Diese Spinne mit Kokon entdeckte ich auf einer Wiese. Um welche Art es sich hierbei handelt weiß ich trotz googeln nicht. Nur das es sich um eine Art Brutpflege handelt. Die Spinne trägt die Eier und späteren Nachwuchs mit sich herum. In manchen Fällen kommt es auch vor das der Nachwuchs dann die Spinne verspeist. Wie immer war es bei der Entstehung des Fotos ziemlich windig. Da heißt es immer richtig abpassen.
Kommentare
ADMIN
Hallo mawie, bei der von…
Hallo mawie,
bei der von Dir fotografierten Spinne handelt es sich um ein Weibchen der Listspinne (Pisaura mirabilis), der häufigsten Jagdspinne Mitteleuropas. Ich ergänze den Titel entsprechend.
Zur Biologie:
Das Listspinnenweibchen trägt unter sich (gehalten durch ihre Kiefernzangen) den Kokon mit Eiern. Damit läuft sie herum und wartet, bis die Jungspinnen ausschlüpfen; dies kann etwa zwei Wochen dauern. Diese Phase hast Du fotografiert.
Den Vorgang des Baus des Kokons nennen Biologen
Brutfürsorge.
Hierin sind alle Aktivitäten von Tieren bis zur Eiablage enthalten. Kümmern sich die Elterntiere (oder ein Elternteil) über die Eiablage hinaus um ihren Nachwuchs, sprechen wir von
Brutpflege.
Hierzu gehört unter anderem auch das Herumtragen des Kokons durch das Listspinnenweibchen. Denn dadurch, dass sie den Kokon mit Eiern bei sich trägt, passt sie auch auf diesen auf. Du hast also mit Deinem Bildtitel "ins Schwarze getroffen" :-).
Nach etwa zwei Wochen webt das Spinnenweibchen im Rahmen der Brutpflege in der Regel in Bodennähe ein kugelförmiges Gespinst von ca. 10 cm Durchmesser, in das sie den Kokon aufhängt. Die nach wenigen Tagen schlüpfenden Jungspinnen sammeln sich innerhalb des Gespinstes zu einer dichten Traube. Bei Störungen von außen laufen sie rasch in alle Richtungen auseinander und verteilen sich dabei über das gesamte Gespinst.
Das Weibchen (Mutterspinne) ist in dieser Phase fast immer in der Nähe dieses Gespinstes zu finden. Aber mit dem Bewachen der Jungen ist es nicht so dolle: Bei stärkerer Beunruhigung durch einen Störenfried ergreift sie lieber die Flucht :-). Hier beginnt dann also die Brutpflege aufzuhören.
Wenige Tage nach dem Schlupf häuten sich die Jungspinnen erstmals und verlassen bald darauf das schützende Gespinst. Ab dann erkunden sie – jede auf sich alleine gestellt – die Weiten des Kosmos.
Auch dieses oben beschriebene Gespinst ist relativ leicht zu finden – wenn man weiß worauf man achten soll. Allerdings ist es nicht so einfach, die Jungspinnen darin zu fotografieren, da alles eine kugelige Form hat. Man weiß kaum, wohin man die Schärfeebene legen soll... :-).
Zum Foto:
Das Foto ist bei recht starker (hoher) Sonne entstanden. Dadurch kommt es zu Abschattungen unterhalb der Spinne, die aber akzeptabel sind. Sehr schön sind die Bildaufteilung sowie die Diagonale im Bild.
Gegebenenfalls kann relativ einfach per Bildbearbeitung die schräge dunkle Linie im Hintergrund unterhalb der Spinne entfernt werden – muss aber nicht, da sie andererseits schön die Diagonale des Halms, auf dem die Spinne sitzt, widerspiegelt.
Also, alles in allem ein schönes Foto mit einer tollen Geschichte dahinter.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",
Roland
Hallo Roland, wow was…
Hallo Roland,
wow was für eine Geschichte. Ich bin total fasziniert. Wenn man weiß nach was man suchen muss kann man vieles auch selber googeln. Aber das Thema Spinnen ist auch sehr umfangreich. Da muss man zumindest den Oberbegriff wissen.
Vielen Dank das du dir Zeit genommen die lange informative und interessante Dokumentation zu schreiben. Ist ja nicht selbstverständlich.
Ich merke auch das ich viel dazulerne z.B. bei Maincoons Bild grüne Stinkwanze. Das hat mich auch sehr interessiert und beim googeln konnte ich feststellen das wir das erste Jugendstadium, die kleinen schwarzen mit weiß auch in unserem Garten haben. Auch die gehäutete ganz in grün war mal auf einer Himbeere. Somit hatte sich wieder was geklärt.
Zu der Spinne: das Bild habe ich auf einer Trockenwiese aufgenommen. Ja, es war wirklich eine ungünstige Tageszeit. Die meiste Zeit bin ich auf meiner Lieblingsfeuchtwiese unterwegs wo es sehr viele Spinnennester gibt. Ein ovales habe ich auch gesehen wo eine Spinne rausguckte die sich leider dann davon gemacht hatte. Kleine Spinnen habe ich noch keine gesehen. Zur Zeit möchte ich aber bei Waldbrandgefahrstufe 5 die Wiese nicht betreten. Schade, da muss man dann eben die Aktivitäten erst mal auf den Garten sowie Raine von befestigten Wegen beschränken.
Hab noch mal vielen lieben Dank.
Ein schönes Restwochenende wünscht Margrit
MOD
Interessantes Foto mit…
Interessantes Foto mit wieder einmal toller Geschichte dazu. :-) Sehr schön!
Liebe Grüße
Gabi
Die tolle Geschichte stammt…
Die tolle Geschichte stammt von Roland und ist nicht auf meinen Mist gewachsen. Vielen Dank für deinen Kommentar. Es gibt einfach so viel zu entdecken bei den Insekten. Viele haben eine interessante Lebensweise. Da kann man nur sagen Wow.
Einen schönen Restsonntag wünscht dir Margrit
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