Hummel am Lavendel

Was muss ich noch verbessern um die Hummel schärfer zu bekommen?

Es ist natürlich nicht so einfach so ein Insekt in Ruhe zu Fotografieren.

Diese Aufnahme ist Freihand mit der GX80 und dem Lumix 14-140II wobei hier ein sehr guter Bildstabilisator

zum Einsatz kommt.

Die Aufnahme habe ich mit dem Zeitprogramm S vorgenommen und 1/2000 eingestellt.

Die Blende automatisch, bei voller Sonne ca. 14.00 Uhr.

1 Feld und AFC keine Serienbilder ohne Post Fokus nicht 4K Serie, Foto unbearbeitet, Entfernung vom Objekt

ca. 30cm, Fotoausschnitt.

vg uwe

Kommentare

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Hallo Uwe,

ja, das ist in der Tat alles nicht so einfach! Und Du hast eine Menge richtig gemacht, aber einige Dinge solltest Du tatsächlich optimieren, dann werden auch die Ergebnisse besser. Aber nun der Reihe nach:

Bildschärfe:
Im Bild ist eine Bildschärfe! Aber die liegt nicht genau auf der Hummel sondern auf dem unteren Teil des Lavendel-Blütenstands - auf dessen Oberfläche! Und damit eben nicht genau auf der Hummel! Das ist aber entscheidend in der Makrowelt. Der Schärfepunkt muss absolut genau sitzen! Vor allem, wenn Du mit der mittleren Blende 5.4 arbeitest. Da ist eben nur ein sehr kleiner Bereich wirklich scharf. Ich weiß nicht, WIE Du scharf stellst. Du gibst an, dass Du ohne den Post Fokus Deiner GX80 arbeitest. Das ist gut so! Aber WIE stellst Du scharf? Mit Autofokus? Oder manuell?

Objektiv/Brennweite:
Du arbeitest mit einem Zoom-Objektiv. Es ist günstig, für Makroaufnahmen erst einmal Tele-Brennweiten so ab 110 mm aufwärts einzustellen - und dann (möglichst) Blendeneinstellungen von etwa 8 oder mehr). In der Telefunktion lässt sich besser der Schärfepunkt festlegen. Erst wenn das sehr gut funktioniert, macht das erweiterte Experimentieren mit den kürzeren Brennweiten im Makromodus Sinn. Außerdem wird bei längerer Brennweite der Hintergrund ruhiger - der ist hier bei dem Hummelbild auch sehr unruhig. Siehe hierzu auch den von mir hier in Makrotreff eingestellten Artikel "MakroBrennweite - Welche darf´s denn sein?". Das hier von mir Beschriebene trifft auch weitestgehend auf Deine Zoom-Linse mit den unterschiedlichen Einstellungen zu.

Licht:
Das Hummelbild entstand bei extrem hohem Sonnenstand im vollen Sonnenlicht. Dadurch hast Du zwar die sehr kurze Verschlusszeit, aber auch extrem hohe Kontraste und ein extrem hartes Licht. Und die hohen Kontraste führen ebenfalls zu einem verstärkten Unschärfeeindruck! Versuche unbedingt, diese Mittagszeiten im harten Licht zu meiden. Weiche aus auf die Morgen- und Spätnachmittag-/Abendstunden. Dann entstehen wesentlich bessere Fotos.

Ich bin gespannt auf Deine nächsten Fotos!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Hallo Roland,
danke für´s kommentieren.

Bildschärfe:
Ich stelle mit Autofokus scharf, manuell geht für mich nur bei unbeweglichen Objekten und auch dann hab ich ein
kleines Problem durch meine Brille. Ich habe die manuelle Zeiteinstellung benutzt und daraus ergab sich
automatisch die Blende. Habe bei Folgefotos den Post Fokus verwendet, diese Bilder werden schärfer.
Aber in der Sekunde wo diese 30 Bilder aufgenommen werden darf sich möglichst das Objekt auch nicht bewegen.

Brennweite:
Da war ich wohl noch zu weit am Objekt dran. Die Blendeneinstellung von 8 geht ja auch nur bei optimaler Sonne.
Oder die Belichtungszeit wird länger. Aber das ist ja auch nicht optimal?

Licht:
Das ist wohl das größte Problem. Kurze Verschlusszeit und relativ kleine Blende geht doch nur mit viel Licht und da
habe ich eben mich für das meiste Licht entschieden.

Irgendwo muss ich Kompromisse machen. Vielleicht bei der Verschlusszeit, 2000 ist ganz schön, aber ich werde 
mal etwas länger einstellen.

Viele Grüße Uwe

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ADMIN

Hallo Uwe!

Bildschärfe:

die Ermittlung des exakten Schärfepunktes ist in der Makrofotografie ein spezielles Thema. Die Sache mit der Brille verstehe ich (bin selbst Brillenträger), aber dennoch ist es besser, Du versuchst "zu lernen", mit einem anderen Weg als der Scharfeinstellung über Autofokus zurecht zu kommen.

In der Makrowelt ist der beste Weg zur Schärfe folgender: 

Als erstes Autofokus an der Kamera ausstellen und die Einstellungen des gewünschten Schärfepunktes (ca.) sowie bei Zoomobjektiven auch die gewünschte Brennweite an der Kamera manuell einstellen - damit legst Du Dich vorher in etwa auf den von Dir gewünschten Abbildungsmaßstab fest. Nur dazu dient dieser Schritt zu diesem Zeitpunkt!

Dann nimmst Du die Kamera ans Auge und gehst langsam mit der ganzen Kamera und Dir als Mensch hinten dran auf das Objekt zu, bis es in die Schärfenebene kommt.

Bist Du dort angekommen, kannst Du nochmal durch leichtes Hin- und Hergehen mit dem ganzen Kopf (samt Kamera vor dem Auge) fein nachjustieren.

Passt die Schärfe, lässt Du den Schuss fliegen :-) .

Wenn Du das übst, wirst Du mit der Zeit feststellen, dass diese Art von (manueller) Schärfefindung im Makrobereich die beste ist.
Mit dem Autofokus wirst Du sehr häufig genau das erleben, was im Moment der Fall ist: immer wieder kleine Unschärfen. Denn wenn der Autofokus seinen Fixpunkt gefunden hast, darfst Du die Kamera bis zum Auslösen eigentlich überhaupt nicht mehr bewegen, also auch nicht zum Korrigieren des Bildausschnitts! Denn dadurch wird bereits die optische Achse verändert, was in der minimalen Schärfentiefe der Makrowelt bedeutet: Du bist aus der Optimalschärfe rausgeflogen. Und das ist dann ein Killer!


Blende/Belichtungszeit:

Für bestimmte Motive benötigst Du bestimmte Blenden. Fotografierst Du ein Insekt von der Dicke einer Hummel, benötigst Du einfach eine bestimmte Menge von Tiefenschärfe. Anders ausgedrückt: Wenn Du für ein bestimmtes Motiv beispielsweise mind. Blende 8 benötigen würdest, ist es keine Option, bei mangelndem Licht dennoch auf Blende 5.6 oder gar 4 zu gehen. Dann ist es besser, Du gehst im ISO-Wert höher (im oberen Beispiel auf 800) und akzeptierst eine höhere Körnung und ein stärkeres Rauschen. Denn wenn Blende 5.6 oder weniger einfach nicht reicht, fotografierst Du dieses Bild dann ohnehin für die Tonne!

Ich denke, hier muss man eines bedenken: Viele Menschen sehen ein bestimmtes Foto - z.Bsp. ein Insekt im Anflug auf eine Blüte - und sagen sich dann: "Donnerwetter, der Fotograf hat hier aber die richtigen Kamerawerte gefunden und eingestellt". Dem ist oft nicht so! In Wahrheit ist der Fotograf zunächst mal hingegangen und hat sich Bedingungen gesucht, unter denen er die für die erfolgreiche Umsetzung des Motivs nötigen Kamerawerte anwenden konnte! Die hat er dann auch eingestellt und das Foto erfolgreich gemacht. Auch der beste Fotograf ist an die physikalischen Grenzen der Fotografie gebunden! Da kann er beispielsweise nicht einfach die Kameraeinstellungen so lange nachziehen, bis bei fehlendem Licht doch noch alles hell genug und auch schön scharf, feinkörnig und rauscharm ist. Einen guten Fotografen macht es also aus, bereits VOR dem Zücken der Kamera ein Motiv als günstig einschätzen zu können. All die Motive, die er nebenher ebenfalls gefunden und als nicht günstig eingeschätzt hatte, sieht der spätere Bildbetrachter nicht. Es liegt in der Natur der Dinge, dass er all diejenigen Motive nicht zu sehen bekommt, die einfach nicht umzusetzen sind - nicht umzusetzen, weil die Bedingungen hierfür eben nicht vorlagen.


Licht:

Natürlich liegt auch bei Flugaufnahmen von Insekten immer eine unterschiedlich starke Bewegung vor. Aber in der Regel benötigt man bei solchen Anflugsituationen vor Blüten schon die 1/1500 bis 1/2000 Sek., um das Insekt scharf zu bekommen.


In diesem Sinne "Gut Licht",

Roland

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