Lanzarote-Natternkopf

Hallo Roland, liebe Makrofreunde,

nach einem ungewöhnlich kühlen und feuchten Winter bricht nun auf Lanzarote der Frühling aus. Überall brechen zarte Pflänzchen durch die kargen, steinigen Böden. Eins davon ist der herrlich blühende kleine Bonnet-Natternkopf. Aus kleinen bodennahen grünen Sträuchern mit behaarten Blättern wachsen 8 - 15 mm lange trichterförmige Blüten, die mich erst an Glockenblumen erinnerten.

Wie üblich gibt es auf Lanzarote wieder eine eigene (endemische) Unterart, den Lanzarote-Natternkopf (Echium bonnetii lancerottense). Die Blüten sind blau bis blassrosa. Ich habe mir eine in einer besonders schönen Farbe ausgesucht.

Liebe Grüße

Erika

Kommentare

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Erstellt von Reinhard (nicht überprüft) on Mi, 28/02/2018 - 20:44 Permanenter Link

Hallo Erika,

eine sehr schöne Aufnahme. Frische Farben und das Spiel mit Schärfe und Unschärfe, klasse! 

Gruß aus dem nach sehr kalten Lübeck

Reinhard

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ADMIN

Hallo Erika,

so weit sind wir hier noch lange nicht. Bei uns liegt – abgesehen vom äußersten Südwesten Deutschlands – immer noch ein Eispanzer über dem Land. Hier in Würzburg ist vergangene Nacht noch Schnee dazugekommen, wie wohl in vielen Gegenden Deutschlands.

Umso schöne ist es, die tollen Farben des Lanzarote-Endemiten bestaunen zu können.

Aufgrund seine angenehm ruhigen Stimmung wirkt das Foto sehr harmonisch.

Schärfentiefe

Die Schärfentiefe ist sehr gering, liegt aber auf exakt der Stelle, auf der sie liegen soll: auf einem Staubbeutel und dem vorderen, behaarten Blütenblattrand der rechten Blüte. Ich weiß nicht, mit welcher Blende Du fotografiert hast (bitte nächstens angeben. Wenn die Exif-Daten nicht automatisch übernommen werden, bitte per Hand ins Textfeld eintragen). Aber eine Vergrößerung der Schärfentiefe hätte nicht nur zur Folge gehabt, dass noch weitere Staubbeutel der rechten Blüte scharf abgebildet worden wären. Auch die linke Blüte wär mit mehr Struktur wiedergegeben worden. Und das wäre von Nachteil gewesen, weil sie nicht scharf, sondern nur "fast" scharf abgebildet worden wäre. Und das verwirrt das Betrachterauge. Also: entweder volle Schärfe oder deutliche Unschärfe.

Alternative Lösung: Perspektiven-Verschiebung

Somit ergibt sich neben Deiner Lösung oben, die für sich gut ist so, wie sie ist, als Alternative, die Perspektive leicht zu ändern. Ein "Verschieben" der Kamera leicht nach links hätte die linke Blüte mit in die Schärfeebene gebracht. Dann wären auch hier wenige, aber entscheidende Teile der Blüte scharf abgebildet worden – genauso, wie oben bei der rechten Blüte.

Aber wie gesagt, das ist eine Alternative, nicht die bessere Lösung! Dein noch deutlicheres Spiel mit den Unschärfen oben hat ebenfalls seinen Reiz, da bin ich voll Reinhards Meinung.

Deshalb: GRATULATION zu diesem Bild!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Roland,

danke für Deinen Kommentar! Ich freue mich natürlich riesig!

Dass die Exifs nicht übernommen wurden lag daran, dass ich rechts ein bisschen ans Bild "angeschummelt" habe. Das ist der Preis dafür, dass ich vor Ort versuche, so nah wie möglich ranzugehen (und dann fehlt mir irgendwo etwas). ;-) Entschuldige, dass ich die Angaben vergessen habe!

1/100 sek / f 8,0 / ISO 400 / Beschnitt NEIN

Wie üblich Wind, daher kein Stack möglich, aber auch nicht gewollt. Ich wollte genau diese knappe Schärfentiefe. Mit der "Nichts-halbes-und-nicht-ganzes-Schärfe" auf dem linken Blatt war ich auch nicht so recht zufrieden. Ich hatte schon überlegt, da einfach einmal mit dem Weichzeichnungspinsel drüberzugehen?

Ich werde täglich mit Wettermeldungen meiner Lieben aus Deutschland versorgt und leide natürlich mit Euch! Aber am Montag wird es ja zumindest wieder wärmer...Ich schick Euch jetzt gleich aber schon mal ein paar Frühlingsgrüße - lange dauert es ja jetzt auch in Deutschland nicht mehr, bis es wieder farbiger wird.

Liebe Grüße

Erika

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ADMIN

Hallo Erika,

vielen Dank für Deine Angaben. Die sind tatsächlich sinnvoll, um Dein Foto noch besser zu "verstehen".

Tja, dass mit den vielfältigen Bearbeitungs- und Nachbearbeitunsmöglichkeiten ist so eine Sache. Das Potential hier ist enorm, so enorm, dass über diese Schiene Fotos komplett generiert werden (können). Das ist ein eigenes Thema und hat dann irgendwann auch nichts mehr oder zumindest sehr wenig mit eigentlicher Fotografie zu tun.

Aus diesem Grund konzentrieren wir uns hier bei Makrotreff sehr deutlich auf die Fotografie selbst, also auf die Möglichkeiten bei der Entstehung des Bildes mit der Kamera (das trifft übrigens in gleichem Maße auf meine Makrofoto-Workshops zu). Natürlich sind davon jegliche Möglichkeiten korrigierender oder erweiternder Nachbearbeitungsmöglichkeiten unberührt. Dies bleibt jedem selbst überlassen, ist aber eben dann weniger Thema von Makrotreff. Hierfür gibt es eine Menge Foren, in denen man tolle Fertigkeiten hierzu entwicklen kann.

Bei uns steht die Fotografie als fotografisches Handwerk im Vordergrund der Betrachtung. Gewisse Nachbearbeitungsschritte sind bei der digitalen Fotografie immer nötig, das ist klar (Stichwort RAW = digitales Negativ). Und "überschaubare" Korrekturen haben auch bei uns ihre Berechtigung und ihren Platz. Im übrigen versuchen wir, das Foto selbst bereits so zu erstellen, dass es möglichst gut ist – und dass damit die sich anschließende Zeit am Rechner möglichst kurz wird :-). Abgesehen davon: Die meisten Nachbearbeitungsschritte reduzieren die Ausgangsqualität eines Originalfotos. Und wir wollen ja keine bzw. nur möglichst wenig Qualität verschenken...

Du hast also oben mit Deinen Zeilen vollkommen Recht. Wenn tatsächlich größere nachträgliche "Eingriffe" in ein Foto vorgenommen wurden, ist es sinnvoll, diese mit anzugeben. Denn damit rutschen wir ein wenig rüber in das eigene Thema "Bildbearbeitung". Und das ist wichtig zu trennen.

Lieber Gruß,

Roland

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