Flechten an Ästen vom Birnbaum

Diese Flechtengewächse bringen während der farblosen Zeit im Januar Garten etwas Abwechslung durch Farbakzente.Mit dem Tamron 90mm plus Zwischenring 25mm aufgenommen im Januar 18

Kommentare

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Hallo Sigi,

das sieht doch schon ganz gut aus.

Normalerweise würde ich sagen die Iso ist etwas zu hoch, aber bei deiner 6D die schaft das ziemlich gut. Sonst hättest du bei niedriger Iso mit den restlichen Einstellungen auch wieder einen Blitz gebraucht.

Das der rechte Teil der Flechten am Stamm nicht ganz so scharf ist, liegt sicher daran das der Stamm an dieser stelle etwas weiter nach hinten geht bzw wächst und dieser Teil aus der Schärfeebene schon draußen ist. Ich würde das Foto aber noch in 2:3 beschneiden, damit oben und unten nicht ganz so viel Luft mehr ist.

Ich habe es mal versucht und auch den rechten unschärferen Teil für Dich entfernt. Allerdings sieht man jetzt in der Vergrößerung das Rauschen doch etwas mehr. Aber trotzdem hast du bei deiner Kamera schon einen enormen Spielraum wenn alles gut eingestellt ist.

Mit der Blende und der Verschlusszeit, ich nehme an eine Freihand Aufnahme bei 1/320 ist das optimal. Falls du ein Stativ benutzt hast, dann hättest du aber mit der Verschlusszeit noch etwas niedriger gehen können so auf 1/100 dann wäre weniger Iso nötig gewesen. Aber bei Freihand ist das schon ein Super Ergebnis finde ich. Das machst du Klasse..!

Liebe Grüße

Christine :-)

beschnitten

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Hallo Christine,

danke für deine Ausführungen, dies war eine Freihandaufnahme, ich hab heute erstmalig mal mit dem 25 mm Zwischenring zum Tamron 90mm mein Glück versucht, die Lichtverhältnisse waren halt "bedeckter Himmel" bescheiden. Aber dennoch erschließt sich mir dies neue System noch nicht umfassend, am Tamron Objektiv habe ich auf 0,3 - 0,5 m eingestellt und dann ist da ja noch der Zwischenring 25mm also wie nah darfst du dann an dein Objekt ran, wenn dann am Objektiv noch die Sonnenblende ist, berührst du ja direkt dein Motiv? Irgendwie steh ich grad auf dem Schlauch!

Viele Grüße Sigi

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Hallo Sigi, 

Für eine Freihandaufnahme und Dein erstmaliger Versuch war das doch schon ganz klasse und das nächste mal wird es dann noch besser. :-)

Zwischenringe hatte ich selbst noch keine ausprobiert, aber bei der Raynoxlinse gehe ich so vor:

Wenn die Raynox drauf ist kann ich die Sonnenblende gar nicht mehr drüber machen, das geht Technisch schon nicht, da die ganz außen so einen breiten Rand hat. Danach gehe ich vorsichtig zum Motiv heran und wenn ich scharfstelle sehe ich dann im Sucher schon ob der Fokuspunkt scharf genug wird.

Da ich überwiegend mit Autofokus fotografiere, merke ich auch sofort wenn der greift (was ich aber auch jetzt vorhabe bald zu ändern und dann mehr Freihand mache.) Das ist halt alles Gewohnheit, wie wenn man seinen Kaffee per Hand Filtert. ;-) 

Mit der Sonnenblende würde ich an deiner Stelle das Motiv gar nicht berühren. Wenn du sie drauf lassen möchtest dann versuche doch wenigstens mal zum ausprobieren mit dem Autofokus und wenn der dann bei dir greift, dann merkst du dir einfach den ungefähren Abstand wo du stehst zwischen Dir und wo der Fokuspunkt zum Motiv ist also zum Motiv und soweit ist dann die Entfernung die du wissen möchtest. Das ist dann sicherlich auch beim Manuellen Fokus so mit dem Abstand.

Die Einstellung wie bei Dir zb 0,3-0,5 bedeutet normalerweise nur das alles was in dieser Entfernung liegt vom Autofokus abgerufen wird und das man nur darauf mit Autofokus scharfstellen kann. Bei mir steht das beim 100er Makroobjektiv auch und auch Full steht da noch. Und Full bedeutet das der Autofokus dann den ganzen Bereich des Objektivs bis sogar ganz weit in die Ferne abfährt und ganz weit hinten irgendwo noch auf etwas scharfgestellt werden kann.

Damit könntest du dann sogar Tele Landschaftsaufnahmen oder Portraitaufnahmen machen mit Full. Full kannst du natürlich auch bei kleinen Tieren verwenden die weiter weg sind und bei denen du nicht näher ran kannst weil sie scheu sind. Bei ganz nahen Dingen dann lieber die Einstellung 0.3-0,5 beibehalten.

Liebe Grüße

Christine

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Hallo Christine,

danke nochmal für deine detailierte Erklärung, nun komm ich der Sache schon mal näher, nur das mit der Sonnenblende irritiert mich dennoch, wenn ich die weglasse, dann muss ich ja andere Einstellungen machen, weil mehr Licht da ist, oder ist das egal? Das mit dem Autofokus beim Tamron Objektiv ist oft nervig, weil der ständig hin und her wandert, deshalb nehm ich lieber den manuellen Fokus, aber so wie du das beschrieben hast probier ich weiter, bin mal neugierig bis die ersten Kleinlebewesen auftauchen dann wirds erst richtig spannend.

Viele Grüße Sigi

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Hallo Sigi,

Du machst das schon richtig das du den Manuellen Fokus sehr viel benutzt, das werde ich mir auch bald mal anzugewöhnen müssen. Bei mir ist das nur so mit dem Autofokus, das ich den viel benutze wegen der Freihandaufnahmen und der langen Brennweiten also insgesamt halt wegen dem Gewicht und der Unhandlichkeit, das ist dann nicht so einfach den Manuellen zu benutzen und dann noch schnell Scharfzustellen wenn es drauf ankommt. Wenn ich mich zb. auf dem Boden setze geht das ja noch ganz gut, aber im Stehen im Winter da ist das mit den langen Brennweiten sehr schwierig für mich und deshalb benutze ich überwiegend nur den Autofokus.

Nun zu Dir: mache Dir wegen der Sonnenblende nicht so den Kopf!

Einfach egal ob die Sonnenblende nun drauf ist oder nicht so nah du kannst zuerst mal mit dem Autofokus und halb durchgedrückten Auslöser auf das Motov zugehen so nah es geht, bis dahin wo du merkst das der Autofokus noch greift und funktioniert und scharfstellt bei eingestellten 03-05 am Tamron. Dann kannst du die Entfernung etwa mit Augenmaß abschätzen wie weit das dann etwa mit diesen Zwischenringen zum Motiv ist und auf Manuell umschalten und versuchen.

In der ganz starken Sonne sollte man ohnehin nicht fotografieren und sogar bei Mir mit dem Blitzsystem würde die Sonnenblende dabei nur stören. Solange du kein Hindernis im weg hast das direkt an die Sonnenblende stößt wo die Sonnenblende stört, da lasse sie drauf und wenn der Abstand mit Sonnenblende zu groß noch zum Motiv ist weil ein Gegenstand zb stört um näher heran zu kommen, dann nimm sie ab.

Liebe Grüße

Christine

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ADMIN

Hallo Sigi,

also zunächst bin ich auch der Meinung, dass Dein erster Einsatz des neuen Zwischenrings schon mal ganz gut ist. Aber nun zu Deinen Fragen bzw. zum Foto:

Abbildungsmaßstab / Zwischenring

mit dem Einsatz des Zwischenrings verlängerst Du den sogenannten "Auszug", also den Abstand zwischen Sensor und Objektivlinsen. Folge: Der Abbildungsmaßstab vergrößert sich. Du kommst also näher ran und erreichst eine größere Vergrößerung. Aber nur dann, wenn Du diesen zusätzlichen Abstand auch zusätzlich (!) nutzt, also an den objektivseitig möglichen Auszug zusätzlich "dranhängst". Mir scheint, dass Du das beim Flechtenfoto oben nicht gemacht hast. Bei diesem Foto ist zwar kein Maßstab dabei, sodass ich nicht genau einschätzen kann, wie stark die Vergrößerung ist. Aber so wie diese Flechten aussehen und wie ich sie kenne, ist der Abbildungsmaßstab in diesem Foto gar nicht so groß. Hättest Du diese Vergrößerung nicht auch ohne Zwischenring realisieren können? Das Tamron 90mm Makro geht doch bis 1:1 – ohne Zwischenring.

Bitte teile mir mit, ob Du verstehst, was ich hier schreibe und was ich frage. Wenn nicht, beschreibe ich diesen Zusammenhang genauer (was ich mir aber sparen kann, wenn Du das alles verstanden hast).

Schärfentiefe

Bei Deinem Foto liegt etwa die Hälfte des Hauptmotivs (Flechte auf querverlaufendem Ast) außerhalb der Schärfeebene und ist damit unscharf. Da der Bildaufbau aber ansonsten keinerlei Veränderung bringt – der querverlaufende Flechtenast verläuft über das gesamte Bild hinweg quer – ist dies ungünstig. Der Betrachter fragt sich automatisch: Warum hat der Makronist das so gemacht? Was will er damit ausdrücken?

Du hast mit Blende 10.0 bereits annähernd die größtmögliche Schärfentiefe gewählt. Also ist entweder der Ast zu krumm, oder Du hast die zur Verfügung stehende Schärfeebene zu weit nach vorne gelegt, sodass sie nur noch in ihrem hinteren Bereich den vorstehenden Flechtenteil des Astes in der linken Bildhälfte "berührt".

Wie dem auch sei, das Ergebnis ist eher ungünstig, weil es sich nicht selbst "begründet", weil also zumindest nicht in einer relativ kurzen Zeit klar wird, warum Du als Fotograf dies entschieden hast.

LÖSUNG:
Je nachdem, was zutrifft: Entweder die Schärfeebene perfekt und voll effektiv platzieren, oder, wenn der Astausschnitt zu krumm ist, einen anderen, entsprechend geraderen Ausschnitt wählen.

Wichtig ist, dass das, worauf es Dir wirklich ankommt, dann auch in der Schärfe liegt. Entscheidest Du Dich dafür, bestimmte Motivbereiche bewusst in die Unschärfe zu legen, dann "schiebe" sie auch deutlich dort hinein. Dies erreichst Du beispielsweise dadurch, dass Du den Ast mit den Flechte nicht genau (oder eben fast genau) im rechten Winkel zur optischen Achse ausrichtest, sondern von vornherein deutlich schräg legst. Dann fotografierst Du einen kleinen, attraktiven Bereich der Flechten über die Positionierung der Schärfeebene "heraus" – die bietest Du dann dem Betrachter zum Betrachten an. Die Bereiche davor und dahinter verschwinden sofort und deutlich in klare Unschärfen. Und das Ganze komponierst Du bildwirksam.

Dies wäre ein Beispiel, bei dem es durchaus sinnvoll ist, auch mit größeren Unschärfeflächen im Bild zu arbeiten. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt... (?).

Sonnenblende

Das Problem, das Du mit der Sonnenblende ansprichst, dürfte in der Regel nur dann auftreten, wenn Du bei der Kombi 90er Makro + Zwischenring das Makro selbst auch ziemlich weit oder sogar bis zum Anschlag ausgefahren hast, also in der größten Vergrößerung arbeitest. Dann wird der Arbeitsabstand zum Motiv natürlich ziemlich gering. Und wenn man nun da vorne vor der Linse so ´nen Kaffeebecher davorschraubt, dann kann es passieren, dass der das Motiv "küsst".

Das ist aber ein rein mechanisches Problem. Wenn es dazu kommt, bleibt Dir nichts anderes übrig, als das Teil wieder abzuschrauben.

Auf die Belichtung sollte die Sonnenblende allerdings kaum eine Wirkung haben. Du schreibst oben:

"...wenn ich die weglasse, dann muss ich ja andere Einstellungen machen, weil mehr Licht da ist,...".

Das dürfte nur dann der Fall sein, wenn Du tatsächlich mehr oder weniger direkte Sonneneinstrahlung ins Objektiv hast. Das solltest Du aber ohnehin vermeiden – es sei denn, Du möchtest dies als besondere Bildwirkung so haben.
Eine Sonnenblende nimmt im "Normalfall" nur seitliches Streulicht weg. Sie hat natürlich keinerlei Einfluss auf das Licht beim Motiv bzw. beim Ausschnitt, der fotografiert wird. Insofern sollte sich dessen Lichthelligkeit auch nicht ändern, wenn Du die Sonnenblende abnimmst.

Dies kann höchstens anders herum passieren: Wenn Du mit dem Kaffeebecher so nahe ans Motiv herankommst (z.B. bei Verwendung in Kombi mit dem 25er Zwischenring), dass es von ihm beschattet wird, dann hast Du tatsächlich weniger Licht – aber nicht nur das, sondern auch eine super schlechte Wirkung. Denn wer will schon den mondförmigen Schatten eines Kaffeebechers auf seinem Makromotiv haben... ? :-)

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

 

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Hallo Roland,

wie du schon richtig festgestellt hast, gibt es womöglich bei meinem Verständnis zur richtigen Handhabung und sinnvollen Einsatzes des Zwischenrings noch ziemliche Ratlosigkeit.

a) Abbildungsmaßstab, Schärfe

   Also ich bin erst mal ganz simpel zu dem Schluss gekommen, dass durch den Zwischenring es möglich wird näher mit der Kamera an das Motiv ran zu gehen und im Ergebnis ein wesentlich schärferes Foto zu bekommen. Aber wenn ich deine Erklärung richtig verstehe, muss das so nicht sein, sondern im Gegenteil, ich kann sogar den Abstand weiter nach hinten verlagern, weil ich ja mit dem Zwischenring die Vergrößerung des Objekts habe. Dieses Ergebnis hätte ich aber genauso ohne Zwischenring gehabt, derweil ja diese Flechte es zulässt mit einem 1:1 Maßstab aufzunehmen. Und weil nun durch den Zwischenring sogar durch die unglückliche Position (quer rüber) auch noch die rechtsseitige Unschärfe dazukam, war eigentlich das Foto in der Darstellung ungeeignet. Allenfalls hätte es dann wohl gereicht einen noch kleineren Ausschnitt aufzunehmen, damit wenigstens die Schärfe gleichbleibend wäre. Versteh ich deine Erklärung richtig, um beim Flechtenfoto zu bleiben, primär ist zunächst mal das Motiv entscheidend, was ich hervor heben will, und wo mein Schärfepunkt liegt, bei der Flechte ist durch das einseitige quer dargestellte Format nicht sinnvoll, dann spielt das sekundär auch keine Rolle mehr wo da ein Schärfepunkt verläuft.

Sonnenblende

Hab ich verstanden

Ich hoffe mal dass ich das so richtig verstanden habe, kann es sein, dass so ein Zwischenring eher für Motive (Ameise, Biene usw.) Sinn macht statt ähnliches wie Flechten?

Vielen Dank für deine Hilfe, ich denke mal drüber nach im Sommer ein Einzelcoach für derartige Themen in euerm Team zu belegen, in der Praxis kommt das bestimmt noch besser rüber.

Viele Grüße

Sigi

 

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ADMIN

Hallo Sigi,

hm, weiß nicht, ob bezüglich des Zwischenrings rübergekommen ist, was ich meinte. Aber um nun nicht Missverständnisse unter Umständen noch weiter zu vertiefen, fange ich von einer anderen Seite neu an. Vergiss mal alles, was wir oben geschrieben haben.

Was bringt genau ein Zwischenring?

Dein Tamron 90er Makro hat einen vordefinierten Arbeitsbereich: Du kannst von Unendlich bis zu einem Abbildungsmaßstab von 1:1 arbeiten. Bei der Einstellung "Unendlich" werden im Inneren des Objektivtubus – vereinfacht ausgedrückt – die Linsengruppen in Richtung Kamera verschoben. Umgekehrt bei der Naheinstellung: Bei der nächsten Naheinstellmöglichkeit werden sie weitmöglichst nach vorne in Richtung Motiv geschoben. Das entspricht dann dem Abbildungsmaßstab von 1:1. Und das wiederum bedeutet, dass das Motiv in Originalgröße abgelichtet wird – im Verhältnis zum Sensor! Das ist wichtig. Also: Ein Honigbiene wird beispielsweise auf dem Sensor in Originalgröße abgelichtet. Das ist bei Deinem Sensor, wenn die Biene quer steht, fast formatfüllend! Es ist an beiden Seiten der Biene noch ein wenig Platz bis zum Rand, aber so soll das bei "formatfüllend" ja auch sein.
Anders ausgedrückt: Sie wird also in der gleichen Größe abgelichtet, als säße sie auf dem Sensor. So kannst Du Dir das gut vorstellen.

Das alles kannst Du mit Deinem Tamron 90er Makro machen – ohne irgendeinen Zubehör.

Der wird nötig, wenn Du beispielsweise die Biene noch größer ablichten möchtest, beispielsweise anstatt quer zur optischen Achse spitz von vorne, als Porträt. Nun hast Du "nur" noch den Bienenkopf, der wesentlich kleiner ist als die ganze Biene, wenn sie quer sitzt. Oder, anderes Beispiel, wenn Du eine Ameise fotografieren möchtest.

Jetzt müsstest Du bei Deinem Objektiv die Schärfe noch näher vor die Linse legen können oder, anders ausgedrückt, die Linsengruppen noch weiter nach vorne schieben können. Beim Objektiv selbst geht das nicht, da haben die Objektivingenieure ein Ende eingebaut.

Und genau diese Festlegung der Ingenieure trickst Du jetzt aus. Du nimmst einen Zwischenring und schraubst ihn zwischen Kamera und Objektiv.
Was machst Du nun? Du schiebst damit die Linsengruppen im Objektiv noch ein Stück weiter nach vorne – und erschließt Dir damit einen weiteren Arbeitsbereich, und zwar den in der Nähe. Du kannst nun also ein Tier noch näher am Objektiv scharf stellen. Damit wird es noch etwas größer abgebildet. Beim 90er Tamron erreichst Du mit dem 25er Zwischenring einen Abbildungsmaßstab von etwa 2:1. Nun wird also die Ameise doppelt so groß (auf dem Sensor!) abgelichtet, wie sie tatsächlich ist.

Solange aber der Zwischenring angeschraubt bleibt, kannst Du die Linsengruppen nicht mehr so nahe an den Sensor "fahren" wie ohne Zwischenring. Der ist ja jetzt dazwischen. Du kannst nun also am anderen Ende nicht mehr bis Unendlich scharf stellen. Hierzu müsstest Du den Zwischenring wieder rausnehmen.

Somit macht der Einsatz eines Zwischenrings also nur dann Sinn, wenn Du über den objektivseitigen Arbeitsbereich hinaus noch weiter in die Nähe, in die noch stärkere Vergrößerung hinein arbeiten möchtest – also bei sehr kleinen Motiven.

Du erreichst mit einem Zwischenring insgesamt keine höhere Bildschärfe, sondern im noch näheren Nahbereich die Möglichkeit, überhaupt hier noch scharf zu stellen.

Und in diesem noch größeren Abbildungsmaßstab gelten nun alle Gesetze, die bei solch großen Abbildungsmaßstäben nun mal gelten: wenig Schärfentiefe, geringerer Arbeitsabstand usw. usf.

Liebe Grüße,

Roland

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Hallo Roland,

also nun hast du die Sache mit dem Zwischenring so klasse erklärt, jetzt bin ich völlig auf der Linie, hab alles kapiert. Jetzt kann ich auch daraus meine weitere Vorgehensweise damit einordnen. Tatsächlich will ich mal versuchen so was mit dem Detail einer Biene z.B. oder anderen Kleinlebewesen vor die Linse zu bekommen, bei mir im Garten ist da aufgrund der natürlichen Struktur viel unterwegs. Nach den ersten Versuchen sobald die ersten aus ihren Winterquartieren rauskommen , freu ich mich natürlich wieder auf deine super Hilfe. Das heißt halt von Objekt zu Objekt kann ein Zwischenring eingesetzt werden, wenns über die normale Größe gezeigt werden soll, oder einfach ohne Zwischenring mit Originalgröße.

Viele Grüße Sigi

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Hallo Roland,

ich hoffe mal, dass ich dich nicht allzusehr nerve mit meinen Fragen, aber zu dem angesprochenen Thema mit dem Zwischenring wurmt mich doch noch was: beigefügt schicke ich ein Foto, nicht nachbearbeitet, nur an der rechten Seite etwas beschnitten und im RAW  als JPG geändert. Frage: Dieser abgelichtete Flaum hat etwa 2- max.3 cm Größe ist ja mit dem Tamron 90mm plus Zwischenring 25mm im Abstand von 350mm aufgenommen. Die Qualität dieser Aufnahme mal beiseite gelassen, habe ich hier mit dem Zwischenring die Chance für eine gelungere Aufnahme eher genutzt derweil ja der Flaum relativ klein ist, oder wäre dasselbe Ergebnis auch ohne Zwischenring möglich gewesen?

Viele Grüße Sigi

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ADMIN

Hallo Sigi,

bin ziemlich sicher, dass dies auch ohne Zwischenring funktioniert hätte. Der Abbildungsmaßstab ist nicht so groß. Hier hast Du also den Zwischenring als Auszugsverlängerung dazwischen geschraubt und dann im Objektiv selbst die Linsen wieder ein Stück zurück"gedreht". Damit gleicht sich das dann wieder aus.

Alles bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 kannst Du ausschließlich mit Deinem Objektiv ohne Zwischenring machen. Oben die Aufnahme erreicht diese 1:1 wohl eher nicht.

Lieber Gruß,

Roland

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Hallo Sigi,

Ganz kurz nochmal zum festigen der neuen Erkenntnisse!

 

Hier unten sind zwei Fotos das sind 2 unbearbeitete RAW Dateien. Das Motiv ist jeweils eine Tiefkühlerbse wie sie jeder kennt. Die wirkliche Größe der Erbse beträgt etwa 6 mm in Natura.

 

Foto 1 ist nur als Beispiel mit einem 60mm Makroobjektiv aufgenommen und ohne den Zwischenring, (beim 90er Makro kannst du das genauso gut damit machen und mal austesten.)

Foto 2 mit einem 60 er Makroobjektiv und mit einer Raynoxlinse 250 aufgenommen, also das ist so ähnlich und vergleichbar wie mit deinem Zwischenring.

Bei beiden Fotos bin ich so nah es ging beim Fotografieren mit dem vorderen Teil vom Objektiv ohne die Sonnenblende herangegangen und habe auf die Erbse scharfgestellt.

Für beiden Fotos habe ich beispielsweise mal die Blende 8 genommen und jeweils 1/160 Verschlusszeit. Und bei beiden Fotos habe ich die Auto Iso zum Testen hier mal eingestellt.

Bei Foto 1 ist die Erbse kleiner und hat einen Masstab von 1:1 erreicht und es wurde eine Auto Iso von 250 automatisch von der Kamera ausgewählt. Mit der Blende 8 ist die Erbse bei diesem Foto insgesamt aber hier etwas schärfer wahrzunehmen.

Bei Foto 2 ist die Erbse schon formatfüllender also größer auf dem Bild und hat den Masstab 2:1 erreicht, aber es wurde dafür auch automatisch von der Kamera hier die höhere Iso 400 ausgewählt. Der Vergleich der Iso zeigt dass du mit dem Zwischenring oder der Raynoxlinse auch mehr Licht brauchst. Außerdem ist hier auch die Erbse mit der Blende 8 insgesamt etwas unschärfer abgebildet weil du näher bist und die tiefenschärfe sich dadurch auch verringert.

Viel höhere Blenden sollte man aber mit einem Zwischenring oder der Raynoxlinse nicht verwenden, sondern dann dafür besser Stacken wenn man die ganze Erbse mit allen Oberflächen Feinheiten und Randscharf Rundherum abgebildet haben möchte.

Also prüfe und vergleiche immer zuerst ob du für dein Foto Ergebnis das du am Ende auf dem Foto sehen möchtest die wahre Größe des Gegenstandes also 1:1 oder des Insektes wie auch immer schon ohne den Zwischenring mit dem normalen 90er Makro das du benutzt erreichst indem du so nah wie möglich damit an das Motiv heran gehst und wenn das Ergebnis dir dann immer noch zu klein auf dem Foto ist dann brauchst du den Zwischenring, musst aber dann auch wieder trotzdem so nah heran wie möglich bis das Motiv im Sucher deutlich größer zu erreichen ist als das ohne den Zwischenring der Fall wäre und trotzdem noch scharf zu stellen geht. Dann hast Du aber die oben genannten Nachteile, dass die Bildqualität sich etwas verringert die du dann in Kauf nehmen musst.

Liebe Grüße Sendet

Christine

 

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Hallo Christine, hallo Roland,

ich hoffe mal, dass es erwünscht ist dieses von mir aufgegriffene Thema bei einer Bildbesprechung fortzuführen, oder ob es angebrachter wäre das als Diskussionsbeitrag anzubringen?

Nun Roland inzwischen wurde mir klar, dass beim Einsatz des Zwischenrings durch das rausfahren des Objektivs am Ende dasselbe Ergebnis erzielt werden könnte wie ohne Zwischenring mit der 1:1 Darstellung.

Dann hab ich heute erneut ausprobiert was passiert, wenn ich dasselbe Objekt( Japanische Herbstanemone verblühter Samenstand) einmal mit und danach ohne Zwischenring aufgenommen gegenüberstelle. Das  was jetzt halt von fast 30 Versuchen mit x Einstellungen übrigbleibt, hab ich ohne Bearbeitung vom RAW ins JPG geändert, am Ende hab ich fast den Eindruck, so wie du Christine es zeigst, dass ich da für solch ein Motiv auch ohne Zwischenring zurechtkäme, denn wenn ich das Bild ohne Zwischenring beschneide hab ich denselben Effekt.

Viele Grüße Sigi

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Hallo Sigi,

Nur ein Hinweis überprüfe das bitte auch nochmal: die Iso Werte deiner neu eingestellten Fotos sind jetzt mit 12800 wieder enorm hoch und auch diese kurze Verschlusszeit dazu von 1/3200 brauchst du eigentlich gar nicht. Diese Einstellungen Ruinieren die Bildqualität deiner Fotos und die feinen Details gehen dadurch total verloren. Die + 7 Schritte Belichtungskorrektur ist auch wieder aktiviert, dasselbe was du schon einmal versehentlich verstellt hattest. Ich gehe davon aus das sich das bei deiner Kamera durch das Ausprobieren wieder unbeabsichtigt verstellt hat. Aber das ist hier jetzt erst mal nebensächlich und nicht das Hauptproblem, das solltest du aber nochmal erneut in Ruhe kontrollieren.

 

Als kleiner Ansatz nochmal zu den Zwischenringen:

Alles was kleiner wie eine Erbse oder in etwa die Größe einer Erbse hat oder ungefähr noch so groß ist wie eine kleine Münze und du das möglichst komplett also auch Formatfüllend 2:1 Fotografieren willst, dafür brauchst du einen Zwischenring um es im 2:1 Maßstab auch abzubilden. Und du musst dafür mit diesem Zwischenring und dem 90er Makro dann ganz ganz nah heran gehen. So nah bis es nicht mehr geht.

Du hast eine sehr gute 6D und es wäre sehr schade wenn du dann jedes Mal einen so großen Beschnitt machen würdest damit es am Ende erst Formatfüllend wird. Die Datei bzw. das Foto wird dann sehr klein und ist für vieles dann nicht mehr brauchbar und auch die Bildqualität wird dadurch vergleichbar schlechter.

Bei meinen Erbsenfotos Beispielen hatte ich eine APSC Kamera benutzt, was für dich dann noch mal bedeutet, du müsstest dann vergleichsmäßig an deinen Fotos nochmal eine ganze ecke mehr wegschneiden um denselben Bildausschnitt meiner Fotos zu bekommen. Da APSC etwas mehr vergrößert wie deine Vollformat.

Ich würde die Zwischenringe nutzen, da wo es angebracht ist. Bei deinem Foto mit dem Flaum, wäre das nur nötig gewesen wenn du nur einen winzigen Teil von dem Flaum, was man da auf dem Foto sieht etwa erbsengroß davon oder maximal Münzgroß davon so dass man die einzelnen Haare ganz groß und deutlich sehen kann Formatfüllend auf dem Foto haben möchtest. Also sehr viel weniger als von der kompletten Pflanze mit Stiel die du abgebildet hattest. Was man später noch damit fotografieren kann ist da erst mal zweitrangig nur das solltest du erst mal verstehen, alles weitere dann.

Ich weiß es ist nicht ganz so einfach für Dich, aber wir geben uns große Mühe dass du es der Reihe nach bald besser verstehen wirst.

Liebe Grüße

Christine

 

Profile picture for user Sigi Weyrauch

Hallo Christine,

nun denke ich mal bin ich mit deinen Erklärungen und der umfangreichen Unterstützung von Roland nach einigen Blindgängen meinerseits wieder im Lichtbereich ums mal fotografisch zu erklären. Dieses Dilemma mit der Belichtungskorrektur werd ich im Auge behalten. Ich hab die Zusammenhänge von den Iso Werten und Verschlusszeiten auch bemerkt, da muss ich noch intensiv dran arbeiten. Der sinnvolle Einsatz des Zwischenrings bewegt sich doch in einem eng begrenzten Bereich, da schau ich mal wie ich damit gezielter klarkomme.

Nochmal vielen Dank an dich und Roland für eure Geduld und Hilfe

Viele Grüße Sigi

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