Neuenburger Urwaldpilze

Vor ca. 2 1/2 Jahren bin ich bei Sonnenschein von Oldenburg zum Neuenburger Urwald bei Zetel gefahren. Als ich dann endlich durch den Wald ging, zog es sich zu und es fing an zu regnen. Null Licht. Bei der Jagdhütte angekommen, fand ich einen der markanten alten Bäume umgestürzt am Boden liegen. Der Baum war - wie man jetzt sehen konnte- von innen hohl gewesen, einer der letzten Stürme hatte ihm den Rest gegeben. Im Schnitt war der Stamm von innen wie ein Halbrund geformt - nach oben hin war er offen. Plötzlich hörte es für ein oder zwei Minuten auf zu regnen und für einen kurzen Zeitraum fiel ein Sonnenstrahl direkt in den liegenden Stammschaft. Wie man auf dem Bild sehen kann, wuchs im toten Holz schon wieder neues Leben. Die Pilze leuchteten magisch. Die Zeit war kurz, ich musste auslösen - und als Anfänger habe ich nicht so sehr auf die Einstellungen geachtet (1/30 freihand scheint mir heute gewagt). Das Bild fand ich trotzdem schön. Es ist nicht beschnitten, sonst hätte ich oben über dem Farn glaube ich ein kleines bisschen mehr Luft gelassen. Vielleicht gefällt es ja jemandem. Nach diesem Augenblick fing es an zu schütten und hört nicht mehr auf ...

(Schreibt man hier eigentlich auch mal die Geschichte zum Bild oder ist das fehl am Platz? Ich bin neu hier und weiß das nicht!)

Kommentare

Profile picture for user Flora1958
MOD

Hallo Ingo,

die Situation hast du super genutzt. Entstanden ist ein ausdrucksstarkes Bild. Man hat beim Betrachten das Gefühl durch einen Schacht nach oben zu schauen. Die Pilze stehen geschützt unter dem Dach des Spinnennetzes, welches du sehr schön sichtbar gemacht hast. Mit dem  Farn oben bringst du noch einmal Farbigkeit ins Höhlenreich.:-)  Für mich ein sehr ansprechendes Bild.

Liebe Grüße

Gabi

Profile picture for user Wolfgang Zeiselmair
Makronist

Grüß Dich Ingo,

danke erst mal für´s Zeigen. Ein sehr dramatisches Bild das einen starken ersten Eindruck hinterlässt. Die Einbeziehung des Umfeldes, das Spinnennetz und die Grundstimmung mag ich sehr. Bei längerer Betrachtung habe ich dennoch einige Anmerkungen. Die (wirklich schwierige) Lichtsituation ist ohne einen etwas umfangreicheren Aufbau nicht in den Griff zu bekommen. Man sieht es an den überstrahlten Bereich der Hüte. Abschatten ist hier nicht, was geht ist, der Umgebung etwas Licht zu spendieren, dann könnte man mit einer kürzeren Belichtungszeit arbeiten. Die Grundstimmung bliebe die selbe, aber die überstrahlten Bereiche wären beruhigt. Das zweite sind die Farne, die hätte ich def, abgeschattet. Zeichnung ist hier nicht mehr vorhanden und die hellen Kleckse ziehen den Blick weg von den Pilzen.

Servus
Wolfgang

Profile picture for user Ingo Heymer
Makronist

Moin Wolfgang,

ich danke dir für deine Hinweise! Da ich das Bild nicht noch einmal machen kann, habe ich versucht, an den von dir angesprochenen Stellen Veränderungen über die Bildbearbeitung vorzunehmen. Bzgl. der Hüte habe ich ein bißchen Weiß und Lichter rausgenommen. Das wirkt sich aber auch auf das gesamte Bild aus, da sind die Grenzen eng gesteckt. Beim Farn ging es besser: Für Grün ein wenig an der Sättigung und der Luminanz nachgeregelt und schon sieht die Pflanze viel natürlicher aus und passt harmonischer und unaufdringlicher ins Bild. Es ist besser geworden. Ich habe was gelernt, danke!

Ich persönlich finde spannend, wie der (mein) Blick durch das Bild wandert: Ich schaue erst auf den scharfen, höher stehenden Hut, dann entlang der Spinnenweben nach rechts auf das undefinierbare rot-braune Etwas, auf das leuchtende Blatt in der Mitte, dann hoch zum Farn, entlang der flächigen Weben rüber in das Schwarz rechts (Teil des Stammes), da bleibe ich hängen springe schließlich rüber nach links unten zur klar erkennbaren Holzstruktur und schließlich hoch zu den pünktchenartigen Pflanzenteilen (?) im Spinnengewebe. Das finde ich persönlich (neben dem Leuchten der Pilze im Kontrast zu den vielen Schwarzanteilen) interessant. Ich finde es  sehr schwer, aber erstrebenswert, Bilder zu machen, durch die der Blick des Betrachters "wandert". Aber du weißt ja selbst, dass man seine eigenen Bilder immer anders sieht als andere Menschen...

Wolfgang, nochmals vielen Dank für deine Ratschläge und Hinweise - und an Gabi vielen Dank für die aufmunternden Worte!

Ingo

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