Teichfrosch am Abend – mit dem Oreston 1.8/50mm

Ich war wieder einmal am Froschteich und habe Teichfrösche (Pelophylax kl. esculentus) fotografiert – diesmal mit dem "Klassiker" Oreston 1.8/50mm. Mit seinen relativ warmen Farben und der Abbildungscharakteristik der Offenblende war es ideal geeignet, die abendliche Stimmung einzufangen, als sich lange nach Sonnenuntergang Emil – so nannte ich diesen Frosch – in die Schilfdickung begab. Dort schlief er dann bis zum nächsten Morgen – ich auch :-)!

Kommentare

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ADMIN

Hallo Wolfgang,

dieser "träumerische" Eindruck stammt vom Oreston 1.8/50mm. Er macht genau den Unterschied aus zwischen einer modernen, hoch korrigierten Optik und dem Vintage-Objektiv. Hier in diesem Bild ist das Bokeh – oder anders ausgedrückt die Unschärfen – nicht ganz so wild. Es sind mehr die Nuancen, die den Gesamteindruck beeinflussen.

Das Foto entspricht übrigens dem Original; es ist nicht beschnitten. Das Oreston ist selbst bei Offenblende so gut, dass das Hauptmotiv  durchaus in den Goldenen Schnitt gesetzt werden kann, ohne dass die Rand-Unschärfen zu stark greifen.
Allerdings, und das muss insbesondere bei diesem Punkt berücksichtigt werden, habe ich das Foto mit einem mFT-Sensor gemacht. Da werden ohnehin die äußeren Linsenbereiche des vollformattauglichen Orestons nicht berührt. Das kann ein Nachteil, aber auch ein Vorteil sein – je nachdem, wie es eingesetzt wird.

Lieber Gruß,

Roland

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Makronist

Hallo Roland,

damit habe ich nicht gerechnet, 17,3*13 als Ursprungsformat ist nicht so verbreitet. Das Oreston mag ich auch, hatte es nach Erhalt in die Ecke gelegt, da die ersten Bilder etwas enttäuschen waren. Mittlerweile haben wir uns richtig angefreundet und ich nutze es häufig mit einem 12mm Zwischenring.

Servus
Wolfgang

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ADMIN

Hallo Wolfgang,

es handelt sich um das 4/3 (Four Thirds)-Format, ist also nichts Ungewöhnliches.

Ich nutze das Oreston ebenfalls meistens mit Auszugsverlängerung, also Zwischenring oder ähnlichem, um in den Nahbereich vorzudringen – so auch bei dieser Froschaufnahme. Ist ein feines Vintage-Obi mit einem sehr charakteristischen Bokeh :-).

Lieber Gruß,

Roland

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ADMIN

Hallo Sigi,

das Schöne bei den Vintage-Objektiven ist, dass nicht der Preis oder die Seltenheit des Objektivs die entscheidenden Kriterien für ein "gutes" oder "schlechtes" Foto sind. In einem hohen Maße gilt dies auch für moderne Objektive; beim Einsatz der Objektiv-Oldies trifft es noch mehr zu. Vielmehr bedeutend ist die individuelle Abbildungsart der jeweiligen Linse. Die kennenzulernen und herauszukitzeln, das ist es, was man lernen muss. Ich habe schon mit Colaflaschenböden fotografiert. Richtig eingesetzt, nimmt Dir kein Mensch diesen fotooptischen Background ab (***grins***).

Das Oreston 1.8/50mm ist ein Objektiv, das damals in einer extrem hohen Stückzahl aufgelegt wurde, ähnlich wie das Helios 44 2.0/58mm. Dadurch sind sie für recht schmales Geld zu bekommen. Wären sie selten, würde man für das gleiche Objektiv wahrscheinlich gerne das 10-Fache zahlen. An der optischen Eigenschaft des jeweiligen Objektivs hätte sich dabei nichts geändert... .-).

Das heißt natürlich nicht im Umkehrschluss, dass seltene und/oder weniger günstige Vintage-Objektive nicht ihre Berechtigung haben. Da gibt es tatsächlich absolute Schmuck- und Sahnestücke. Aber über alldem steht: Entscheidend für ein gutes Bildergebnis ist das Erlernen des Handwerks – also wann ich wie welches Objektiv einsetze.

Lieber Gruß,

Roland

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Inzwischen seh ich das mit den Vintage Objektiven so, als wären wir Goldgräber, lieber Roland.

Ich besitze zwar noch zwei moderne Objektive, aber die verstauben inzwischen, die alten Objektive aber, ich hab ja schließlich immerhin auch bloß 16 Stück davon, das sind für mich welche wo ich einfach nur aus dem Staunen nicht raus komm, was die so können. Nur zuerst muss man erstmal lernen die zu beherrschen, wie du völlig zurecht mitteilst. Und dann das spannende ist auch noch, wo sind denn die alle vergraben?

Ich kann es immer nur wiederholt mitteilen, hättest du nicht damals das Fass aufgemacht mit der Vintage Fotografie, vielleicht geht es manch einem Hobbyfotograf wie mir ähnlich, aus freien Stücken hätte ich dazu keinen Zugang gefunden.

Und dann noch meine ich, mit den Vintage Objektiven lernst du tatsächlich nochmal das Handwerk mit Kamera und Objektiv von Grund auf, einfach alles auf Automatik setzen und rumknipsen, das geht halt mal so nicht.

In diesem Sinne allerseits

gut Licht

liebe Grüße Sigi

 

Profile picture for user Roland
ADMIN

Ja, ja, die schöne Makrofotografie...

Hallo Sigi,

als ich, wie Du es nennst, "das Fass mit der Vintage-Fotografie aufgemacht habe", war ich mir ziemlich sicher, dass ziemlich viele sowohl absolute Neueinsteiger als auch gestandene Makrofotografen begeistert sind von dieser Art der Makrofotografie. Sie ersetzt zwar keinesfalls die klassische Makrofotografie, aber sie bringt eine neue Dimension in die moderne Fotografie: die Darstellung der Unschärfen. Der Makronist lernt, anders zu schauen, seine Umgebung anders wahrzunehmen. Sein Blick wird freier, kreativer, seine fotografische Arbeit vollständiger. Es wird – was es in der modernen Fotografie kaum noch gibt – der Oscar für den Nebendarsteller (das Bokeh) vergeben. Das ist die neue Dimension im Foto, die neue Tiefe.

Hinzu kommt die stark individuell ausgerichtete Auswahl und Bedienung des Werkzeugs – also des Vintage-Objektivs. Dadurch, dass all diese alten Objektive einen individuellen Charakter haben, ändert sich der Weg zum Bild. Nicht mehr das Ergebnis steht alleine im Mittelpunkt, sondern der Weg zum Bilde ist bereits Teil des Ergebnisses. Der Makronist geht eine innige Beziehung mit seinem Objektiv ein und erschließt sich mit ihm zusammen das Motiv, bestehend aus Haupt- und Nebendarsteller. Das Gefühl, ein Bild zu erschaffen, wird intensiver. Das ist ein ganz wunderbarer Vorgang.

Daneben steht die klassische Makrofotografie. Sie ist ebenfalls sehr interessant, in der Regel dokumentarischer. Hier können die modernen, hoch korrigierten Objektive zeigen, was sie können. Ohne sie könnte ich nicht die zahlreichen spannenden Tierdokumentationen erstellen, die uns so faszinierende Einblicke in die Welt der Kleintiere ermöglichen.

Tja, so schön kann Makrofotografie sein – egal ob modern oder vintage :-)!

Lieber Gruß,

Roland

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