hauswurz mit bokeh

diesen hauswurz habe ich mit dem pentacron in meinem garten aufgenommen

Kommentare

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ADMIN

Hallo Gudrun,

ein schönes Hauswurz-Bild, fotografiert mit einem Vintage-Objektivklassiker.

Ehe ich mehr ins Detail gehe (was ich gerne machen werde), bitte ich Dich, uns noch ein paar Informationen zum Objektiv und zu den gewählten Einstellungen zu geben:

Ist meine Vermutung korrekt und es handelt es sich um das Pentacon 1.8/50mm?

Mit welcher Blende hast du fotografiert?

Lieber Gruß,

Roland

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hallo roland , entschuldige meinen schreibfehler mein lap top spielt im moment

mit den buchstaben etwas verrückt.

ich habe mit der  offenblende 1.8 fotografiert, du hast recht es ist ein pentacon 1,8/50mm!

liebe grüße gudrun

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ADMIN

Bildruhe

Hallo Gudrun,

prima, also gehen wir ein wenig ins Detail.

Du hast die Hauswurz bildwirksam in die rechte Bildhälfte platziert. Die Schärfe liegt auf den vorderen Hauswurz-Blättern, das passt.

Hinter der Hauswurz zeigt sich ein wunderschöner Hintergrund. Ich vermute mal, für dieses tolle Bokeh ist Moos verantwortlich.

Die linke Bildhälfte zeigt ausschließlich Unschärfen – sowohl Vorder- als auch in erster Linie Hintergrundunschärfen.

Im gesamten Bild liegt ein relativ starkes, tiefes Seitenlicht, dass den vorwiegend vorhandenen Grün-Brauntöne starke Kontraste verleiht.

Soviel zur reinen Bildbeschreibung.

Gehen wir mal einen Schritt zurück. Der erste spontane Eindruck, den man beim Betrachten des Fotos bekommt, ist eine relativ große Unruhe im Bild. Bei diesem recht kleinen Abbildungsmaßstab liefert selbst die Offenblende von 1.8 noch viele Strukturen im Hintergrund. Diese werden zusätzlich deutlich durch das Sonnenlicht herausgearbeitet; das gesamte Bild ist übersät mit Licht-Schatten-Wechseln.
Dadurch hebt sich das eigentliche Hauptmotiv – die Hauswurz – relativ wenig von den unscharfen Bildbereichen ab. Auch der Bokehbereich unmittelbar hinter der Hauswurz geht in der allgemeinen Unruhe etwas unter. Aber genau hier demonstriert das Pentacon1.8/50mm, wie wunderschön es malen kann.

Es gilt also, das Bild zu beruhigen. Bildbestandteile, die ablenken, sollten vermieden werden. Hierbei können mehrere Hebel zur Anwendung kommen:

  • Störende Strukturen entfernen – z.B. insbesondere die hellen unscharfen Linien in der linken Bildhälfte. Beachte: helle Linien schneiden! Die im Vorfeld erkennen und vor dem Fotografieren entfernen.
     
  • Lichteinfall abschwächen – diese starke Seiteneinstrahlung führt zu unzählig vielen Licht-Schatten-Wechseln im Mikrobereich; jedes kleine Moosästchen wirft einen (schwarzen) Schatten.
    Schwächeres Licht reduziert die Helligkeitsunterschiede und bringt dadurch mehr Ruhe ins Bild. Gegebenenfalls auch ganz ohne Sonnenlicht arbeiten, wenn so viele kleine Strukturen im Bildausschnitt vorhanden sind.
     
  • Abbildungsmaßstab erhöhen – wenn Du mit der Kamera näher ran gehst, hast Du auch weniger drauf auf dem Bild. Dadurch entsteht automatisch mehr Bildruhe.

    Das ist ein sehr großer Hebel. Bei der Wahl des Abbildungsmaßstabs sollte man immer die Beschaffenheit eines Motivs analysieren. Hat ein Motiv große homogene Flächen und ist der Hintergrund ebenfalls eher ruhig, kann man durchaus einen kleineren Abbildungsmaßstab wählen und so etwas mehr der Motivfläche ins Bild nehmen.
    Ist das Motiv jedoch kleinstrukturiert, der Hintergrund unruhig und kommt dann zusätzlich auch noch ein ausgeprägter Licht-Schatten-Wechsel hinzu, sollte man sich auf einen deutlich kleineren Bildausschnitt konzentrieren – alleine schon, um das Bild zu beruhigen und dadurch den Betrachterblick möglichst schnell und eindeutig auf das eigentliche Hauptmotiv zu lenken.

    Im Bild oben könnte das durchaus bedeuten, dass letztendlich nur noch einzelne Blätter der Hauswurz fotografiert werden. Dann hätte das Pentacon nicht mehr im Moos gemalt, sondern es hätte die weiter hinten liegenden Hauswurz-Blätter mit fantastischen Konturen gezeichnet. Es entsteht also unter Umständen ein völlig anderes, neues Bild. Möchte man das nicht, sollte des Umfeld so wie oben beschrieben deutlich beruhigen.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig und sinnvoll es ist, eine gegebene Motivsituation zunächst einmal zu analysieren und daraufhin dann die Bildidee zu entwickeln.
Die Hauswurz ist ein sehr schönes Motiv. Sie eignet sich für solche Umsetzungen ganz hervorragend. Gerade Vintage-Linsen können hier zeigen, was sie drauf haben. Du hast also auf jeden Fall das richtige Motiv gewählt.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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hallo roland,

vielen dank für deine ausführliche beschreibung und erklärung wie es richtig sein soll.

werde beim nächsten fotografieren daran denken was du geschrieben hast und versuchen

es so zu machen! schönen sonntag und liebe grüße

gudrun

 

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