Sporangien - Cooke Kinic 25mm f/1,5

Nachdem es hier einige wunderbare Moos- und Sporangienbilder zu bewundern gab, habe ich auch weitere Versuche gewagt. Leider tue ich mir sehr schwer mit diesem Motiv und bei keiner Variante kam wirklich Begeisterung auf.

Hier habe von schräg unten fotografiert, um das Motiv in die Schärfe zu bekommen. Mit einem 10mm Zwischenring am Cooke Kinic ändert sich aus meiner Sicht nochmal deutlich die Mal-Eigenschaft. Der Hintergrund ist (bis auf den Himmel) recht nah dran, aber eben doch zu weit weg (bei diesem ABM) um Strukturen anzudeuten. Womöglich könnte man hier minimal abblenden. Über Tipps würde ich mich sehr freuen.

ABM etwa 1:2,25, f/1,5, etwa 10% Beschnitt, 10mm Zwischenring, Flächenleuchte

Kommentare

Profile picture for user Wolfgang Zeiselmair
MOD

Hallo Rob,

das ist doch einfach zauberhaft! Nicht abblenden. das ist genau so wie es sein soll, nichts lenkt vom Motiv ab und der Hintergrund unterstreicht die Schärfe des Motivs. Haste alles richtig gemacht. Das dunkle Umfeld ist eh ganz das meine *lach*

Servus
Wolfgang

Profile picture for user Gast
Erstellt von Kristin (nicht überprüft) on Di, 09/02/2021 - 11:43 Permanenter Link

Hallo Rob

da schliesse ich mich Wolfgang an: ich würde den  Hintergrund  durch abblenden nicht verändern.

Der "einzige" Bereich, der mich optisch vom Hauptmotiv etwas abzulenken versucht, ist der blaue Himmel im rechten oberen Bereich. 

Aber der warme Grundton mit seinen ineinander fliessenden Farben in der Aufnahme ist wunderschön, und die Schärfe sitzt perfekt.

Grüße Kristin

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Hallo Rob,

genauso wie die anderen sagen kommt für mich die Aufnahme durch die wechselnden Farben besonders gut rüber, die Idee von unten aufzunehmen find ich gut, wo findet ihr bloß diese Motive, mein Garten ist voller Moos aber ich seh Sporangien nicht.

Viele Grüße Sigi

Profile picture for user Flora1958
MOD

Hallo Rob,

ein gelungener Versuch mit dem Cooke. Es ist nicht einfach mit dem Cooke.

Die linke Seite gefällt mir bestens. Erinnert sie mich doch  an den Basaltbruch am Hohen Meißner. Das sieht klasse aus. Und so schaut deine Sporangie von einer Basalt-Klippe in die Tiefe, gefolgt von einer angedeuteten Motivwiederholung in der Unschärfe. Das kommt sehr gut. Mit dem blauen Fleck oben rechts schließe ich mich gerne Kristins Meinung an. Er lenkt auch mich etwas ab.Insgesamt ist es für mich  ein sehr sehenswertes, harmonisches Moosbild.

Manchmal denke ich, dass 10 mm zu viel ist an Zwischenringen. Ich werde  es nochmal mit 7 mm probieren. Meine Versuche mit dem größeren Abstand haben mich nicht so begeistert unter anderem wegen den Punkten , die du oben aufgeführs hast. Außerdem ist die Schärfe dabei sehr knapp.

Mal schauen, was da noch so geht. Ich wünsche dir viel Spaß weiterhin und gutes Gelingen.;-)

Liebe Grüße

Gabi

 

Profile picture for user Roland
ADMIN

Fotografieren mit dem Cooke Kinic 1.5/25mm

Hallo Rob (, hallo Gabi und hallo alle anderen Makronisten, die oben Einträge vorgenommen haben),

jawohl, die Richtung stimmt. Aber da ist noch mehr drin. Das Cooke Kinic 1.5/25mm kann ein Motiv zum Glühen bringen. Das kann in einem Bild die Puppen zum Tanzen bringen! Das kann Dir ein Orchester ins Bild zaubern, wo gar keine Instrumente sind!
Wichtig hierbei ist zu lernen, was ein gutes Motiv ist und wie man es dann mit so einem Objektiv angeht. Dieses Was und Wie unterscheidet sich sehr stark von der klassischen, modernen (Makro-)Fotografie.

Ich habe extra vor wenigen Tagen Fotos mit dem gleichen Cooke Kinic gemacht (ich nenne es ab jetzt das "kleine Cooke Kinic", denn es gibt auch noch eine Menge andere Cooke Kinics :-), damit wir jetzt und hier von den genau gleichen Dingen sprechen können :-). Ich habe soeben dieses Foto eingestellt und auch einiges dazu geschrieben.

Hier noch ein paar weitere Aspekte unter Einbeziehung Deiner Bildeinstellung:

  • Das kleine Cooke Kinic kann auch ordentlich nah! Ich habe dieses Foto extra mal mit 15mm Auszug gemacht. Schaue Dir die Schärfe an. Und schaue Dir dabei auch den grünweißen Moosbereich an – phantastischer Mal-Stil :-)!
     
  • Es kommt immer auf das Motiv an, wie ich mich von welcher Seite und mit welcher Optik und welchem Abbildungsmaßstab nähere. Dein Bild oben zeigt, wie schon gesagt, einen super schönen Bokeh-Bereich rechts neben dem Hauptmotiv; dort befindet sich außerhalb der Schärfeebene eine weitere Sporangie, bei der der Cooke´sche Malpinsel angreifen kann. Aber der Rest des Bokehs ist relativ leer. Da ist nix, wo was passieren kann. Da ist das kleine Cooke Kinic einfach unterfordert.
     
  • Generell gilt: Meine Erfahrung mit solchen alten Objektiven (so auch dem kleine Cooke Kinic) zeigt mir, dass man bei der Vintage-Makrofotografie zumindest nicht zu schnell und "leichtfertig" sagen sollte, ein bestimmter Umstand sei nicht gut geeignet für die entsprechende Optik – oder umgekehrt. Die größten Überraschungen kommen oft in Situationen, die vorher alles andere als gut aussahen – zumindest nach alter, uns allen ankonditionierter fotografischer Sichtweise. Egal, ob "zu dunkel" oder "zu nah dran" – hier gilt: einfach probieren! Wir fotografieren teilweise im experimentellen Bereich. Schraub bei einer vorliegenden motivlichen Ausgangslage einfach mal zwei oder gar drei Zischenringe davor – und schau, was passiert! Wie stellt sich das Hauptmotiv dar? Und vor allem: Wie stellen sich die Unschärfen dar. Dann sieht man recht schnell, ob´s der falsche Ansatz war – oder ob aus dem Solo-Musiker ein ganzes Orchester wird .-)!
     
  • Ich rate, mit Mut an die ganze Sache ranzugehen. Natürlich muss man anschließend sehen, ob dieses Vorgehen auch von Erfolg gekrönt war. Selbstverständlich dürfen auch bei einer solchen Vorgehensweise bestimmte Regeln und Sichtweisen gelten; Grenzen sollten nicht unbewusst und willkürlich überschritten werden. Aber das kann man lernen. Die Ergebnisse können so atemberaubend sein, dass es sich auch wirklich lohnt, dies zu lernen.


Voraussetzung für all das ist, dass das eingesetzte Vintage-Objektiv auch tatsächlich im Vollbesitz seiner Kräfte ist – anders ausgedrückt, dass es auch tatsächlich in Ordnung ist bzw. das Maximale dessen leistet, wozu es theoretisch imstande ist. Aber hier kannst Du beruhigt sein: Das ist bei Deinem Cooke Kinic 1.5/25mm der Fall :-)!

Liebe Grüße 

Roland

Profile picture for user Rob
Makronist

Hallo Roland,

vielen Dank für die Analyse! Ich komme schon meist ins Grübeln nach deinen Texten, denn Vieles ist nach wie vor neu für mich und muss auch erstmal in die Hirnwindungen eingebaut werden ;-).

Mir war klar, dass das Bild im oberen Bereich eher still daherkommt und dennoch hatte es eine Wirkung auf mich. Aber du hast natürlich Recht. Wenn schon so ein spezielles Objektiv zum Einsatz kommt, dann soll es auch in seiner Parade-Disziplin spielen dürfen. Dafür muss bei diesem ABM, der Hintergrund (und evtl. auch der Vordergrund) schon nahe dran sein und das richtige Licht abbekommen um noch Mal-Strukturen zu liefern. Ich werde in Zukunft mehr auf den kleinen "Gesamtraum" achten und nicht in erster Linie auf das Hauptmotiv.

Ich freu mich auf weiteren Austausch! Auch in der Makrogalerie ;-)

Liebe Grüße

Rob

Profile picture for user Rob
Makronist

Hallo Wolfgang, Kristin, Sigi & Gabi,

ich danke euch für eure Einschätzungen! Ich finde es total hilfreich, wenn wir uns alle auch kritisch über die Bilder austauschen. Ich konnte in den letzten Monaten viel dazu lernen, das meiste aufgrund dieser tollen Seite. Jetzt muss nur noch der Frühling kommen und wir gehen alle richtig steil!

Schöne Grüße

Rob 

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