Schlanke Kerle

Benamsen kann ich die Pilze nicht, ich bewundere aber ihren schlanken Körperbau

Kommentare

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ADMIN

Hallo Gottlieb,

ein eindeutiges Bild mit klarer Bildaufteilung. Die Schärfe sitzt wieder einmal perfekt.

Allerdings ist mir das Ganze hier ein wenig zu statisch. Unten das Moos, dann die beiden Pilze, die fast so wirken wie ins Eis gesteckte Schirmchen (oh je, bitte nicht böse sein :-)).

Auch das Licht ist so derart weich, dass es hier schon fast ein wenig trübe (obwohl es das gar nicht ist) und langweilig wirkt. Klasse wirken dagegen wiederum die kontrastierenden Lamellen der Pilzhüte mit ihren schwarzen Rändern, auf denen, wie oben gesagt, eine wunderbare Schärfe liegt.

Hm, nach langem Betrachten gefällt es mir doch sehr gut, nur das mit den Schirmchen im Eis krieg ich nicht ganz weg.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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ADMIN

Nachtrag:

Gottlieb, nun weiß ich, woran ich noch etwas hängen bleibe bei diesem an sich sehr schönen Foto. Es betrifft den kompositorischen Teil und damit die Bildaussage:

Du hast eine deutliche, horizontale Bodenlinie eingebaut. So etwas steht, insbesondere, wenn sie so eindeutig in Szene gesetzt wurde wie beim Bild oben, in der Kunst (und damit auch in der (Makro-)Fotografie) für Stabilität. Damit hast Du Deinem Bild eine "starke symbolische Aufladung" gegeben. Die ist nicht ohne Wirkung.

Andererseits wird diese Linie von Moos gebildet – der Inbegriff für Instabilität. Und genau dieser Widerspruch wirkt. Die beiden Pilze – an sich sehr gut ins Bild "komponiert" – sind trotz horizontaler "Auffanglinie" nicht "geerdet". Vielmehr stecken sie im zarten Moos, das alles andere als Stabilität vermittelt. Hinzu kommt, dass der linke Pilz die scheinbare Instabilität durch seinen Schiefstand auch noch unterstützt. Genau dadurch entstand mein Bild von den Schirmchen im Eis (instabil! Eis schmilzt.).

Soviel noch kurz zur ergänzenden Erklärung.

Du siehst, wieder einmal ein sehr interessantes Foto hier auf Makrotreff!

Lieber Gruß,

Roland

 

Profile picture for user Gottlieb Schalberger

Danke Roland,

 

so ausgiebig hatte ich die Beschäftigung mit dem Bildchen gar nicht erwartet. Du sprichst vom "Komponieren" eines Bildes, das mag bis zu einem gewissen Grad ja auch möglich sein durch Veränderung des Stand- bzw. Liegeortes, durch eine höhere oder tiefere Kameraposition, nicht aber durch Veränderung des Objekts bzw. seines Standortes. So habe ich es in verschiedenen Foren gelernt.

Und die beiden standen nun mal da im weichen grünen Moos, windschief und dürr. Und mir hat's gefallen, ich habe mich herangerobbt und abgedrückt, als ich es für gut befand. So schlicht war die Situation und ans Komponieren habe ich in dem Augenblick nicht gedacht. ;-)

LG Gottlieb

 

 

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ADMIN

Hallo Gottlieb,

ja, Dein Vorgehen ist völlig verständlich.

Mit komponieren meine ich nicht, in die Szenerie einzugreifen, sie zu verändern. Das ist ein berechtigterweise viel diskutiertes Thema, insbesondere innerhalb der Naturfotografie.

Ich meine vielmehr die "Komposition", die Du als Makronist mittels Deines Werkzeugs durchführst: Wahl der Brennweite, Perspektive, Abbildungsmaßstab, Bildausschnitt usw. usf. Und hier gestaltest, komponierst Du immer, entweder unbewusst oder bewusst. DU entscheidest all diese Komponenten, jedesmal, wenn Du Dich entscheidest, ein Foto zu machen. Ansonsten wäre das Motiv nicht auf dem Bild.

Und genau hier will ich sensibilisieren. Mit all diesen Entscheidungen, die ein Fotograf trifft, bis dass das Motiv im Kasten ist, bewegt er sich automatisch in Bereichen der Bildgestaltung und Bildwirkung. Das kann eine schöne, eine unschöne, eine eindeutige, eine uneindeutige, eine durchdachte, eine weniger durchdachte, eine provozierende, eine harmonisierende, eine demütige, eine herrschende usw. Wirkung sein. Aber alles hat eine Wirkung, ob sie nun bewusst oder unbewusst ins Bild gesetzt wurde.

Wenn also ein Fotograf von all diesen Wirkungen keine Kenntnis hat, bewegt er sich dennoch in deren Welten, trifft Entscheidungen, die die Wirkungen beinflussen. Und je mehr er diese Welten kennen- und beherrschen lernt, desto mehr kann er mit ihnen jonglieren. Umso mehr kann er sie gezielt einsetzen und damit dann "gewollte" Wirkungen erzielen. Und genau dies macht oft den Unterschied aus, warum eine Vielzahl von Menschen ein bestimmtes Bild als sehr ansprechend empfinden, ein anderes dagegen nicht.

Das ist der Grund, warum ich neben den technischen Komponenten auch diese Bereich immer wieder anspreche – insbesondere dann, wenn ich sehe, dass die technische Seite bereits recht gut beherrscht wird.

Lieber Gruß,

Roland

 

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gottlieb,

dein Foto habe ich mir gerade mal angesehen und ich hätte zu dem bereits oben gesagten noch ein paar zusätzliche kleine Verbesserungsvorschläge um dein wunderschönes Foto noch etwas weiter aufzuwerten. Man kann hier noch einiges herausholen. Vom Beschnitt her würde ich es aber so lassen unter anderem auch, da die Bildgröße hier schon ziemlich reduziert ist.

In Lightroom habe ich folgendes mal eingestellt

Den Kontrast auf +15

Das Schwarz auf -20

Klarheit auf-50

Helle Mitteltöne auf +30

 

Durch den Kontrast von +15 und gleichzeitig das -50 der Klarheit, sowie das -20 beim Schwarz wirken die Pilze jetzt insgesamt etwas weicher, sind aber trotzdem noch ausreichend scharf genug und passen sich mehr dem weicheren grünen Moos an. Dadurch meine ich dass die Pilze jetzt nicht mehr eine ganz so harte statische Wirkung haben.

Die langen Stiele kann man natürlich nicht vermeiden, denn so sind sie gewachsen. Und durch die Hellen Mitteltöne von +30 wirkt das Licht vom Hintergrund jetzt nicht mehr so trüb, sondern richtig Stimmungsvoll.

Liebe Grüße

Christine :-)

Beide Bilder zum vergleichen am besten in zwei geöffneten Tabs mit Rechtsklick anschauen, dann sieht man es genauer! 

Profile picture for user Gottlieb Schalberger

Danke Christine,

und Respekt, dass du dich so intensiv mit den beiden halben Portionen beschäftigst. Ja, du hast das Bild charakterlich verändert, für mich fühlt es sich jetzt fremder an, weil ich ja die Originalsituation im Kopf habe. Aber das heißt ja nichts. Dir gefällt es eben so besser.

Vielleicht auch eine Monitorfrage? Denn ich empfinde den HG beim Original nicht als trübe, sondern leicht und dezent. Die eher "zitronige" Version bei deiner Bearbeitung ist eine deutliche Veränderung, die mir nicht so zusagt. Wie gesagt, weil ich am Original hänge :-)

Fazit: Geschmäcker und Watschen sind verschieden (wie man in Bayern sagt)

Nochmal vielen Dank für deine Mühe

LG Gottlieb

Profile picture for user Chris Tine

Hallo Gottlieb, Bitte gerne doch! 

Ich habe es mal versucht, denn bei mir kam dein Original wirklich etwas zu trüb heraus, tut mir leid und Danke auch für deine Rückmeldung dazu, das ist schon wichtig zu wissen und das ist kein Problem wenn es Dir jetzt nicht so gefällt, da gebe ich Dir schon Recht. 

Es muss Dir natürlich gefallen und ich kenne auch deinen Monitor nicht und wenn es bei deiner Bearbeitung ok war, so kann ich es nicht beurteilen wie es bei dir zuhause genau aussieht. 

Ich sende Dir liebe Grüße

Christine :-)

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