Kontrollflug am Insekten-Hotel

Kontrollflug einer Deutschen Wespe am Bienen-Hotel im Garten.

Aufgenommen mit einer Nikon D7000, Rollei Makro-Apogon 4/120 HFT PQS + Achromat +5, Ausgelöst über Lichtschranke mit Steuerung, Belichtung Blitzlicht.

 

Gruß Werner

 

Kommentare

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Makronist

Hallo Werner,

für mich ist das ein fantastisches Foto! Gratuliere!

Wie muss ich mir die Lichtschranke vorstellen: als einen schmalen Streifen oder als eine Art Vorhang? Du kannst doch nicht wissen, auf welcher Höhe des Bienen-Hotels ein Insekt einschwebt? Kannst du bitte auch etwas zur Blende und der Zeiteinstellung sagen?

Es dankt

Mainecoon

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Hallo Mainecoon,

Als Lichtschranke verwende ich eine Gabellichtschranke (sieht aus wie ein U) mit einem Punktlicht am Gebelend.,

Gebelweite ist 40 mm. Wo das Tierchen dann auslöst ist seine Entscheidung und von mir nicht beeinflussbar.

Blende 16 bis 22 je nach Umgebungslicht.

Verschluss Zeit 1/1000 Sek.

Das fehlende Licht wird von 1-3 Metz MZ40 Blitzen  oder einem Metz Ringblitz ausgeglichen.

 

Gruß Werner 

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Werner,

die Gute ist Dir ja erfolgreich in die Lichtschranken-"Falle" gegangen, oder besser gesagt geflogen. Und dann noch aufgenommen mit einer höchst interessanten Linse. Tolles – und seltenes – Teil!

Bei der "Guten" handelt es sich um eine soziale Wespe. Sie baut Waben und lebt somit in einem Staat, nicht in einem "Hotel", also auch nicht in einem Insekten-Hotel. Somit handelt sich ihr Auftauchen am Insekten-Hotel auch nicht um einen Kontrollflug, sondern wohl eher entweder um einen von Neugier geleiteten Seitenabstecher oder um einen Erkundungsbesuch, ob hier vielleicht Beute zu holen ist – was aber an Insekten-Hotels in der Regel nicht der Fall ist.

Es handelt sich also mehr um einen Zufallstreffer, der Dir da in die Lichtschranke geflogen ist. Damit ist das Bild aber nicht weniger interessant!

Zum Foto:

Schärfe / Schärfentiefe

Das Objektiv ist zwar scharf wie ein Damastmesser, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Foto nicht zusätzlich etwas überschärft ist. Ich kann es nicht genau beurteilen, weil Du das Foto in zu geringer Größe eingestellt hast. Beachte bitte hierzu unsere eigentliche Mindestkantenlänge von 1800 Pixel.

Die Schärfentiefe reicht für die Wespe aus. Du hast allerdings nicht angegeben, ob Du einen Beschnitt vorgenommen hast. In der Regel richtet man Lichtschranken nicht so eng im Ausschnitt aus, sondern deutlich weiter, sodass anschließend ein stärkerer Beschnitt durchgeführt wird. Ist die auch hier der Fall?

Hintergrund

Wie die Sache mit dem Beschnitt auch ausfällt, der Hintergrund ist recht strukturiert. Mir (!) ist er etwas zu unruhig. Insbesondere die dunklen, fast nach unten absaufenden Bereiche (Lichtausleuchtung durch die Blitze?) bringen viel Unruhe ins Bild und sind dadurch etwas störend.

LÖSUNG:

  • Beruhigung des Hintergrundes vor der Aufnahme durch entsprechende Vorbereitung. Durch den Aufbau der Lichtschranke kann ja alles mehr oder weniger vorbereitet werden,  und/oder
     
  • entsprechende Ausrichtung von Zusatzblitzen auf den unruhigen Hintergrund, damit bei dessen Wiedergabe zumindest nicht auch noch Licht-Schatten-Wechsel hinzukommen,  und/oder
     
  • unter Umständen die Blende um eine Stufe schließen. Bei guter Ausrichtung der Lichtschranke und je nach Abbildungsmaßstab reicht dies noch völlig aus (wobei ich über den tatsächlichen Abbildungsmaßstab nichts sagen kann, weil ich den Beschnitt-Grad nicht kenne).

Kontraste

Auch die Kontraste sind sehr stark – eher etwas zu stark. Die schwarzen Körperstellen auf der Wespe saufen teilweise nach unten ab. Dies ist bei einer guten Blitzausleuchtung mit mehreren Blitzen ungewöhnlich. Woran liegt das? Auch hier stellt sich die Frage nach der Stärke des nachträglichen Beschnitts. Vielleicht kannst Du hierzu noch Angaben machen.

Sehr schön ist zu sehen, dass infolge der Verwendung der Blitze die tatsächliche Belichtungszeit sehr kurz ist. Ich vermute, sie liegt jenseits 1/20.000 Sekunde. Dies ist daran zu erkennen, dass die Flügel der Wespe scharf – man spricht von eingefroren – sind. In ihrer Rotation liegt die stärkste Bewegung der fliegenden Wespe. Und die muss erst mal gestoppt werden!

Ein spannendes Foto, das eine spektakuläre Situation dokumentiert und einen hohen fototechnischen Einsatz erfordert.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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