Blutroter Storchschnabel

Trioplan, Offenblende, kaum Beschnitt.

Kommentare

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ADMIN

So kommt die große Musik ins Bild... :-)

Hallo Cornelia,

eine schönes, klassisch komponiertes Foto. Wunderbar, wie die Storchschnabelblüte aus dem Hintergrund "erscheint".

Bei einigen Bereichen des Hintergrunds kann das Trio 100 seine Mal-Qualität zeigen, an anderen weniger. Die unscharfen Bereiche im Bild sind etwas unausgeglichen: Im oberen rechten Bildeck sind kaum Strukturen vorhanden, hier ist es überwiegend dunkel. Im gegenüberliegenden Bildeck (links unten) befinden sich auf den reflektierenden Storchschnabel-Blättern die hellsten Bildstellen. Hier droht das Bild etwas auszulaufen, weil diese hellen Bereiche von der Bildkante angeschnitten werden.

Wenn Du mit dem Trioplan fotografierst, erkunde genau den Hintergrund (ohne das Hauptmotiv aus den Augen zu lassen). "Fahre" mit der Kamera langsam um das Hauptmotiv herum, verändere den Winkel, während Du genau den Hintergrund beobachtest. Suche eine Situation, bei der der Hintergrund über die gesamte Bildfläche harmonisch und ausgeglichen ist. Starke Abweichungen wie beispielsweise die oben beschriebenen hellen Blattstellen bringen schnell Unruhe ins Bild und lenken vom Hauptmotiv ab.

Ein Tip:
Vintage-Makrofotografie kommt oft richtig in Fahrt, wenn die Beleuchtungsverhältnisse umgedreht werden: Hauptmotiv im Schatten, Hintergrund beschienen.
Oben im Bild befindet sich das Hauptmotiv (die Blüte) im Sonnenlicht, Teile des Hintergrunds sind beschattet. Dies entspricht einer klassischen und beliebten Motivsituation bei der modernen Makrofotografie.
Suche eine Hauptmotivblüte, die im Schatten liegt (gegebenenfalls aktiv beschatten) und in deren Hintergrund die Sonne Pflanzenteile bescheint oder streift. Dabei öffnest Du die Blende um 1/3 Blendenwert (also leicht überbelichten). Nun fängt so manches Vintage-Objektiv an zu zaubern, auch das Trioplan 100. Auf diese Weise kommt die Musik eines ganzen Orchesters ins Bild – und der Objektiv-Oldie lässt dazu im Hintergrund die Strukturen tanzen :-).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Lieber Roland,

herzlichen Dank für Deine Analyse und die hilfreichen Tipps. Ich werde hoffentlich bald wieder "auf die Pirsch" gehen können und dann versuchen, Deine Vorschläge umzusetzen. Eines ist mir noch unklar: Wie kann ich die Blende um 1/3 Blendenwert öffnen, wenn ich schon mit Offenblende fotografiere?

Liebe Grüße

Cornelia

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ADMIN

Hallo Cornelia,

sorry, da habe ich mich mega missverständlich ausgedrückt; Deine Frage ist mehr als berechtigt. Ich meinte 1/3 überbelichten, also über die Belichtungskorrektur +1/3 manuell nachsteuern. Dadurch wird bei Offenblende dann natürlich die Verschlusszeit um eine Drittelstufe verlängert.

Unter vielen Fotografen steht der Begriff "Blende öffnen" synonym für "überbelichten" – was hier natürlich, wie gesagt, völlig missverständlich ist :-).

Lieber Gruß,

Roland

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