Mein erstes Makro - Musca domestica

Das war mein erstes Makro.
Ich bin erschrocken und fasziniert zugleich diese Details zu sehen... wobei ich mir nicht sicher war ob ich das sehen wollte ;)

Jetzt nach 4 Monaten sehe ich das das Bild nicht optimal ist, dennoch will ich es hier einstellen um die Kritik mit meiner zu vergleichen.

Aufgenommen wurde es mit einem Retroadapter und einem 16-50 2.8, Stativ und Blitz. Bearbeitet in Lightroom und Photoshop, es ist eine einzelne Aufnahme.

Grüßle aus dem Schwabenland
Katja

Kommentare

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ADMIN

Hallo Katja,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Ja, das ist schon der Hammer, was einem Makrofotos so alles offenbaren!

Für ein erstes Makro ist Dein Fliegenfoto doch schonmal ganz gut. Insbesondere fallen zwei Dinge auf:

Schärfe:

Du hast bei Deinem ersten Foto einen sehr großen Abbildungsmaßstab gewählt. Hierbei spielt die gewählte Blende eine große Rolle: sie darf nicht zu weit offen sein, ansonsten gibt´s zu wenig Tiefenschärfe. Sie darf aber auch nicht zu weit geschlossen werden, weil die dann deutlich sichtbare Beugung alles an Schärfe wieder zunichte macht.

Letzteres ist bei Deinem Foto der Fall. Mit Blende 9.0 hast Du bei dem von Dir gewählten Abbildungsmaßstab den optimalen Schärfepunkt überschritten. Blende 9.0 führt also bereits zu einer starken Sichtbarwerdung der Beugung. Und diese Beugung lässt das Bild unscharf und matschig wirken - genau wie oben Dein Fliegenportrait.

LÖSUNG:
Bei diesem Vergrößerungsmaßstab die Blende weiter öffnen. Blende 5.6 hätte bereits deutlich brillantere Ergebnisse geliefert.

Siehe hierzu auch den Makrotreff-Artikel Die optimale Blende.

Hintergrund:

Aufgrund der Ausrichtung der (toten) Fliege im Raum in Verbindung mit dem eingesetzten Blitzlicht ist der Hintergrund schwarz. Damit wirkt Dein Bild wie ein Nachtfoto. Das ist zwar nicht schlimm - aber auch nicht schön. Es gibt Fälle, da ist das nicht vermeidbar und kann dann auch akzeptiert werden. Aber bei einer toten Fliege, die nicht mehr wegfliegen kann, ist es eben doch vermeidbar - und damit unnötig.

LÖSUNG:
Wie Du es vermeidest, kannst Du in folgenden beiden Makrotreff-Artikel genau nachlesen:

Makro-Blitzen - die Sache mit dem Hintergrund, Teil 1

Makro-Blitzen - die Sache mit dem Hintergrund, Teil 2

Das wirkt jetzt alles ein wenig kompliziert, ist es aber nicht. Man muss sich im Makrobereich nur mit einigen wesentlichen Dingen ein wenig vertraut machen, und - schwub, werden auch die Makrofotos wieder scharf, brillant  - und einfach faszinierend.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Profile picture for user SprinterMadl

Hallo Roland,

Danke für Deine helfenden Hinweise, wobei mir der Blick für die Beugungsunschärfe, im Moment, gänzlich fehlt. Reproduzieren kann ich das Foto auch nicht mehr, da ich das Objetiv nicht mehr besitze. Allerdings werd ich das mit meinem neuen Objektiv bei Gelegenheit wiederholen mit verschiedenen Blenden um den Unterschied zu erkennen.

Beim Hintergrund hatte ich mir, ehrlich gesagt, bei diesem Bild keinerlei gedanken gemacht. Hab mir aber die 2 Teile zum Blitzen nochmal durchgelesen. Die Info´s sind mir alle ja nicht fremd, nur im richtigen Moment daran denken und umsetzten, darin besteht die Kunst. :D

Aber Übung macht den Meister, und ich muss noch viel üben ;)

Grüßle
Katja

PS:
Informative Seite habt Ihr hier aufgebaut, mit vielen tollen Bildern, und den passenden Hintergrundinformationen dazu, finde das passt sehr gut.

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ADMIN

Hallo Katja,

danke für die lieben Worte.

Das mit dem Umsetzen des ganzen vorhandenen Wissens im richtigen (Foto-)Moment ist eine nicht ganz einfache Sache. Dieses "Problem" haben die meisten (Makro-)Fotografen, da bist Du also in guter Gesellschaft. Aber Du bringst es auf den Punkt: Übung macht den Meister, und der ist bekanntlich noch nie vom Himmel gefallen ...

Lieber Gruß,

Roland

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