Eine Frage, die mich immer wieder etwas umtreibt: Wann passt in der Makrofotografie welches Format? Und insbesondere: Ist die Quadratur des Motivs eine (gute) Alternaive zum übliche 2:3 bzw. 3:2? Ist das Ganze Geschmackssache, oder können wir durch das Spielen mit dem Format noch mehr aus unseren Bildern machen?
Als Beispiel ein - aus meiner Sicht eher durchschnittliches (Aufsicht, leicht unruhiger Hintergrund) - Bild eine Schornsteinfegers (Aphantopus hyperantus), aufgenommen im Breitformat im schon etwas späteren Morgenlicht kurz vor Abbruch der Fotosession auf einer Alpwiese . Es war schon recht warm, die Schmetterlinge waren bereits fleissig unterwegs und das Fotografieren (aus der Hand) musste schnell gehen. Das Breitformat wirkte zuhause am PC etwas sehr normal, das Einmitten verbunden mit dem quadratischen Format bringt aus meiner Sicht etwas mehr Spannung ins Bild.
Was meinen die Expert(inn)en unter euch zur Formatfrage?
Kommentare
ADMIN
Hallo Mandi,…
Hallo Mandi,
allgemein gilt:
Es gibt Situationen und Motive, bei denen das quadratische Format sinnvoll ist. Allerdings sind diese Situationen relativ seltener als als diejenigen, die für das bzw. ein Querformat sprechen. Ein Kriterium hierbei kann beispielsweise die "Form" des Hauptmotivs sein. Ist es mehr quer rechteckig: Querformat; ist es mehr hochkant rechteckig: Hochformat; ist es mehr quadratisch: Quadratformat.
Warum ist das Quadrat als Format eher selten wirklich sinnvoll?
Das Querformat entspricht dem natürlichen Sehen von uns Menschen. Wir schauen quer! Deshalb wirkt für uns dieses Format natürlicher, harmonischer. Dies erklärt auch die erfolgreiche Entwicklung des "sehr queren" 16:9-Format der letzten Jahrzehnte beispielsweise bei TV-Monitoren oder im Kino.
Dadurch ergibt sich auch, dass bildgestalterische Anordnungen des Hauptmotivs wie beispielsweise die Drittel-Regel oder der Goldene Schnitt im Querformat eine deutlich stärkere Wirkung zeigen als im quadratischen Format. In letzterem können "erzwungener weise" entsprechende Motivplatzierungen nicht die große harmonische Wirkung auslösen wie beim Querformat. Und deren Wirkung auf uns Menschen liegt ebenfalls in ihrem recht häufigen Vorkommen in der Natur - die wir mit unseren Augen ebenfalls im Querformat sehen. Wir sind hier scheinbar doch noch "natürlicher" geprägt, als wir es manchmal wahrhaben wollen :-).
Das heißt alles nicht, dass es für das quadratische Format keine Rechtfertigung gibt. Nur bewährt es sich, wenn man es nicht zufällig, sondern ganz bewusst einsetzt. Beispielsweise Kalender-Fotografen nutzen es gerne. Jedoch sollte man folgende Regel nahezu als Voraussetzung ansehen:
Das Quadrat als Format sollte bereits während der Aufnahme Ziel des Fotografen sein!
Dein Falterbild:
Dein Falterbild oben beispielsweise eignet sich eher als Querformat - so, wie es ursprünglich angelegt war. Der sitzende Falter formt mit seinen ausgebreiteten Flügeln ein Querformat - damit gibt er bereits eine Richtung vor. Jetzt, nach Deinem Beschnitt, ergibt sich die nicht ganz so vorteilhafte Situation, dass der Falter rechts und links fast den Bildrand küsst, während oben und unten recht viel Platz ist. Auch der nach unten gebogene Grashalb, auf dem der Falter sitzt, hebt dieses Missverhältnis nicht genügend auf.
Einzige Ausnahme bei diesem Bild, die das Quadratformat rechtfertigt, wären störende Hinter- oder Vordergrundbestandteile rechts und links im Bild (neben dem Falter), die man mittels Beschnitt zum Quadrat erfolgreich entfernt - aber eben nicht zum Nulltarif. Denn man erhält nun ein Format, das nicht erkennbar die Motivaussage unterstützt.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Ciao Roland…
Ciao Roland
Auch dieses Mal: Absolut nachvollziehbar und sehr gut begründet. Dazu von meiner Seite aber noch 1, 2 Ideen für die Mitleser/-innen:
Nochmals besten Dank an Roland, seine fachmännischen Kommentare ergeben mit der Zeit ein riesiges Kompendium (bzw. sind es schon).
Mandi
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