Unschärfe: ab in die Tonne, oder hat es was?

Hallo liebe Makronistinnen und Makronisten,

inspiriert von einem Gemälde "Totale Unschärfe" das Marny im Vintage Makro Workshop Anfang Juli mit ihrer Kamera gemalt hat, versuche ich auch geeignete Motive zu finden die eine ähnliche Schönheit haben.
Bei meinen Aufnahmen der Feuerwanzen, habe ich mit dem Cyclop diese oben gezeigte gemacht, absichtlich habe ich die Wanze mit in die Unschärfe genommen.

Irgendwas macht das Foto mit mir, und  ich konnte mich (noch) nicht dazu entschließen es in den Rundordner* abzulegen.
Was sagt ihr, Hot oder Schrott, hat dieses Foto was, oder ab damit in die Tonne? Bin gespannt auf eure Kommentare.

Lieber Gruß

Erich

*Papierkorb
 

Kommentare

Profile picture for user Flora1958
MOD

Hallo Erich,

also mir ist das Motiv zu groß für die gemalte Unschärfe.Irgendwie wirkt es auf mich zu dick und ist weniger in einem gemalten Hintergrund eingebettet.Es scheint sich über die Diagonale  hinweg aufzuteilen in gemalt und ungemalt.Ich hoffe, du verstehst wie ich das meine.Weiß nicht ,wie ich es anders beschreiben soll.:-)

Liebe Grüße

Gabi

Profile picture for user Manfred S.
Makronist

Hallo Erich,

bei Deinem Gemälde ist für mich die Wanze eindeutig das Hauptmotiv. Hier sucht mein Auge nach einem Schärfepunkt als Blickanker, auch wenn dieser nur klein sein sollte. Im Gegensatz dazu könnte ich mir das mit der totalen Unschärfe bei einem anderen Motiv schon gut vorstellen. Hier ist mir das Motiv (Blüte im Hintergrund), wie Gabi schon geschrieben hat, auch irgendwie zu dominant. Könnte mir Deine Bildidee bei einem Blumenfeld mit vielen kleineren Blüten gut vorstellen. Probier das doch mal in Deinem Blühstreifen, wenn die Trockenheit da noch was übrig gelassen hat.

 

Liebe Grüße

Manfred

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Erich,

bei einem Insekt als Hauptmotiv funktioniert das mit der Umschärfe über das gesamte Bild hinweg nicht. Insekten sind Tiere, sie haben konkrete Körperteile. Und diese will der Betrachter, so wie Manfred treffend beschreibt, scharf sehen. Selbst bei Pflanzenteilen wie Blüten oder Früchte ist dies der Fall.

Bei dem Foto vom Workshop dominierten Formen und Farben. Die können in einer Unschärfe interessant in Erscheinung treten. Hier schaut der Betrachterblick anders, hier hat das Betrachtergehirn eine andere Erwartung.

Aus diesem Grund funktioniert das mit der Unschärfe bei Deinem Bild oben nicht. Der Bildbetrachter erkennt da einen rot-schwarzen Fleck, erkennt vielleicht noch, dass es sich um die Hinteransicht eines Tieres handelt, will das Rätsel auflösen – und scheitert an der Unschärfe. Das schafft Frust.

Dies klingt jetzt sehr scharf, aber so funktioniert die Betrachter-Wahrnehmung – mal laut gedacht und nicht, wie "normal", unbewusst und in Bruchteilen von Sekunden. Wenn sich hingegen Formen und Farben durch (gekonnte) Unschärfen gegenseitig ergänzen, ist der Bildbetrachter in der Regel gerne bereit, sich auf eine abstrakte Betrachtung einzulassen. "Fehlende" Schärfe(-Informationen) ersetzt er dann gerne durch eigene Phantasie.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

Profile picture for user Erich Müller

Hallo ihr Lieben, 

danke für Eure Kommentare. Wie gesag bin ich mir bei diesem Foto unschlüssig gewesen. Ich werde weiter nach Motiven suchen die geeigneter sind, und die Tierchen weglassen. Vielleicht bringt der Herbst etwas das besser passt, ich bleibe dran.

Liebe Grüße 

Erich 

Profile picture for user Mainecoon
Makronist

Der Vergleich ist in mehr als einer Hinsicht gewagt, aber ein wenig erinnert mich diese Aufnahme an Thomas Struths Reihe Nudes, in der er Pornofotos aus dem Internet nahm und sie mittels Bildbearbeitung verfremdete, vor allem dahingehend, dass sie alle deutlich unscharf waren. Struth ist ein hochgeachteter Fotograf, wogegen Erich hier auf Ablehnung stößt. Was macht den Unterschied aus? Die Absicht? Der Name? Das Sujet?

Eine immer wiederkehrende Diskussion...

Viele Grüße

Mainecoon

Profile picture for user Wolfgang Zeiselmair
Makronist

Ist das Kunst oder kann das weg? Eine Frage die so alt wie aktuell ist. Wenn ich Auszüge aus dem Magnus Archiv durchblättere denke ich auch ab und an "was tut jetzt dieses Bild hier". Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass viele dieser Bilder würden sie von Hobby Tätern veröffentlicht, gnadenlos verrissen würden. Natürlich macht der Name was, aber ein Name muss sich erst einmal aus der Menge herauskristallisieren, da spielt dann Qualität doch die entscheidende Rolle.

Servus
Wolfgang

Profile picture for user Erich Müller

Hallo Mainecoon, Hallo Wolfgang, 

Danke auch für  Eure Kommentare, ihr habt das schön formuliert. Es ist natürlich so, dass dieser Herr Struth sich seine Hochachtung als Fotograf sehr wahrscheinlich durch Arbeit und Fleiß erarbeitet hat. Und er hat, genau wie jeder andere auch, sehr wahrscheinlich mal klein angefangen. 

Es ist aber doch auch schön zu sehen, was auch wir Fotoamateure und Semiprofessionelle für bildliche Schönheiten präsentieren. Natürlich haben wir uns noch keinen Namen gemacht, und, wollen wir das denn überhaupt? Verständlich ist auch, dass einem nicht jedes Foto gefällt, oder anspricht, dazu sind die Geschmäcker nun mal verschieden, was auch gut so ist!

Wie wir aber wieder sehen, hat dieses Foto dazu geführt, trotz Unzulänglichkeiten, zu einer Diskussion zu führen,  wir haben uns mit dem Bild beschäftigt, es analysiert. 

Liebe Grüße und Servus 

Erich

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich angezeigt. Deine Emailadresse ist nötig, um Dich über neue Antworten zu informieren.
CAPTCHA
dieser Test dient dazu den Spam zu verhindern. Wir bitten um Verständnis!