Herbst 1

Der Weitwinkeleffekt eines Wassertropfens, der am Stackel einer Kastanienschale hängt, erlaubt im Nahbereich eine Kastanie total abzubilden.

Gerhard.

Kommentare

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Gerhard,

eine tolle Bildidee.

Aber warum rauscht das Foto so stark? Handelt es sich um eine starke Ausschnittsvergrößerung?

Abgesehen davon neigt die Blende 20.0 zu starken Beugungsunschärfen. Werden die anschließend (zu) stark nachgeschärft, kommt es ebenfalls zu starkem Rauchen in Verbindung mit Artefakt-Bildungen. Das ist beim Bild oben der Fall.

Das ändert natürlich alles nichts an der tollen Bildidee... :-).

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Gerhard.

Danke Roland für die Kritik.

Das ursprüngliche Bild hat 5184 x 3456 Px und wurdevon mir  beschnitten auf 3355 x 2237 Px.

1. Gilt das als Auschnittsvergrößerung? PS CS6 kann einen Ausschnitt - wenn man beim Freistellungswerkzeug "vorderes Bild" wählt, auf das ursprüngliche Pixelmaß vergrößern. D.h., dass die Auflösung verringert wird oder Pixel interpoliert werden. Diesen Vorgang habe ich bisher als Ausschnitt"vergrößerung" verstanden, irre ich mich?

2. Blende 20 ist sicher ein Fehler von mir. Hatte eine kürzere Belichtungszeit als Ziel, weil der Tropfen nicht sehr stabil war und auch eine größere Schärfentiefe, um Fokusstacking zu vermeiden. Werde es mal mit höheren ISO-Werten oder Blitzlichtern versuchen.

Gerhard.

Profile picture for user Roland
ADMIN

Ausschnittsvergrößerung

Hallo Gerhard,

der Beschnitt entsprechend Deiner Angabe beläuft sich auf 35%. Ja, das ist eine Ausschnittsvergrößerung von 35%.

Du hast also 35% Deines Ursprungsbildes weggeschnitten. Dies "Bildmasse" an reinen Daten ist weg, die kommt auch nicht mehr wieder.
Wenn Du nun das Foto wieder auf die ursprüngliche Größe (Pixelzahl) vergrößerst, bläst Du das Foto auf. Die Software berechnet anhand von benachbarten Pixeln Zusatzinfos ins Bild. Diesen Vorgang nennt man interpolieren. Da die Software nur anhand von Logarithmen rechnen und "vermuten" kann, ist das Ergebnis natürlich nicht vergleichbar mit einer Original-Ablichtung reiner, realer Bilddaten. Man darf auch nicht vergessen, dass die Software alles hochrechnet – auch die Bildfehler, sprich schlechte Bilddaten! Es ist also eine Krücke...

Da Du je nach Verwendung häufig ohnehin nicht die hohe Ausgangsauflösung von 5184 x 3456 Pixeln benötigst, brauchst Du auch nicht zu interpolieren, also wieder "aufzublasen". Du kannst das übriggebliebene Teilfoto beispielsweise hier bei Makrotreff posten, seine Darstellungsgröße ist ja limitiert durch die Bildschirmgröße in Verbindung mit seiner Auflösung.

Trotzdem ist natürlich dieser Beschnitt, dieses nachträgliche Abschneiden von Bildrändern, ein Vorgang, der wohlüberlegt sein sollte. Erstens hat man für seine Pixel ordentlich Geld bezahlt (MB des Sensors).
Zweitens sollte man bereits beim Fotografieren einen guten Bildaufbau vornehmen, weil man zu diesem Zeitpunkt alle Möglichkeiten in der Hand hat, diesen zu optimieren – beim anschließenden Bildbeschneiden am PC nicht mehr; da gibt´s nur noch die Schere :-).
Und drittens könnte man ja irgendwann einmal die ursprüngliche Bildmasse benötigen – meist spätestens dann, wenn´s in den Druck geht, sei es ein Flyer oder ein Bild für die große Wand über´m Bett :-).

Da wir uns hier bei Makroteff mit dem Handwerk der Fotografie beschäftigen und dieses weiterentwickeln wollen, legen wir das Augenmerk auf´s Fotografieren, nicht auf das nachträgliche Zurechtschneiden mittels Software. Es hat mit Fotografieren nur noch wenig zu tun, wenn von vornherein – also bereits beim Fotografieren – das starke nachträgliche Beschneiden mit einkalkuliert wird. Dies ist gängige Praxis! Wir hier haben uns da anders positioniert. Ständiges starkes Beschneiden von Fotos stellt eine sehr große Blockade bei der eigenen fotografischen Weiterentwicklung dar. Deshalb die Regel, max. 10% zu beschneiden.

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Gerhard.

Hallo Roland,

mir scheint, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, sicher alle mit dem Ziel, ein gutes Bild zu erreichen. Du vermutest, als einen Grund für die mindere Qualität (starkes Rauschen) meines Bildes eine Ausschnittvergrößerung.

Ich meine, durch den reinen Beschnitt (mehr erfolgte nicht),  verändert sich nicht die Zahl der bildbeschreibenden Pixel für das gewollte Motiv, das kann demnach in dieser Bearbeitungsstufe rein technisch keine Verschlechterung bringen, im Gegenteil, man macht es doch, um den Bildeindruck zu verbessern. Für den Tropfen z.B. steht die gleiche Anzahl der Originalpixel zur Verfügung, wie vor den Beschnitt der Ränder, deshalb wirkt der Begriff Ausschnittvergrößerung auf mich iritierend.

Die Darstellungsqualität zeigt sich doch erst, wenn ich die verbliebenen Pixel auf eine Darstellungsfläche verteile. Da reichen die 3355 x 2237 Px bei 300 dpi immer noch für DIN A3 und wären für alle meine Geräte, vom iMac bis iPad immer noch zu groß und zwingen die Grafikkarten zur Pixelreduktion auf Bildschirmgröße.

Ich akzeptiere natürlich dein Bestreben, für alle Eventualitäten alle Pixel zu erhalten. Dafür bewahre ich die RAW-Dateien für diese Fälle auf.

Ich folge auch uneingeschränkt deinem Rat, dass fotografieren vor bearbeiten gehen sollte und ein Aufblähen der Datei nach dem Beschnitt keine Qualitätsverbesserung bringt, was ich zwar von PS her kenne, aber bisher nicht angewendet habe.

Mich hat die Diskussion wieder zum Nachdenken angeregt, danke.

Gerhard.

 

Neuen Kommentar schreiben

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich angezeigt. Deine Emailadresse ist nötig, um Dich über neue Antworten zu informieren.
CAPTCHA
dieser Test dient dazu den Spam zu verhindern. Wir bitten um Verständnis!