Hallo,
ich habe jetzt zweieinhalb Tage vor einem ca. 50x50 cm großen Ausschnitt unseres ca. 4 m² großen Sandbeets gelegen und eine winzige Grabwespe bei ihrem Brutgeschäft beobachtet. Sie ist ca. 8mm groß. Ich konnte die Art nicht bestimmen (Gattung Crabro sp.?), aber ich würde mal behaupten: Wir kennen uns jetzt! Fotografisch bewiesen ist: Sie verproviantiert ihre Brut mit Fliegen. Immerhin… 😉
Natürlich weiß ich jetzt auch ziemlich genau, wer sich sonst noch auf dem Sand herumtreibt.
Was ich aber trotz vieler hundert Versuche mit unterschiedlichen Parametern nicht auflösen konnte, ist die Frage: Was muss ich tun, um perfekt beleuchtete, geblitzte Fotos auf Sand zu erhalten? Gefühlt habe ich alles ausprobiert. Mittlerweile frage ich mich: Geht das überhaupt??? Wenn jemand Tipps hat: Gerne melden!
Kommentare
ADMIN
Hallo Ingo,Makro-Blitzen ist…
Hallo Ingo,
bei dem Bild ist Vieles bereits sehr gut gelungen. Dein zweieinhalb-Tage-langes-Ausharren war also nicht umsonst :-).
Makro-Blitzen ist – wie du weißt – eine Wissenschaft für sich. Es gibt hier viel Unsinn, manche Wege führen nach Rom, diese dann aber über unterschiedliche Wege und mit unterschiedlichen Charakteristiken und Eigenschaften.
Du hast dieses Bild mit dem Cygnustech Diffusor an EINEM Blitz gemacht. Damit ist klar:
Starke Dämpfung der meisten Reflexe
Licht kommt diffus von mehr oder weniger allen Seiten
Leuchtdauer des Blitzes relativ lange
Starke Dämpfung der meisten Reflexe:
Die extrem starke Diffusorwirkung solcher Blitzaufsätze (= fast ein Lichtzelt!) führt dazu, dass es wenige Reflexe im Bild gibt. Bei diesem Bild hier siehst du ganz leicht Reflexe nur auf der extrem reflexanfälligen schwarz-glänzenden Körperfläche der Wespe. Alles andere ist quasi reflexfrei (z.B. Die Sandkörner!).
Wirkung: So etwas geht auf Kosten der Brillanz (was natürlich nicht heißt, Reflexe bis ins Extreme anzustreben!).
Licht kommt diffus von mehr oder weniger allen Seiten:
Dies führt zu weitgehender Schattenfreiheit. Und: Der Hintergrund kann leuchttechnisch nicht eigens angesteuert werden.
Wirkung: relativ wenig Plastizität und Brillanz im Bild.
Die Alternative wäre: Licht von zwei Seiten mit leicht unterschiedlicher Dosierung sowie unter Einbeziehung des Hintergrunds.
Leuchtdauer des Blitzes relativ lange:
Da der Diffusor sehr stark ist und damit viel Licht wegnimmt, verlängert dies die Leuchtzeit des Blitzes. Es kommt also weniger starkes Licht ins Motiv, das dann auch noch relativ lange leuchtet.
Die Folgen:
Da hier die Leuchtzeit = Belichtungszeit ist, ergeben sich Grenzen bei bewegten Motiven, da hierfür die Zeiten zu lang werden.
Relativ wenig Licht im Bild gibt relativ wenig Brillanz. Das ist sehr gut vor allem im Wespenbild sichtbar.
Fazit:
Es wird erkennbar: Alle Charakteristiken der gewählten Blitztechnik vergrößern die "Gefahr" geringerer Brillanz – verteilt im gesamten Bild.
Diese Blitztechnik ist sehr gut geeignet für bestimmte Motive, für andere aber eher weniger. Leider wird aktuell von vielen Seiten häufig der Eindruck erweckt, es sei DIE Methode. Das ist zu schmal gedacht...
Ich hoffe, ich konnte dir ausreichend Hinweise zum Verständnis Deiner Fotos liefern.
In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"
Roland
Hallo Roland,das „Ausharren“…
Hallo Roland,
das „Ausharren“ wäre auch nicht umsonst gewesen, wenn ich kein Foto gemacht hätte. Immerhin könnte ich jetzt einen spannenden Aufsatz über den beobachteten Mikrokosmos schreiben. Fehlte mir nicht das schriftstellerische Talent eines Jean-Henri Fabre…
Ich habe es ausprobiert – am Küchentisch, weil es draußen dauern schauert. Ein Foto nur mit dem Cygnustech- Diffusor, eines zusätzlich mit einem seitlich positionierten entfesselten Blitz (natürlich nur improvisiert). Die räumliche Wirkung unterscheidet sich drastisch. Da hast du eindeutig recht. Dann machen wir das Setting eben künftig noch ein kleines bisschen komplizierter, darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an… 😉
Eine Alternative (zum in der Praxis sehr gut zu handhabenden) Cygnustech- Diffusor habe ich zurzeit nicht (für das 90iger). Das kann ich also nicht ausprobieren, schade. Den Brillanz-Vergleich kann ich deshalb nicht machen. Hast du einen Diffusor- Tipp? Oder doch wieder der Zangenblitz?
DANKE für deine sehr hilfreichen Ausführungen!
Liebe Grüße
Ingo
ADMIN
Hallo Ingo,die Alternative…
Hallo Ingo,
die Alternative ist der Zangenblitz. Aber wie gesagt, es kommt sowohl auf das Motiv als auch auf die eigene Zielsetzung an.
Liebe Grüße
Roland
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