Hungrige Wollbiene

Die männliche Wollbiene konnte aufgrund des schlechten Wetters in den letzten Tagen kaum ausfliegen, um zu speisen oder weitere wichtige Dinge zu erledigen. Heute kam der junge Mann am Herzgespann vorbei und war (sichtlich geschwächt) nur mit den Blüten beschäftigt. Keine Attacken auf Hummeln oder Bienen, kein Interesse an den Damen, einfach nur essen. Leider wurde er von einem Blitzregen überrascht und ist einfach an der Pflanze geblieben. Dann kam glücklicherweise schnell die Sonne raus, er trocknete sich (ich half ihm dabei durch pusten ;-)) und danach konnte er noch einige Blüten in aller Ruhe anfliegen und mir dieses Foto schenken. So ruhig und friedlich habe ich den Platzhirsch noch nie gesehen.

ABM etwa 1:4, APS-C, 1/4000s, f/4, ISO800, Laowa Makro 65mm, 16:9 + 5% Beschnitt

Kommentare

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Erstellt von Birgit Heymer (nicht überprüft) on Fr, 09/07/2021 - 21:00 Permanenter Link

Hallo Rob,

da ist dir ja wieder eine tolle Aufnahme gelungen, super scharf im Flug - .Hut ab. Und deine  Geschichte dazu, lässt das kleine Bienenmännchen richtig lebendig werden.

Herzliche Grüße von

Birgit

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Makronist

Hi Birgit,

dankeschön ;-) Freut mich, dass du auch bei der Geschichte mitfühlen kannst. Die kleinen Wesen reagieren intelligent auf ihre Welt. Es war ganz offenkundig nicht sein Tag aber er hat das beste draus gemacht.

Schöne Grüße

Rob

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MOD

Hallo Rob,

gerne schließe ich mich hier Birgit an. Ein klasse  scharfes Flugfoto ist dir hier gelungen. Bei uns ist mit Insekten auch nicht viel los. Es regnet in Strömen. Vintage kann man auch vergessen.Leider.  Um so mehr freue ich mich über dein schönes Bild vom  Wollbienen- Männchen. Sie sind einfach zu knuffig. Ich mag sie sehr. Aber das weißt du ja. :-)  Großlibellen sind auch weniger geworden,Rob. Wie ist dein Eindruck hierzu. Stimmt meine Wahrnehmung? Es ist so schade.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße

Gabi

 

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Makronist

Guten Morgen Gabi,

lieben Dank für deinen Kommentar! Diesmal bin ich wirklich zufrieden mit einem Resultat. Ein dünner Schleier vor der Sonne und die Tatsache, dass es mit f/4 geklappt hat kam hier glücklicherweise zusammen. 

Ja, das Wetter ist arg sprunghaft und ich merke auch, dass dies für viele kleine Wesen nicht optimal ist. Ob das aber so schnell einen merklichen Einfluss auf die Bestände hat, kann ich nicht einschätzen. Seit Mai ist es aber wirklich komisch was da wettertechnisch abgeht...

Ich habe mittlerweile einige gute Stellen gefunden, an denen ich durchaus viele Großlibellen sehe. Viele Arten kommen auch erst noch. Ich denke es hängt auch stark von den lokalen Gegebenheiten im Habitat ab, z.B. ob wettergeschützte Bereich zum Verstecken ausreichend vorliegen oder ob der Starkregen oft genau an dieser Stelle niederging oder welche Schäden Gewitter hervorgerufen haben.

Liebe Gabi, es gibt keine Alternative zum Optimismus! Ganz klar zu spät aber langsam spüren die Menschen die Verletzlichkeit der Welt und werden wohl verstärkt handeln. Wir bleiben heiter!

Liebe Grüße

Rob

 

 

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Makronist

Hallo Rob,

Flugaufnahmen hast du jetzt aber drauf! (Das sagt der Betrachtende gerne so unbedarft dahin, mir ist aber klar, dass du für jedes Bild und immer auf´s Neue Überlegung, Beobachtung, Konzentration, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz etc. aufbringen musst. Und das aktuell auch noch bei Schietwetter...)

Bei deiner schönen Beschreibung der Verhaltensweise der Wollbiene habe ich -mal wieder- das Gefühl einer Geistesverwandtschaft. Die Liebe zu den kleinen Wesen ist offensichtlich bei dir sehr groß. Rob, mir ist das Beobachten mittlerweile mindestens genauso wichtig, wie eine erfolgreiche Fotojagd. Eine erstaunliche Entwicklung. Heute habe ich zum ersten Mal eine Ameisensichelwanze (Himacerus mirmicoides) gesehen - und geknipst, bei bedecktem Himmel, Wind, mit 26 mm Zwischenring, rausgedrehtem Helicoidadapter vor dem 90 mm Oly Makro Blende 2 ****grins. Wird natürlich nix ohne Blitz, den ich nicht dabei hatte, aber egal. Denn: Die Ameisensichelwanze werde ich in diesem Leben nicht mehr übersehen! Und über ihr Verhalten habe ich heute viel gelernt. Und fühle mich sehr bereichert. Ein guter Tag! Ich glaube, du kannst das gut nachempfinden :-)

Liebe Grüße

Ingo

 

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Makronist

Hallo Ingo,

vielen Dank für deine Worte! Tatsächlich war die Beobachtung der Verhaltensweisen dann doch der wichtigste Punkt um die Quote bei den Flugaufnahmen zu erhöhen. Wenn ich ein Habitat betrete, mache ich das ganz langsam mittlerweile. Erstmal schleichen und erstmal schauen. Dadurch, dass ich mehr Zeit mit diesen kleinen Tieren als mit Menschen im letzten Jahr verbracht habe, erkenne ich oft Muster und kann mich dann entsprechend platzieren. Allerdings lenken mich mittlerweile auch viele Insekten bei Gesprächen mit Menschen ab. Auf einmal reiße ich meinen Kopf (fast ungewollt) zur Seite und beobachte ein Tier, auf das ich aufmerksam wurde. Hihi. Ich hoffe meine Mitmenschen sehen mir das nach...

Ja, allein die Beobachtung und das Spüren der Verbindung zu Mutter Natur ist eine große Freude. Wir sollten alle dankbar sein, dass wir auf einer so zauberhaften Welt mit solch fantastischen Wesen leben dürfen. Ich bin jeden Tag glücklich, dass ich Augen bekommen habe, um diese Wesen sehen zu können. Dass die dann auch noch fliegen können und so schön dabei aussehen macht mich manchmal fast stutzig. Wie kann das alles sein?

Ich hatte letztes Jahr auch 2 Ameisensichelwanzen-Momente. Ein tolles Geschöpf mit viel Anmut. Leider habe ich auch kein wirklich gutes Bild hinbekommen. Aber wie du war ich beeindruckt und ein neues Tier darf ab sofort in den Bereich des Wahrnehmbaren kommen.

Bis bald!

Rob

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Makronist

Hallo Rob,

ich staune immer wieder. Du beschreibst, wie du ein Habitat betrittst (langsam, schleichend, erstmal schauend) und dass du Muster im Verhalten der kleinen Tier erkennst. Bist du ich? Naja, wahrscheinlich geht das allen Menschen so, die anfangen, ihre Sinne für die Winzlinge um uns herum zu öffnen. Aber wenn ich mich erinnere, wie ich den Großteil meines Lebens so über den Erdball gepoltert bin, hat sich hier schon eine gravierende Verhaltensänderung vollzogen.

Richtig „schpooky“ wird´s, wenn du beschreibst, dass kleinste Bewegungen im Augenwinkel deine Aufmerksamkeit -mitten im Gespräch mit Homo sapiens- abrupt auf sich ziehen. Shit, das Krankheitsbild kenne ich auch!!! Rob, wo soll das alles enden? Im gesellschaftlichen Abseits? In einer Fluginsekten- oder Sandlaufkäfersekte?

Vielleicht hält der Schöpfer aber auch seine schützende Hand über uns, indem er ein insektenfreies Winterhalbjahr geschaffen hat. Damit wir dann Zeit haben, uns wieder zu normalisieren / integrieren. Wobei: Jetzt fängt das im Winter ja auch noch an - mit Vintage- Haselkätzchen und so. Wie schon Werner Enke sagte: „Es wird böse enden!

Liebe Grüße

Ingo

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Makronist

Hi Ingo,

langsam muss es uns fast nicht mehr überraschen ;-). Ich denke nicht, dass es bei allen Menschen gleich ist, wenn man sich auf die kleine Welt einlässt. Auch da gibt es verschiedene Zugänge und Möglichkeiten und das ist auch gut so. Bei uns ist das Gefühl und auch die Herzensöffnung für diese Wesen aber wohl sehr ähnlich ausgeprägt...

Ich habe noch eine gute "Therapie-Idee" für dich. Tele mit Autofokus aufschrauben und Vögel ablichten. Hihi. Für den Rücken ist es auf jeden Fall eine Ausgleichsbewegung ;-) Ich mache das manchmal. Mei, ansonsten frage ich mich eh wo alles möglich noch hinführen soll... bei mir jedenfalls führt es zur Natur. Da geht es mir oft besser. Da wir eigentlich kein Raubtier sind sondern die Tiere unsere Freunde sind, empfinde ich es auch nicht als Abseits. Tiere sind für mich eine gute Gesellschaft. Echt, ehrlich und liebevoll. Ich befürchte eher, dass die Menschheit hier lange falschen Wegen und Ideen nachgerannt ist. 

Liebe Grüße

Rob

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