Zeit der Pilze

Diesen haarigen Pilz habe ich im Wald gefunden besetzt mit Pilzsporen nehme ich an. Schnecken findet man im Moment recht häufig .Wie auch hier. :-) Den Rand habe ich aufgehellt mit Vignette.

Die Blätter fallen und Herbststimmung überall.

Kommentare

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ADMIN

Hallo Gabi,

es dürfte sich um einen Pilz aus der Gruppe der Helmlinge handeln, der selbst von einem Zersetzungspilz befallen ist.

Zu diesem Foto gibt´s einiges zu besprechen:

Perspektive / Hintergrund:

Wenn man das Bild anschaut, was sieht man als allererstes?

Relativ viel Wirrwarr. Wirrwarr bei den Strukturen (Schärfe und immer noch recht scharfe Unschärfe), Wirrwarr bei den Farben (alles in Brau-Gelb-Tönen), Wirrwarr im Licht (helle Lichtbereiche neben tiefen Schatten).

Das ist zu viel Wirrwarr, weil es dazu führt, dass das Hauptmotiv, um das es Dir erkennbar in erster Linie geht (nämlich der Pilz), zu schlecht erkennbar ist. Und dass es Dir auch noch um die Schnecke geht – gut, dass Du es oben schreibst, denn die ginge in all diesem Wirrwarr sonst ganz unter.

Wie kann man das lösen?

An den Farben kannst Du nichts ändern. Die gehören schließlich auch zur Herbststimmung, wollen also auch nicht geändert werden.

Am Licht könnte man durch leichte Abschattung etwas ändern. Dessen Notwenigkeit müsste man prüfen, nachdem man das geändert hat, was geändert werden kann und auch muss: die Schärfencharakteristik dieses Fotos.

Kurz gesagt: Der Hintergrund ist zu (viel) zu stark strukturiert, (viel) zu unruhig. Die Blende 6.3 benötigst Du, um genügend Schärfentiefe beim Pilz zu haben. Also geht´s hier nur durch eine Perspektiven-Veränderung. Du musst den Hintergrund ausblenden bzw. weiter nach hinten schieben. Und das geht, indem Du die Kamera tiefer setzt. Sie muss ganz runter, runter auf den Boden oder noch tiefer (in den Boden reindrücken). Dadurch kippt die Perspektive, der Hintergrund "legt sich ebenfalls hin". Hinter dem Pilz (Hauptmotiv) entsteht ein Raum, der unschärfer als oben abgebildet wird. Und dann beenden die deutlicheren Unterschiede zwischen scharfen und unscharfen Bereichen das ganze Wirrwarr im Bild. Der restliche "Wirrwarr" kann dann bleiben, nur das Licht wäre noch genauer zu prüfen (kann aber wahrscheinlich auch so bleiben, wie es ist).

"Einser-Bremse" Schnecke

Tja, und nun hast Du auch noch eine sogenannte "Einser-Bremse" eingebaut: Auf dem Pilz – als würde es noch nicht reichen :-) – kriecht auch noch eine Schnecke (Gott sein Dank nicht Deine Teich-Schnecke von der Teich-Brücke :-)). Die sieht man nun wirklich kaum, und wenn doch, muss man sie sich aber auch ganz genau anschauen, um dieses braune, wurstähnliche Gebilde nicht irrtümlich für den Kot eines Baummarder-Babys zu halten :-).

Was will ich damit sagen?

Wenn Du ein Tier auf einer Pflanze, einem Pilz oder sonst was fotografierst, wird dieses Tier in der Regel zum Hauptmotiv Nr. 1. Das hat zur Folge, dass sich die Makronistin deutlich auf dieses Tier fokussieren muss – und das führt in der Regel zu einem völlig anderen Bild(-Ausschnitt), eventuell auch zu einer geänderten Bildperspektive, als wenn die Pflanze, hier der Pilz, ohne dieses Tier fotografiert würde.

Das Ergebnis muss sein: Das Tier muss sofort und voll als solches erkennbar sein, unverwechselbar (mit Kot anderer Tiere), und möglichst attraktiv und/oder typisch. Dann – und erst dann – geht der Makronistinnen-Fokus rüber zum Pilz (bleiben wir bei obigem Beispiel), und versucht, diesen ebenfalls noch toll mit auf´s Bild zu bekommen. Aber nun ist er nicht mehr reiner Selbstzweck, sondern auch dienend als Unterlage für das darauf sitzende oder kriechende Tier. Deshalb wird dieses Foto dann völlig anders als das Foto: Pilz alleine im Wald.

Hier bei Deinem Bild hätte das bedeutet: Perspektive nach unten (das bleibt, wie oben beschrieben), näher ran, oder warten, bis die Schnecke beispielsweise schön oben quer über die "Horizontlinie" des Pilzhutes kriecht, sauber abgezeichnet in ihrer Schärfe vor unscharfem Hintergrund.

Oder: viel näher ran, die Kamera so ausrichten, dass die Schnecke in ihrer ganzen Länge oder in Porträt-Stellung sofort erkennbar im Bild ist, und vom Pilz und seinen "Tentakteln" nur ein kleiner Teil sichtbar ist, durch den sich die Schnecke hindurchschlängelt – in den Formen der dünnen Tentakeln im krassen Gegensatz zu der dicken, wurstartigen Nacktschneckenform. Dann verwechsle ich sie auch nicht mehr mit Marderkot :-).

Oder (noch ´ne Alternative): warten, bis die Schnecke selbständig vom Pilz runtergeschlichen ist und damit der Pilz ohne Störung und Ablenkung alleinig als Hauptmotiv glänzen darf.

Es läuft also darauf raus, die Schnecke voll und prioritär ins Bild einzubinden – oder ganz zu entfernen.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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MOD

Hallo Roland!

Ich habe Träne gelacht über deinen Kommentar bezüglich des wurstähnlichen Anhangs an meinen Pilz.:-) Ich hab das Bild auch als Wirrwarr erkannt und brauche Hilfe bei der Umsetzung. Mit den Pilzen tue ich mich echt schwer. Ich war schon drei mal im Gehölz aber ein echter Bringer war nicht dabei. Ich bin mir da sehr unsicher mit der Blende, Schärfe und vor allem dem Hintergrund.

Das mit dem" noch tiefer gehen" werde ich mal ausprobieren!!! Wobei ich die Kamera jetzt schon auf dem Berlebach hatte in tiefster Stellung. Teilweise auch nur auf einem Bohnensack. Der Boden war nach dem nächtlichen Regen total matschig und aufgeweicht. Ich hab auf einer Müllsack gelegen dabei.

Ich werde weiter probieren, nur Pilze ohne Beiwerk t ;-)

Lieben Dank für deine Beurteilung und  deineTipps. irgendwann wird es klappen.

Liebe Grüße

Gabi

 

Ich hänge dir mal noch ein Foto ohne Wurst an, vielleicht kommt das der Sache näher.Es war mir nur nicht scharf genug und auch noch zu unruhig hinten.

Das geht schon mal glaube ich.

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Hallo Gabi,

Die zwei nachträglich eingestellten Fotos haben sehr schöne Farben. Ich würde aber beim oberen Foto oberhalb noch deutlich etwas mehr wegschneiden. Dann sieht es mehr so aus als ob du weiter unten warst. 

Und beim zweiten Foto würde ich oberhalb auch etwas mehr wegschneiden und links und rechts nur etwas. Da gerade so das der hintere linke Grashalm bzw. Pflanzenstiel und der rechte ganz dünne Ast verschwinden. Der vordere Linke Halm muss aber noch komplett mit drauf bleiben und vorne rechts in der Ecke den hellen braunen Fleck retuschieren.

Ich hoffe das es ok ist wenn ich das schreibe.

Liebe Grüße sendet

Christine

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Guten Morgen Gabi,

Dann bin ich ja beruhigt, möchte mich nämlich nicht aufdrängen.

Ich hätte aber noch ein Vorschlag! Wenn du deine Aufnahmen mit dem Stativ machst dann richte doch das Stativ schon soweit aus, schaue durch den Sucher oder aufs Display und da siehst du dann den Bildausschnitt. Ich würde dann schon von vorn herein bei den Pilzfotos, oder auch Pflanzenfotos alles was nicht so gut dazu passt bzw. Was du später eventuell wieder wegschneiden oder retuschieren würdest schon von Hand entfernen. 

Ich hätte dann noch zB. die trockenen Grashalme gleich mit weg gemacht und alles was unten am Bildrand oder am Rand andockt. Im Nachhinein ist das sehr kompliziert und Zeitaufwändig am Rechner und die Pilze fliegen und laufen ja nicht fort.

Ich werde die tage auch mal in den Wald und mein Glück mit den Pilzen versuchen. Ich werde das Blitzgerät aber wahrscheinlich mitnehmen.

Ich wünsche dir einen schönen Donnerstag,

Liebe Grüße

Christine  

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MOD

Guten Morgen Christine!

Ich habe mich schon bemüht und dort einiges weggeräumt, sodaß im Hintergrund nichts mehr stört.Aber du hast recht, die hellen Halme stören bestimmt und lenken einen  Betrachter (bestimmt Roland :-) ) vom Bild ab.Ich habe mich vor allem erst einmal auf die Pilze konzentriert, um diese in einer ansprechenden Weise und scharf darzustellen.Aber alles gehört zusammen und ist wichtig. Stimmt. Was ich aber nicht mag, ist ein total aufgeräumter Waldboden. Und so muss ich noch genauer schauen, was dort bleiben kann und was nicht.Ich probiere weiter bis klappt ;-).

Schönen Tag dir noch

Liebe Grüße

Gabi

 

 

Profile picture for user Roland

ADMIN

Hallo Gabi,

zu Deinen beiden Bildeinstellungen hat Christine bereits viel Zutreffendes gesagt.

Allgemein gilt bei der Fotografie von Pilzen natürlich das Gleiche wie bei der Fotografie von anderen Motiven.

  • Das Hauptmotiv (Pilz) soll gut erkennbar sein.
     
  • Der Pilz soll harmonisch ins Gesamtbild platziert sein.
     
  • Struktur und Aussage der Umgebung um das Hauptmotiv herum (Negativraum) sollen dienlich, harmonisch, ausgewogen, keinesfalls störend sein.
     
  • Um den Pilz herum soll ein harmonischer "Rahmen" bestehen (Zwischenraum zum Bildrand).
     
  • Die Schärfe als auch die Schärfentiefe (!) sollten passen.

Für die beiden eingestellten Fotos bedeutet dies im Einzelnen (folgende Abhandlung beinhaltet unter anderem auch das, was Christine oben anspricht):

Bild 1 (das obere Bild):

  • Das Hauptmotiv (Pilz) ist gut erkennbar.
     
  • Du hast den Pilz im Bild leicht nach rechts positioniert. Dadurch, dass der Pilz selbst sich bereits leicht nach rechts neigt, "schaut" er aus dem Bild heraus.

    LÖSUNG:
    Positionierung leicht nach links.
     
  • Der Hintergrund ist mit seinen quer verlaufenden Linien (Gräser), die auch noch Licht-Schattenbereiche aufweisen, sehr dominant und damit ablenkend/störend. Klar, auch wenn Du verständlicherweise keinen aufgeräumten, gekehrten Waldboden haben willst (was auch nicht Ziel sein sollte!), darf der Hintergrund dennoch nicht stören. Er soll sich dem Hauptmotiv unterordnen. Hier bei diesem Beispiel hat er die gleiche (optische) Dominanz wie das Hauptmotiv. Das ist zu viel!

    LÖSUNG:
    Die Gräser hätte ich unbedingt vor der Aufnahme entfernt - und zwar komplett. Was dann übrig bleibt, ist immer noch natürliche Pilzumgebung. Dann stört aber nichts mehr.
     
  • Nach unten hin gibt es keinen Abschluss. Der "Rahmen" ist offen.
    Das liegt daran, dass Du den Pilz nicht "porträtiert" (also nur den Hut fotografiert), sondern den Hauptteil des Stils mit ins Bild genommen hast – und zwar so viel vom Stil, dass man sich fragt, warum nicht gleich alles. Da unten kommt nicht mehr viel, der "Boden" (Moos) ist schon erkennbar. Warum hast Du ihn dann nicht unten aufsitzen sondern "schweben" lassen? Du kennst das: Das sieht so aus, als hätte sich die Makronistin nicht getraut... (das ist die unartikulierte Empfindung des Betrachters). Somit ist unten kein "Rahmen-Abschluss".

    LÖSUNG:
    Den Pilz unten auf dem Boden stehen lassen und nicht abschneiden – und wenn doch, dann ordentlich.
     
  • Allgemein ein großes Thema bei der Fotografie von Pilzen: Die Teile sind in der Regel tierisch dreidimensional! Der vordere, zum Betrachter gewandte Hutrand ist meistens weit vor dem Pilzstil. Das ist eine riesige Herausforderung für die Schärfentiefe. Sehr oft reicht hier auch nicht die geschlossenste "Real"-Blende (die Blende, die noch tragbar ist, ehe die Beugung zu sichtbar wird).
    Bei Deinem Bild trifft leider beides zu: der vordere Hutrand ist unscharf (vor der Schärfenebene) und der Pilzstil ebenfalls (hinter der Schärfenebene).
    Hier hilft nur:
    - geringerer Abbildungsmaßstab und dann einen Ausschnitt machen ("Krücken-Lösung") oder
    - Focus Stacking – hier die Königsdisziplin.


Bild 2 (unteres Bild):

Das ist das deutlich bessere Bild!

Machen wir´s kurz:

Pilzfuß ist da, Rahmen ist da, Bildaufteilung harmonisch. Die Pilzhüte sind scharf, die Stile weitestgehend auch (was aber daran liegt, dass es recht kleine Pilzhüte sind, die sich mehr nach unten als nach vorne beugen).

Was bleibt ist das, was Christine ansprach: Die beiden hellen Gräser unten im Moos (Du erinnerst Dich an den Workshop: "schneidende helle Linien!") sollten weg (am besten vor der Aufnahme).

Im Hintergrund fallen die hellbraune Linie rechts in der Bildmitte sowie der weiße Klecks Mitte rechts auf. Beides muss nicht weg, ein Entfernen (ebenfalls am besten vor der Aufnahme) würde dem Bild aber guttun.

Wie gesagt: das deutlich beste Pilzfoto.

Ich hoffe, Du hast nun etwas mehr "Orientierung" für die weitere Erstellung von Pilzfotos :-).

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Mandi

Ciao Gabi

Uff, was zu deinen Pilzen nun schon so alles geschrieben wurde ... (Klitzekleiner Wunsch an Roland: Deine Ausführungen zur Pilzfotografie sind druckreif. Wie wär's mit einem Tipp-und-Trick-Beitrag zusammengeschnitten aus deinen Textteilen!?).

Gabi, trotzdem möchte ich noch etwas zu deinem letzten Pilzbild hinzufügen: Schleimige Pilze reagieren mit viel Reflexionen, da arbeite ich gerne mit einem kleinen Taschendiffusor - oder hast du den bereits eingesetzt? Das nimmt einen Teil der Spiegelungen und macht das Licht noch etwas sanfter (Lichtverlust lässt sich ja über die Belichtungszeit bestens kompensieren, da die Pilze als Einbeiner nicht so schnell davonhoppeln - das machen sie übrigens nur bei tiefster Dunkelheit! Und du arbeitest ja auch mit dem von mir heissgeliebten Berlebach-Stativ, da spielt Zeit sowieso keine Rolle.

Und übrigens, um noch mehr ins Datail zu gehen: Auch die Spinnenfäden würde ich - evtl. mit einer Pinzette entfernen. Wenn die störenden Halme nicht mehr da sind, stört sich Roland sicher an den Fäden! ich musste diese auch schon mühsam wegstempeln ...

Und jetzt lass dir den Spass an Pilzen nicht nehmen - freue mich selber auch schon drauf, aber im Moment ist gerade die Jahrmarktfotografie angesagt.

Mit liebem Gruss

Mandi

Profile picture for user Flora1958

MOD

Hallo, ihr lieben Helferlein!

Erstmal danke ich euch für eure ehrliche Begutachtung meiner Pilze. Da habe ich jetzt einiges zu tun, um irgendwann ein gutes Foto hinzubekommen.  :-) Schmetterlinge sind viiiiel einfacher.

Das erste Bild der nacheingestellten Fotos hatte ich selbst ja auch schon verworfen. Aber ich wollte dir, Roland, noch ein Bild ohne störende Wurst zeigen. Focus Stacking hatte ich bei diesen Pilzen auch probiert, jedoch nicht hinbekommen durch die Spiegelungen. Das sah nicht gut aus. Das zweite war doch schon mal nicht so schlecht.Das tröstet mich. Das mit dem Diffusor werde ich probieren. Hab ja Zeit, sie hoppeln ja nicht davon ;-)

Danke Mandi für deine aufbauenden Worte. Kann ich jetzt gut gebrauchen. Drück mir mal die Daumen für die nächsten Fotos  :-)

Ach ja, und der Wunsch von Mandi an dich, Roland,  sollte doch vielleicht bis Weihnachten Erfüllung finden können. Es wäre schön für alle zu nachlesen. ;-)

Dann mal bis zum nächsten Foto

Seid lieb gegrüßt

von Gabi

 

 

 

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