Abblendtaste betätigst. Dann siehst Du in etwa, wie sich der Hintergrund entsprechend der eingestellten Blende darstellen wird. Und was Du hier nicht als störend erkennst und beseitigst, musst Du nachher mühsam per Nachbearbeitung entfernen.

Bildgestaltung:

Ein Hochformatmotiv (einzelner, länglich aufrecht stehender Kaktus) im Querformat zu fotografieren, ist zwar grundsätzlich möglich, sollte dann aber in der Regel nicht mittig abgebildet werden. Hier in Deinem Fall den Krokus leicht nach links in die linke Bildhälfte platzieren und dann in seiner Schrägstellung nach rechts ins offene Bild "schauen" zu lassen, würde dem Foto mehr Spannung verleihen.

Farbe:

Trotz eigentlich guter Lichtverhältnisse (nicht zu grell) kommen die Farben ziemlich blass rüber, ist wenig Brillanz im Bild. Hier würde ich per Nachbearbeitung ein "Schüsschen" dazugeben. Dabei aber aufpassen, dass die Grüntöne nicht verfälschen!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Roland,

vielen Dank für den ausführlichen Kommentar! Ich versuch's nochmal, wenn der Regen aufhört.

Liebe Grüße.

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